Waffenkunde
Züge
Züge sind die spiralförmig in die Innenwand eines gezogenen Laufes eingeschnittenen Rillen; zusammen mit den stehengebliebenen Feldern versetzen sie das Geschoss in Drehung.
Was sind Züge?
Im Inneren eines gezogenen Laufes wechseln sich zwei Elemente ab: Die Züge sind die eingeschnittenen Vertiefungen, die Felder die dazwischen stehengebliebenen Erhöhungen. Beide verlaufen gewindeartig um die Laufachse; meist sind es vier bis sechs solcher Vertiefungen. Die Strecke, die ein Geschoss braucht, um sich einmal vollständig zu drehen, heißt Drallänge. Eine Merkhilfe stammt vom Acker: Die Felder stehen hoch, die Züge liegen tief. Züge und Felder sind das Kennzeichen von Büchsenläufen; auch Revolverläufe besitzen sie. Flintenläufe sind dagegen glatt und für Schrot und Flintenlaufgeschosse gedacht.
Wie Züge den Drall erzeugen
Nach der Zündung wird das Geschoss aus dem Patronenlager über den Übergangskegel in die Laufseele getrieben. Am Übergangskegel greift es in die Züge ein. Die Felder pressen das Geschoss in die Züge, sodass es der Windung folgen muss und um seine Längsachse rotiert. Beim Verlassen der Mündung dreht es sich 200.000- bis 300.000-mal pro Minute. Diese Kreiselwirkung stabilisiert die Flugbahn bis zum Auftreffen und verhindert, dass sich das Geschoss nach dem Verlassen des Laufes überschlägt. Ein einzelnes Geschoss aus einem glatten Lauf hätte diese Stabilisierung nicht.
„Züge“ in der Jägerprüfung
Die Prüfung verlangt, Züge und Felder dem gezogenen Lauf zuzuordnen und ihre Aufgabe zu nennen: Rotation zur Stabilisierung der Flugbahn und Schutz vor dem Überschlagen. Auch bei Fragen zu Kurzwaffen kann auftauchen, dass ein Revolverlauf gezogen ist. Häufiger Fehler ist, Züge und Felder zu vertauschen oder sie beim Flintenlauf zu vermuten.
Häufige Fragen zu „Züge“
Worin unterscheiden sich Züge und Felder im Lauf?
Züge sind die eingeschnittenen Vertiefungen im Lauf, Felder die erhöhten Stege dazwischen. Das Geschoss wird von den Feldern in die Züge gepresst und so geführt.
Warum hat eine Flinte keine Züge?
Der Flintenlauf ist glatt, weil er vor allem Schrot verschießt, das sich gleichmäßig verteilen soll. Züge und Felder sind typisch für Büchsenläufe.
Was bewirkt der Drall?
Er lässt das Geschoss um seine Längsachse rotieren und stabilisiert so seine Flugbahn. Ohne Drall würde es sich nach dem Verlassen des Laufes überschlagen.
„Züge“ kommt in 23 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Waffenkunde und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- FelderFelder sind in der Waffenkunde die stehengebliebenen Erhöhungen zwischen den Zügen eines gezogenen Laufs; sie pressen das Geschoss in die Züge und geben ihm so den Drall.
- DrallDrall ist die Drehung, die ein Geschoss im gezogenen Büchsenlauf durch Züge und Felder erhält; sie stabilisiert das Geschoss im Flug wie einen Kreisel und verhindert, dass es sich überschlägt.
- LaufDer Lauf ist das Rohr einer Schusswaffe, in dem die Treibladung zündet und das Geschoss oder die Schrotladung beschleunigt und nach vorn geführt wird.
- BüchsenlaufEin Büchsenlauf ist ein gezogener Lauf: Züge und Felder in seinem Inneren versetzen das Geschoss in Drehung und halten es so im Flug stabil.
- FlintenlaufEin Flintenlauf ist ein Lauf mit glatter Laufseele ohne Züge und Felder. Aus ihm werden Schrotladungen und Flintenlaufgeschosse verschossen.
- LaufseeleDie Laufseele, auch Laufbohrung oder Bohrung genannt, ist der innere Kanal des Laufs zwischen Übergangskegel und Mündung, durch den das Geschoss fliegt.
- ÜbergangskegelDer Übergangskegel ist der kegelförmig enger werdende Abschnitt im Lauf zwischen Patronenlager und Laufseele. Dort greift das Geschoss erstmals in die Züge ein.
Weitere Begriffe aus Waffenkunde
ZündhütchenZielfernrohrZylinderverschlussZielballistikAbsehenZerlegungsgeschossAbzugWechselmagazinAlle Begriffe aus Waffenkunde