Waffenkunde

Stecher

auch: Stecherabzug, Deutscher Stecher, Rückstecher

Der Stecher ist eine Abzugseinrichtung an Büchsen und kombinierten Waffen, die nach dem Einstechen das Abzugsgewicht stark senkt; als Deutscher Stecher (Doppelzüngel) oder als Rückstecher (französischer Stecher).

Was ist ein Stecher an der Waffe?

Ein Stecherabzug ist zweigeteilt: Zuerst wird der Stecher gespannt, das nennt man Einstechen, danach genügt ein sehr geringer Druck, um den Schuss auszulösen. Zweck ist ein ruhiger, präziser Kugelschuss, etwa vom Ansitz. Das Einstechen erfolgt erst unmittelbar vor der Schussabgabe. Der Begriff hat in der Wildkunde eine völlig andere Bedeutung: Dort heißt der lange, gerade Schnabel der Waldschnepfe Stecher, mit dem sie im Boden nach Regenwürmern und Wirbellosen sondiert.

Deutscher Stecher und Rückstecher

Man unterscheidet zwei Bauarten. Der Deutsche Stecher, auch Doppelzüngelstecher genannt, hat pro Lauf zwei Züngel: Mit dem hinteren wird eingestochen, das vordere ist der eigentliche Abzug. Danach beträgt das Abzugsgewicht nur noch etwa 50 bis 200 g. Der Rückstecher, auch französischer Stecher, kommt mit einem einzigen Abzug pro Lauf aus. Er wird durch Vordrücken gestochen und bietet eine wichtige Sicherheitsfunktion: Der Stecher lässt sich wieder lösen, ohne dass ein Schuss bricht. Drillinge haben in der Regel einen Rückstecher. Ob ein Standarddrilling einen Stecher besitzt, erkennt man am Schräubchen hinter dem vorderen Abzug.

Sicherheitsregeln und der Stecher am Drilling

Wegen des niedrigen Abzugsgewichts steigt das Unfallrisiko. Eine eingestochene Waffe wird weder getragen noch übergeben, und mit ihr wird kein Stand gewechselt. Fällt der Schuss nicht, wird zurückgestochen oder die Waffe nach Herstellerangabe entspannt. Am Drilling wirkt der Stecher auch auf den rechten Schrotlauf. Deshalb gehört ein Einstecklauf, etwa für .22 Winchester Magnum, in den rechten Schrotlauf, damit auch mit ihm eingestochen geschossen werden kann. Moderne Direktabzüge verdrängen den Stecher zunehmend, weil sie ein kontrollierbares Abzugsgewicht mit geringerem Bedienrisiko bieten.

„Stecher“ in der Jägerprüfung

Die Fragen betreffen die beiden Stecherarten und ihre Namen, die Anzahl der Abzüge pro Lauf, den Zeitpunkt des Einstechens und den Zweck des Stechers. Beim Drilling wird gern nach dem rechten Schrotlauf, dem Einstecklauf und dem Erkennungsmerkmal Schräubchen gefragt. In der Wildkunde taucht der Stecher als Schnabel der Waldschnepfe auf, was leicht zu Verwirrung führt.

Häufige Fragen zu „Stecher“

Was ist der Unterschied zwischen Deutschem Stecher und Rückstecher?

Der Deutsche Stecher hat zwei Züngel pro Lauf, eines zum Einstechen und eines zum Abziehen. Der Rückstecher braucht nur einen Abzug, wird durch Vordrücken gestochen und lässt sich ohne Schuss wieder lösen.

Wie hoch ist das Abzugsgewicht eines eingestochenen Abzugs?

Beim Deutschen Stecher liegt es nach dem Einstechen bei etwa 50 bis 200 g. Deshalb darf man mit eingestochener Waffe weder gehen noch sie übergeben.

Warum steckt man einen Einstecklauf beim Drilling in den rechten Schrotlauf?

Weil der Stecher des Standarddrillings auch für den rechten Schrotlauf nutzbar ist. So kann man mit dem Einstecklauf ebenfalls gestochen schießen.

„Stecher“ kommt in 24 Prüfungsfragen vor

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Redaktion Jagdprüfung.de · Stand: 27.09.2026. Dieser Eintrag wurde mit KI-Unterstützung auf Grundlage unserer eigenen Wissensartikel verfasst und automatisiert gegen diese Quellen geprüft. Er ersetzt nicht die für dein Bundesland geltenden Vorschriften. KI-Transparenz · Redaktion

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