Waffenkunde
Günstigste Einschießentfernung
auch: GEE, Günstigste Einschussentfernung
Die günstigste Einschießentfernung (GEE) ist die Entfernung, bis zu der mit einer bestimmten Büchsenpatrone ohne Änderung des Haltepunkts „Fleck“ geschossen werden kann. Sie liegt dort, wo das fallende Geschoss die Visierlinie zum zweiten Mal kreuzt.
Was bedeutet „günstigste Einschießentfernung“?
Die GEE ist eine Angabe zur Flugbahn eines Büchsengeschosses und steht auf Schusstafeln und Munitionspackungen neben Werten wie Geschossgewicht, Geschossart, Energie und Gasdruck. Sie beschreibt die Entfernung, bis zu der der Schütze ohne Korrektur des Haltepunkts innerhalb einer jagdlich brauchbaren Trefferzone bleibt. Dazu wird die Waffe so eingeschossen, dass das Geschoss die Visierlinie zweimal schneidet. Die GEE ist weder automatisch 100 m noch eine Energieangabe; mit dem Rückstoß der Waffe hat sie nichts zu tun. Ihre konkrete Größe hängt von Kaliber, Laborierung und der gewählten höchsten Erhebung über der Visierlinie ab.
Wie die Flugbahn beim Einschießen auf die GEE verläuft
Beim Einschießen auf die Einschießentfernung, häufig 100 m, erhält die Waffe bewusst einen kleinen Hochschuss von wenigen Zentimetern. Die Geschossbahn steigt dann über die Visierlinie, schneidet sie in geringer Entfernung ein erstes Mal, erreicht ihren Scheitelpunkt und sinkt wieder ab. Wo das fallende Geschoss die Visierlinie ein zweites Mal kreuzt, liegt die GEE. In Prüfungsfragen wird für den höchsten Punkt der Bahn über der Visierlinie häufig ein Wert von 4 cm genannt. Zwischen erstem und zweitem Schnittpunkt kann Fleck gehalten werden.
Abgrenzung zu E0, E100 und Nullpunkt
Auf der Schusstafel stehen mehrere Angaben, die leicht verwechselt werden. Mit E0 bezeichnet man die Energie des Geschosses unmittelbar an der Mündung. E100 gibt die Energie in 100 m Entfernung an; an diesem Wert misst § 19 Abs. 1 Nr. 2 BJagdG die Mindestanforderungen an Büchsenpatronen für Schalenwild. Der Nullpunkt ist die Entfernung, bei der Treffpunkt und Haltepunkt zusammenfallen. Die GEE ist dagegen eine Flugbahn- und Einschießangabe. Weil die Energie vom Quadrat der Geschwindigkeit abhängt, fällt sie mit sinkendem Tempo überproportional ab; eine weit draußen liegende GEE verrät deshalb nichts über die Energie am Ziel.
„Günstigste Einschießentfernung“ in der Jägerprüfung
Gefragt wird nach der Bedeutung der Abkürzung auf der Schusstafel, nach der Stelle der Flugbahn, an der die GEE liegt, und nach dem Zweck des Einschießens: eine gestreckte Flugbahn, bei der auf wechselnde Entfernungen der Haltepunkt nicht verändert werden muss. Auch die Aussage, dass die Flugbahn die Visierlinie zweimal schneidet, gehört zum Standard. Häufige Fehler: die GEE mit 100 m gleichsetzen, mit E100 verwechseln oder ihr einen Einfluss auf den Rückstoß zuschreiben.
Häufige Fragen zu „Günstigste Einschießentfernung“
Wo liegt die GEE auf der Flugbahn?
Dort, wo das bereits fallende Geschoss die Visierlinie zum zweiten Mal kreuzt. Der erste Schnittpunkt liegt auf kurzer Entfernung, dazwischen verläuft die Bahn leicht oberhalb der Visierlinie.
Warum schießt man eine Büchse auf die GEE ein?
Um eine gestreckte Flugbahn zu nutzen. Innerhalb dieser Entfernung muss der Jäger den Haltepunkt nicht an die Schussdistanz anpassen.
Ist die GEE immer 100 m?
Nein. Eingeschossen wird zwar oft auf 100 m mit leichtem Hochschuss, die GEE selbst liegt aber je nach Kaliber, Geschoss und Laborierung weiter draußen.
„Günstigste Einschießentfernung“ kommt in 19 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Waffenkunde und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- HochschussEin Hochschuss liegt vor, wenn der Treffpunkt oberhalb des Haltepunkts liegt – entweder bewusst beim Einschießen eingestellt oder unbeabsichtigt durch Fehler beim Schießen und äußere Einflüsse.
- TiefschussEin Tiefschuss ist ein Treffer, der unterhalb des Haltepunkts sitzt, weil die Geschossbahn an dieser Stelle unter der Visierlinie verläuft.
- AußenballistikDie Außenballistik ist der Teil der Ballistik, der das Verhalten des Geschosses beschreibt, nachdem es den Lauf verlassen hat, bis es auf das Ziel trifft – vor allem seine Flugbahn.
- BallistikBallistik ist die Lehre vom Schuss: Sie beschreibt, wie sich ein Geschoss bewegt – vom Zünden der Treibladung über den Flug bis zur Wirkung im Ziel.
- ZielfernrohrEin Zielfernrohr (ZF) ist eine auf der Büchse montierte Optik, die Vergrößerung und Zieleinrichtung in einem Gerät vereint und präzise Schüsse auf mittlere bis weite Entfernungen ermöglicht.
- BüchsenpatroneEine Büchsenpatrone ist die Munition für gezogene Läufe; sie besteht aus Hülse, Zündhütchen, Treibladung und Geschoss und muss für Schalenwild die Mindestwerte des § 19 BJagdG erfüllen.
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