Waffenkunde
Selbstladebüchse
auch: Halbautomat
Eine Selbstladebüchse, auch Halbautomat genannt, ist eine Büchse, die nach dem Schuss selbsttätig nachlädt, sodass der Schütze nicht von Hand repetieren muss; für ihre Verwendung bei der Jagd gelten Grenzen für die geladenen Patronen.
Was ist eine Selbstladebüchse?
Büchsen werden nach ihrem Verschluss meist in Repetier-, Kipplauf-, Block- und Selbstladebüchsen eingeteilt. Bei der Repetierbüchse öffnet der Schütze die Kammer, wirft die Hülse aus, führt eine neue Patrone zu und verriegelt wieder, alles von Hand. Die Selbstladebüchse erledigt das Nachladen selbst. Nach dem halbautomatischen Prinzip löst dennoch jede Betätigung des Abzugs nur einen einzigen Schuss aus. Welcher Waffentyp passt, richtet sich nach Wildart, Jagdart, Gelände und persönlicher Vorliebe.
Geladene Patronen und Erwerb
Für Halbautomaten gilt bei der Jagd eine Obergrenze an geladenen Patronen. Der Grundsatz aus § 19 BJagdG lautet: höchstens drei, nämlich zwei im Magazin und eine im Lauf. Maßgeblich ist der tatsächliche Ladezustand, nicht allein das Fassungsvermögen des Magazins. Landesrecht kann abweichen; für Baden-Württemberg nennt der Fragenbestand eine Jagdausübung mit bis zu fünf geladenen Patronen als erlaubt. Beim Erwerb einer Selbstladebüchse, die nach dem Bundesjagdgesetz nicht verboten ist, genügt der gültige Jahresjagdschein; eine vorherige Erwerbserlaubnis ist nicht nötig, binnen zwei Wochen muss aber die Waffenbesitzkarte beantragt werden (§ 13 Abs. 3 WaffG). Die Einführung zur Waffenkunde rät, Halbautomaten stets zusammen mit ihren Rechtsgrundlagen zu lernen.
Umgang und Optik
Wie bei jeder Waffe gehören Mündungskontrolle, Sicherung und die Prüfung des Patronenlagers zum sicheren Vorzeigen. Wer mehrere Büchsen besitzt, sollte nicht ein einziges Zielfernrohr zwischen ihnen tauschen wollen, etwa zwischen einer Repetierbüchse in 7x64 und einem Selbstlader in .30-06 Springfield. Nach jedem Wechsel müsste die Waffe neu eingeschossen werden.
„Selbstladebüchse“ in der Jägerprüfung
Die Fragen drehen sich fast immer um Zahlen: Wie viele Patronen dürfen bei der Jagd geladen sein, was bedeutet die Magazinkapazität, und welches Dokument braucht man zum Erwerb? Typischer Fehler ist, Magazinkapazität und tatsächlich geladene Patronen gleichzusetzen. Ebenfalls gefragt wird, ob Aussagen über die fünf Patronen im Magazin beim Erwerb zutreffen; im Fragenbestand gilt diese Aussage als falsch. Landesrecht beachten.
Häufige Fragen zu „Selbstladebüchse“
Wie viele Patronen darf eine Selbstladebüchse bei der Jagd enthalten?
Nach der bundesrechtlichen Regel höchstens drei: zwei im Magazin und eine im Lauf. Einzelne Länder weichen ab, Baden-Württemberg erlaubt laut Fragenbestand bis zu fünf geladene Patronen.
Braucht man für eine Selbstladebüchse eine Waffenbesitzkarte vor dem Kauf?
Nein: Inhaber eines gültigen Jahresjagdscheins dürfen eine nach dem Bundesjagdgesetz nicht verbotene Selbstladebüchse ohne vorherige Erlaubnis erwerben, müssen aber binnen zwei Wochen die Waffenbesitzkarte beantragen. Vorzulegen ist dann der Jahresjagdschein.
„Selbstladebüchse“ kommt in 7 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Waffenkunde und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- BüchseEine Büchse ist eine für den Kugelschuss gebaute Langwaffe mit gezogenem Lauf: Züge und Felder versetzen das Geschoss in Drall und stabilisieren so seinen Flug.
- RepetierbüchseEine Repetierbüchse ist eine Büchse mit einem gezogenen Lauf und Magazin, bei der der Schütze nach jedem Schuss von Hand durch Bewegen der Kammer nachlädt. Sie ist eine sehr verbreitete Jagdwaffe.
- KipplaufbüchseEine Kipplaufbüchse ist eine einläufige Büchse mit Kipplaufverschluss, die zum Laden und Entladen abgekippt wird und nur einen Schuss fasst.
- FlinteEine Flinte ist eine Jagdwaffe mit glattem, zuglosem Lauf. Sie verschießt vor allem Schrot für Niederwild und Flugwild, daneben Flintenlaufgeschosse als Einzelgeschosse.
- Kombinierte WaffeEine kombinierte Waffe ist eine Jagdlangwaffe, die mindestens einen Büchsenlauf für Kugelpatronen und einen Flintenlauf für Schrot in sich vereint, etwa Drilling oder Bockbüchsflinte.
- ZielfernrohrEin Zielfernrohr (ZF) ist eine auf der Büchse montierte Optik, die Vergrößerung und Zieleinrichtung in einem Gerät vereint und präzise Schüsse auf mittlere bis weite Entfernungen ermöglicht.
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