Waffenkunde
Schaft
auch: Gewehrschaft, Waffenschaft
Der Schaft ist der Teil der Langwaffe, den der Schütze hält und anschlägt; er besteht aus Kolben, Schafthals und Vorderschaft und nimmt den Rückstoß auf.
Was ist der Schaft?
Der Schaft stellt die Verbindung zwischen Jäger und Waffe her. Über ihn wird die Waffe getragen, in Anschlag gebracht und gezielt, und er fängt den Rückstoß ab. Als einziges Bauteil berührt der Schütze ihn unmittelbar, deshalb bestimmt er Anschlaggeschwindigkeit, Zielgenauigkeit, Rückstoßgefühl und Tragekomfort maßgeblich mit. Waffenrechtlich zählt der Schaft nicht zu den wesentlichen Teilen einer Schusswaffe; geringfügige Änderungen am Schaft gelten nicht als erlaubnispflichtige Bearbeitung der Waffe.
Bauteile und Schaftformen
Hinten liegt der Kolben, auch Hinterschaft genannt, an der Schulter an. Den Übergang zum Vorderschaft bildet der Schafthals oder Pistolengriff, an dem die Schusshand greift. Der Vorderschaft trägt die Führungshand und schützt sie vor dem heißen Lauf. An der Backe liegt die Wange, die Schaftkappe schließt den Kolben ab. Die Fischhaut, eine Rautenstruktur an Griff und Vorderschaft, verhindert Abrutschen. Unterschieden werden mehrere Formen: Der englische Schaft ist gerade und hat weder Backe noch Pistolengriff. Der Monte-Carlo-Schaft kombiniert ausgeprägten Pistolengriff und erhöhte Backe. Der bayerische Schaft hat einen geschwungenen Griff mit Schweinsrücken, der Lochschaft einen durchbrochenen Griff.
Schaftpassung: Länge, Senkung, Schränkung
Ein passender Schaft sorgt dafür, dass Auge, Visierlinie und Anschlag immer gleich zueinander stehen. Angepasst werden die Schaftlänge vom Abzug bis zur Schaftkappe, die Senkung als Tiefe der Schaftkappe unter der Visierlinie und die Schränkung als seitliche Abweichung von der Laufachse für Rechts- oder Linksschützen. Passt eines dieser Maße nicht, kommt der Anschlag verzögert, die Schussabgabe wird unsauber und der Rückstoß fühlt sich stärker an; zudem drohen Hoch-, Tief- oder Seitenschüsse. Besonders wichtig ist das bei der Flinte, weil dort schnell geschossen und nicht bewusst gezielt wird.
„Schaft“ in der Jägerprüfung
Die Prüfung verlangt die Benennung der Schaftteile und die Erklärung von Senkung und Schränkung. Häufig kommt die Frage, bei welcher Waffe die Schaftlänge am wichtigsten ist – die Antwort ist die Flinte. Waffenrechtlich wird geprüft, dass der Schaft kein wesentlicher Teil ist. Fehlerquelle: Die Schränkung ist keine Höhen-, sondern eine seitliche Abweichung.
Häufige Fragen zu „Schaft“
Ist der Schaft ein wesentlicher Teil der Waffe?
Nein, waffenrechtlich gilt der Schaft nicht als wesentlicher Teil einer Schusswaffe. Geringfügige Änderungen am Schaft gelten ebenso wie solche an der Zieleinrichtung nicht als Bearbeitung der Waffe und sind deshalb ohne Erlaubnis möglich.
Wie passt man einen Schaft an den Schützen an?
Man verändert die Schaftlänge, die Senkung und die Schränkung. Stimmen diese Maße, liegt das Auge beim Anschlag stets gleich zur Visierlinie und die Treffpunktlage wird reproduzierbar.
„Schaft“ kommt in 28 Prüfungsfragen vor
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Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- KolbenDer Kolben, auch Hinterschaft genannt, ist der hintere Teil des Schafts einer Langwaffe, der beim Anschlag an der Schulter liegt und den Rückstoß aufnimmt.
- VorderschaftDer Vorderschaft ist der vordere Teil des Gewehrschafts unter dem Lauf. Er dient der führenden Hand als Auflage und schützt sie vor dem heißen Lauf.
- SchaftbackeDie Schaftbacke, kurz Backe, ist die Fläche am Kolben einer Langwaffe, an die der Schütze beim Anschlag seine Wange legt; sie legt die Kopfhaltung beim Zielen fest.
- SchaftkappeDie Schaftkappe ist der hintere Abschluss des Kolbens, der beim Anschlag an der Schulter liegt; oft besteht sie aus Gummi, um den Rückstoß zu dämpfen.
- SenkungDie Senkung ist ein Schaftmaß: Sie gibt an, wie tief der hintere Schaft mit der Schaftkappe unter der nach hinten gedachten Verlängerung der Laufschiene bzw. Visierlinie liegt.
- SchränkungDie Schränkung ist die seitliche Abweichung oder Ausbiegung des Gewehrschafts von der Längsachse der Waffe; sie passt den Schaft an Rechts- oder Linksschützen an.
- FischhautDie Fischhaut ist eine rutschfeste Oberfläche mit rautenförmigem Muster, die am Schafthals und am Vorderschaft eines Gewehrs angebracht ist. Sie sorgt dafür, dass beide Hände sicheren Halt finden.
- FlinteEine Flinte ist eine Jagdwaffe mit glattem, zuglosem Lauf. Sie verschießt vor allem Schrot für Niederwild und Flugwild, daneben Flintenlaufgeschosse als Einzelgeschosse.
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