Waffenkunde
Flügelsicherung
auch: Sicherungsflügel
Die Flügelsicherung ist ein drehbarer Sicherungsflügel am Verschluss einer Repetierbüchse. Beim klassischen System Mauser 98 hat sie drei Stellungen und blockiert den Schlagbolzen.
Was ist eine „Flügelsicherung“?
Die Flügelsicherung gehört zu den mechanischen Sicherungen von Jagdwaffen. Ihr Bedienteil ist ein kleiner Flügel, der sich meist hinten am Verschluss befindet und gedreht wird. Das bekannteste Beispiel ist das Repetiersystem Mauser 98 mit seiner dreistufigen Sicherung. Technisch zählt sie zu den Schlagbolzensicherungen: Der Flügel greift an der Schlagbolzenmutter an und hält so den Schlagbolzen fest. Damit wirkt sie unmittelbar auf das Teil, das die Patrone zündet, und nicht nur auf den Abzug.
Die drei Stellungen beim Mauser 98
Der Sicherungsflügel des Systems 98 kennt eine Feuerstellung, eine gesicherte Stellung und dazwischen eine Ladestellung. In der Feuerstellung ist die Waffe schussbereit. In der gesicherten Stellung ist der Schlagbolzen blockiert. Die Ladestellung, bei der der Flügel senkrecht nach oben zeigt, ist die prüfungsrelevante Besonderheit: Die Waffe ist gesichert, der Kammerstängel aber nicht blockiert. Der Verschluss kann also geöffnet werden, um die Waffe gefahrlos zu laden oder zu entladen. Wie die Stellungen im Einzelnen aussehen, hängt vom jeweiligen Modell ab.
Abgrenzung zu anderen Sicherungsarten
Neben der Flügelsicherung gibt es die Schiebesicherung, bei der ein Schieber mit dem Daumen bewegt wird; sie ist typisch für Bockflinten und andere Kipplaufwaffen. Selbstladewaffen und Vorderschaftrepetierflinten haben häufig eine Druckknopf- oder Querriegelsicherung in der Nähe des Abzugsbügels. Einen anderen Ansatz verfolgen Handspannsysteme wie das der Blaser R8: Die Schlagfeder bleibt entspannt, bis der Schütze sie unmittelbar vor dem Schuss bewusst spannt. Nicht jede Waffe hat jede dieser Sicherungen.
„Flügelsicherung“ in der Jägerprüfung
Im Fach Waffenkunde wird fast immer das System Mauser 98 als Beispiel verwendet. Gefragt wird, welches Bauteil die Flügelsicherung sichert, zu welchem Sicherungstyp sie gehört und was die senkrechte Stellung des Flügels bedeutet. Außerdem sollen Sicherungsarten passenden Waffentypen zugeordnet werden. Ein häufiger Fehler ist, die senkrechte Stellung für entsichert zu halten oder anzunehmen, die Flügelsicherung wirke auf den Abzug.
Häufige Fragen zu „Flügelsicherung“
Auf welches Bauteil wirkt die Flügelsicherung des Systems 98?
Sie hält über die Schlagbolzenmutter den Schlagbolzen fest. Deshalb zählt sie zu den Schlagbolzensicherungen.
Ist die Waffe gesichert, wenn der Flügel senkrecht steht?
Ja. In dieser Ladestellung bleibt die Waffe gesichert, der Verschluss lässt sich aber zum Laden und Entladen öffnen.
„Flügelsicherung“ kommt in 14 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Waffenkunde und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- SicherungDie Sicherung ist eine mechanische oder konstruktive Einrichtung an einer Schusswaffe, die eine ungewollte Schussabgabe verhindern soll; sie senkt das Risiko, macht die Waffe aber nie ungefährlich.
- SchlagbolzensicherungEine Schlagbolzensicherung blockiert den Schlagbolzen mechanisch, sodass er nicht ungewollt auf das Zündhütchen schlagen kann; sie gilt als die zuverlässigste Sicherungsart.
- SchiebesicherungDie Schiebesicherung ist eine Sicherung, bei der ein Schieber mit dem Daumen zwischen „gesichert“ und „entsichert“ verschoben wird; typisch ist sie bei Flinten und Kipplaufwaffen.
- HandspannungHandspannung ist ein Schlosssystem, bei dem der Schütze die Schlagfeder erst unmittelbar vor dem Schuss bewusst von Hand spannt und danach wieder entspannt; bis dahin bleibt die Feder ohne Spannung.
- RepetierbüchseEine Repetierbüchse ist eine Büchse mit einem gezogenen Lauf und Magazin, bei der der Schütze nach jedem Schuss von Hand durch Bewegen der Kammer nachlädt. Sie ist eine sehr verbreitete Jagdwaffe.
- KammerstängelDer Kammerstängel ist der seitlich abstehende Griff an der Kammer eines Drehkammerverschlusses, mit dem der Schütze den Verschluss entriegelt, öffnet, durchlädt und wieder verriegelt.
- SchlagbolzenDer Schlagbolzen, auch Zündstift genannt, ist das Teil des Schlosses, das beim Abziehen auf das Zündhütchen der Patrone schlägt und so den Schuss auslöst.
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