Waffenkunde

Schloss

auch: Waffenschloss

Das Schloss ist der Zündmechanismus einer Schusswaffe, der über Schlagfeder und Schlagbolzen die Patrone zündet; beim Aufbrechen heißt zudem die Verbindung der Beckenknochen Schloss.

Was bedeutet „Schloss“ an der Waffe?

Das Schloss sorgt dafür, dass die Patrone gezündet wird. Feder, Hahn oder Schlagbolzen halten Energie bereit, die beim Abziehen freigegeben wird; dann trifft der Schlagbolzen das Zündhütchen. Davon zu unterscheiden ist der Verschluss, der das Patronenlager gegen den Gasdruck abdichtet. An Kipplaufwaffen handelt es sich um zwei getrennte Baugruppen, während Repetierer Schloss und Verschluss zu einer Einheit verbinden. Auch die Sicherung ist nicht Teil der Zündfunktion: Sie blockiert je nach Bauart Abzug, Stange, Schlagbolzen oder Verschluss.

Schlossbauarten und Spannen

Beim Kastenschloss, auch Blitzschloss genannt, sitzt die Mechanik in der Basküle; es ist Standard bei modernen Kipplaufwaffen und günstiger als das Seitenschloss. Beim Seitenschloss ist die Mechanik auf einer seitlich am Schaft montierten Platte untergebracht; es gilt als hochwertig, ist typisch für englische Flinten und lässt sich zum Reinigen herausnehmen. Das Zylinderschloss gehört zum Zylinderverschluss der Repetierer. Ohne Handspanner spannen sich die Schlosse einer Kipplaufwaffe beim Öffnen, bei der Repetierbüchse beim Öffnen und Schließen der Kammer. Manche Waffen zeigen den gespannten Zustand durch herausstehende Signalstifte an. Entspannt werden die Schlosse schonend mit Pufferpatronen; bei einer Doppelflinte mit automatischer Sicherung ist das nur so möglich.

Das Schloss beim Aufbrechen

In der Wildbrethygiene hat das Wort eine zweite Bedeutung: Schloss nennt der Jäger die Beckensymphyse, also die Verbindung der beiden Beckenhälften. Im fünften der sieben Schritte des Aufbrechens wird es durchtrennt – mit Messer, Säge oder durch kräftiges Spreizen der Hinterläufe –, um den Beckenraum zu öffnen und den Weiddarm herauslösen zu können. Dabei darf die Blase nicht verletzt werden. Die Härte der Schlossnaht verrät beim Reh, ob ein junges oder altes Stück vorliegt.

„Schloss“ in der Jägerprüfung

Die Prüfung nutzt beide Bedeutungen. In der Waffenkunde geht es um die Funktion, den Zeitpunkt des Spannens bei Kipplauf- und Repetierwaffen, Signalstifte und Pufferpatronen. Beim Aufbrechen wird nach dem Zweck des Durchtrennens, der Gefahr für die Blase und der Altersschätzung an der Schlossnaht gefragt. Klassischer Fehler: Schloss und Verschluss zu verwechseln.

Häufige Fragen zu „Schloss“

Was ist der Unterschied zwischen Schloss und Verschluss?

Das Schloss löst die Zündung aus, indem es den Schlagbolzen auf das Zündhütchen treibt. Der Verschluss schließt das Patronenlager ab und hält dem Gasdruck stand. Bei Repetierern sind beide zu einer Einheit verbunden.

Wann spannt sich das Schloss einer Kipplaufwaffe?

Hat die Waffe keinen Handspanner, spannen sich die Schlosse beim Öffnen. Bei Repetierbüchsen mit Zylinderverschluss geschieht das beim Öffnen und Schließen der Kammer.

Warum wird beim Aufbrechen das Schloss geöffnet?

Durch das Trennen der Beckensymphyse wird der Beckenraum zugänglich, sodass sich der Weiddarm herauslösen lässt. Die Blase darf dabei nicht verletzt werden.

„Schloss“ kommt in 51 Prüfungsfragen vor

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Redaktion Jagdprüfung.de · Stand: 27.09.2026. Dieser Eintrag wurde mit KI-Unterstützung auf Grundlage unserer eigenen Wissensartikel verfasst und automatisiert gegen diese Quellen geprüft. Er ersetzt nicht die für dein Bundesland geltenden Vorschriften. KI-Transparenz · Redaktion

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