Waffenkunde
Hochschuss
auch: Treffpunktlage hoch
Ein Hochschuss liegt vor, wenn der Treffpunkt oberhalb des Haltepunkts liegt – entweder bewusst beim Einschießen eingestellt oder unbeabsichtigt durch Fehler beim Schießen und äußere Einflüsse.
Was bedeutet „Hochschuss“?
Der Begriff beschreibt eine Treffpunktlage: Das Geschoss schlägt höher ein als der Punkt, auf den gezielt wurde. Das Gegenstück ist der Tiefschuss. Ein Hochschuss ist nicht zwangsläufig ein Fehler. Beim Einschießen einer Büchse wird er oft ganz bewusst eingestellt, damit die Waffe über einen größeren Entfernungsbereich ohne Korrektur des Haltepunkts „Fleck“ schießt, also dort trifft, wohin gezielt wird. Unerwünscht ist er dagegen, wenn falsches Auflegen, Waffeneigenschaften oder besondere Schussbedingungen die Treffpunktlage verschieben.
Gewollter Hochschuss beim Einschießen
Die Schwerkraft krümmt die Flugbahn. Weil die Laufachse leicht schräg nach oben gegen die Visierlinie steht, kreuzt die Geschossbahn diese Linie zweimal: Nahe der Mündung liegt das Geschoss noch darunter, steigt dann über die Visierlinie, erreicht den Scheitel und sinkt schließlich wieder ab. Büchsen werden deshalb häufig auf 100 Meter mit einem Hochschuss von wenigen Zentimetern, typisch 3 bis 4, eingeschossen. So lässt sich auch auf 150 Meter und weiter noch Fleck halten; diese Einschießweise führt zur günstigsten Einschießentfernung. Auf sehr kurze Distanz, etwa beim Fangschuss auf rund 5 Meter, liegt der Treffpunkt dagegen unter dem Haltepunkt – bei einer Waffe mit 4 Zentimetern Hochschuss auf 100 Meter um etwa 4 Zentimeter. Konkrete Werte liefert immer die Schusstafel der verwendeten Laborierung.
Ursachen für einen ungewollten Hochschuss
Wer die Büchse nahe der Laufmündung hart auflegt, schießt in der Regel zu hoch. Bei Schüssen steil bergauf im Gebirge verschiebt sich die Treffpunktlage ebenfalls nach oben, und auch die dünnere Luft in Lagen über 2.000 Metern bewirkt beim waagerechten Kugelschuss einen Hochschuss. Bei einem Drilling mit verlöteten Läufen und unten liegendem Kugellauf können mehrere rasch aufeinanderfolgende Kugelschüsse den Treffpunkt nach oben wandern lassen. Mit der Flinte entsteht ein Hochschuss, wenn der Schütze zu viel von der Laufschiene sieht.
„Hochschuss“ in der Jägerprüfung
In der Waffenkunde wird vor allem nach den Ursachen gefragt: Auflegen an der Mündung, Bergaufschuss, Hochgebirge, Drilling nach schneller Schussfolge, zu viel Schiene beim Flintenschuss. Ein zweiter Schwerpunkt ist der Zweck des leichten Hochschusses auf 100 Meter und die Frage, wie dieselbe Waffe auf wenige Meter trifft. Viele Prüflinge übertragen den Hochschuss gedanklich auf alle Entfernungen und übersehen, dass die Waffe auf kurze Distanz tief schießt.
Häufige Fragen zu „Hochschuss“
Warum werden Büchsen mit Hochschuss eingeschossen?
Ein leichter Hochschuss von etwa 3 bis 4 Zentimetern auf 100 Meter sorgt dafür, dass man auch auf 150 Meter und darüber ohne Haltepunktkorrektur Fleck halten kann.
Wie trifft eine mit Hochschuss eingeschossene Büchse auf kurze Entfernung?
Sie schießt tief, weil die Geschossbahn dort noch unter der Visierlinie verläuft. Bei 4 Zentimetern Hochschuss auf 100 Meter liegt der Treffer auf etwa 5 Meter rund 4 Zentimeter unter dem Haltepunkt.
Was führt beim Schießen zu einem ungewollten Hochschuss?
Typische Ursachen sind hartes Auflegen nahe der Mündung, steile Schüsse bergauf, dünne Luft im Hochgebirge und bei der Flinte zu viel sichtbare Schiene.
„Hochschuss“ kommt in 15 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Waffenkunde und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- TiefschussEin Tiefschuss ist ein Treffer, der unterhalb des Haltepunkts sitzt, weil die Geschossbahn an dieser Stelle unter der Visierlinie verläuft.
- Günstigste EinschießentfernungDie günstigste Einschießentfernung (GEE) ist die Entfernung, bis zu der mit einer bestimmten Büchsenpatrone ohne Änderung des Haltepunkts „Fleck“ geschossen werden kann. Sie liegt dort, wo das fallende Geschoss die Visierlinie zum zweiten Mal kreuzt.
- AußenballistikDie Außenballistik ist der Teil der Ballistik, der das Verhalten des Geschosses beschreibt, nachdem es den Lauf verlassen hat, bis es auf das Ziel trifft – vor allem seine Flugbahn.
- ZielfernrohrEin Zielfernrohr (ZF) ist eine auf der Büchse montierte Optik, die Vergrößerung und Zieleinrichtung in einem Gerät vereint und präzise Schüsse auf mittlere bis weite Entfernungen ermöglicht.
- DrillingEin Drilling ist eine kombinierte Kipplaufwaffe mit drei Läufen – meist zwei glatten Schrotläufen nebeneinander und einem gezogenen Kugellauf mittig darunter – und bietet damit drei Schuss für Schrot und Kugel.
- FangschussEin Fangschuss ist ein Schuss, mit dem krankgeschossenes Wild schnell getötet wird, um sein Leiden zu beenden; zusammen mit dem Fangstich gehört er zum Abfangen.
- FlinteEine Flinte ist eine Jagdwaffe mit glattem, zuglosem Lauf. Sie verschießt vor allem Schrot für Niederwild und Flugwild, daneben Flintenlaufgeschosse als Einzelgeschosse.
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InnenballistikHandspannungKaliberKammerstängelGewehrriemenKimmeGeradezugverschlussKipplaufbüchseAlle Begriffe aus Waffenkunde