Waffenkunde
Drehkammerverschluss
auch: Kammerverschluss, Zylinderverschluss, Mauser 98 System
Der Drehkammerverschluss ist ein Verschluss für Waffen mit starrem Lauf, vor allem Repetierbüchsen: Die Kammer wird durch Drehen des Kammerstängels ver- und entriegelt und zum Laden längs bewegt.
Was ist ein „Drehkammerverschluss“?
Jede Schusswaffe braucht einen Verschluss, der das Patronenlager nach hinten gasdicht abschließt und den Gasdruck von bis zu 4.000 bar aufnimmt. Waffen mit Kipplauf wie Flinten, Drillinge oder Bockbüchsflinten werden zum Laden abgekippt; bei ihnen sind Verschluss und Schloss getrennte Baugruppen. Waffen mit starrem Lauf dagegen nutzen häufig den Drehkammerverschluss. Er gilt als klassische Bauform und wird oft nach dem Mauser-98-System benannt. Die Begriffe Kammerverschluss und Zylinderverschluss werden dafür gleichbedeutend verwendet.
Bedienung Schritt für Schritt
Zum Repetieren dreht der Schütze zunächst den Kammerstängel. Dadurch kommen die Verriegelungswarzen frei. Anschließend zieht er die Kammer nach hinten, wobei die abgeschossene Hülse ausgezogen und ausgeworfen wird. Beim Vorschieben wird eine neue Patrone zugeführt. Zum Schluss wird der Stängel zurückgedreht, die Warzen greifen wieder, und der Verschluss ist verriegelt. Die Bewegung setzt sich also aus Drehen und Längsschieben zusammen.
Stärken und Sicherheitsbedeutung
Der Drehkammerverschluss gilt als sehr robust und bewährt. Er zählt zu den am häufigsten gebauten Verschlüssen für Jagdwaffen mit starrem Lauf und kommt bei Repetierbüchsen ebenso wie bei Repetierflinten zum Einsatz. Unter den gängigen Verschlussarten hält der Kammerverschluss den höchsten Gasdruck aus. Da ein versagender Verschluss die Waffe zum Bersten bringen kann, gehört er zu den sicherheitskritischsten Teilen überhaupt.
„Drehkammerverschluss“ in der Jägerprüfung
Vier unterschiedliche Fragen im Bestand betreffen diesen Verschluss. Gefragt wird, wie der Verschluss von Repetierbüchsen heißt, für welche Waffen er verwendet wird und welcher Verschluss dem höchsten Gasdruck standhält. Wichtig ist, die gleichbedeutenden Namen Kammer- und Zylinderverschluss zu kennen und ihn klar vom Kipplaufverschluss abzugrenzen.
Häufige Fragen zu „Drehkammerverschluss“
Welche Waffen haben einen Drehkammerverschluss?
Vor allem Repetierbüchsen, aber auch Repetierflinten. Er ist typisch für Waffen mit starrem Lauf.
Ist Kammerverschluss dasselbe wie Zylinderverschluss?
Ja. Drehkammer-, Kammer- und Zylinderverschluss bezeichnen dieselbe Bauform, deren Kammer gedreht und längs bewegt wird.
Warum gilt der Kammerverschluss als besonders stabil?
Unter den gängigen Verschlussarten hält er den höchsten Gasdruck aus. Zudem gilt die Bauweise seit Langem als robust und bewährt.
„Drehkammerverschluss“ kommt in 4 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Waffenkunde und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- VerschlussDer Verschluss ist das Bauteil einer Schusswaffe, das das Patronenlager gasdicht nach hinten abschließt und beim Schuss den Gasdruck von bis zu 4.000 bar sicher aufnimmt.
- ZylinderverschlussDer Zylinderverschluss, auch Kammerverschluss genannt, ist der typische Verschluss der Repetierbüchse: ein zylindrischer Verschlusskörper, der das Patronenlager einer Waffe mit starrem Lauf nach hinten abschließt.
- KammerstängelDer Kammerstängel ist der seitlich abstehende Griff an der Kammer eines Drehkammerverschlusses, mit dem der Schütze den Verschluss entriegelt, öffnet, durchlädt und wieder verriegelt.
- VerriegelungswarzenVerriegelungswarzen sind vorstehende Nocken am Verschluss einer Repetierwaffe. Beim Schließen rasten sie in Aussparungen ein und halten den Verschluss beim Schuss gegen den Gasdruck fest.
- RepetierbüchseEine Repetierbüchse ist eine Büchse mit einem gezogenen Lauf und Magazin, bei der der Schütze nach jedem Schuss von Hand durch Bewegen der Kammer nachlädt. Sie ist eine sehr verbreitete Jagdwaffe.
- KipplaufverschlussDer Kipplaufverschluss ist die Verschlussart der Kipplaufwaffen: Der Lauf wird zum Laden nach unten abgekippt und beim Schließen durch Haken, Nasen oder Riegel fest mit der Waffe verbunden.
- GeradezugverschlussEin Geradezugverschluss ist ein Büchsenverschluss, der sich zum Laden nur in Längsrichtung vor- und zurückbewegen lässt. Weil das Drehen der Kammer entfällt, kann schneller repetiert werden.
- PatronenlagerDas Patronenlager ist der hinterste Abschnitt des Laufs, in dem die Patrone vor dem Schuss liegt. Es muss genau zum Kaliber der verwendeten Munition passen.
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