Waffenkunde
Beschusszeichen
auch: Beschussstempel
Ein Beschusszeichen ist der Stempel eines staatlichen Beschussamts auf den wesentlichen Teilen einer Schusswaffe; es belegt, dass die Waffe die amtliche Beschussprüfung schadlos überstanden hat.
Was ist ein „Beschusszeichen“?
Jede Schusswaffe, die in Deutschland gehandelt wird, muss vorher beschossen und entsprechend gekennzeichnet werden. Beim amtlichen Beschuss verschießt das Beschussamt eine Prüfmunition, die die Waffe stärker belastet als eine übliche Gebrauchsladung. Übersteht die Waffe diesen Test ohne Schaden, wird sie gestempelt. Das Zeichen bestätigt, dass Haltbarkeit, Funktionssicherheit, Maßhaltigkeit und korrekte Kennzeichnung geprüft wurden. Die rechtliche Grundlage bilden das Beschussgesetz und die Beschussverordnung, deren Anlage II die amtlichen Zeichen abbildet. Auch ein Einstecklauf muss ein Beschusszeichen tragen.
Beschussarten und was auf der Waffe steht
Man unterscheidet Normalbeschuss, verstärkten Beschuss und Stahlschrotbeschuss. Die geprüften, am höchsten beanspruchten Teile erhalten das amtliche Zeichen, ein Ortszeichen des Beschussamts, etwa für Köln, und ein Jahreszeichen. Hinzu kommen weitere Angaben wie die Munitions- oder Kaliberbezeichnung und der Name oder die Marke des Herstellers. Das Lilien-Symbol kennzeichnet den Stahlschrotbeschuss für bestimmte Hochleistungslaborierungen. Es entbindet aber nicht davon, Kaliber, Länge des Patronenlagers, Choke und die Freigabe des Herstellers zu prüfen. Bei Kipplaufwaffen sitzen die Stempel unterhalb des Patronenlagers seitlich der Laufhaken, bei Repetierbüchsen auf dem Patronenlager oder dem Laufansatz.
Beschusszeichen und Munitionswahl
Die Stempel entscheiden mit darüber, welche Munition verschossen werden darf. Eine alte Doppelflinte ohne den Stempel „N“ ist nicht für die heute gebräuchlichen Schrotpatronen geeignet. Aus Waffen mit den Zeichen „SP“ oder „PN“ dürfen keine Nitrocellulose-Treibladungen verschossen werden. Bei Stahlschrot müssen Waffe, Beschuss und Choke-Bohrung zusammenpassen; gerade Hochleistungsstahlschrot verlangt eine passende Beschussfreigabe.
„Beschusszeichen“ in der Jägerprüfung
Mit rund vierzig Fragen im Bestand ist das Thema gut vertreten. Verlangt werden die Bedeutung des Zeichens, seine Lage an Kipplauf- und Repetierwaffen, die Pflichtkennzeichnung einer Schusswaffe – nach § 24 WaffG Hersteller, Landeskürzel des Herstellungslands, Munitions- oder Kaliberbezeichnung und Seriennummer, dazu das Beschusszeichen nach dem Beschussrecht – sowie die Folgen einzelner Stempel für die Munition. In der praktischen Prüfung soll man die Kennzeichnung an der Prüfungswaffe benennen können. Ein typischer Fehler ist, das Lilien-Symbol als Freibrief für jede Stahlschrotpatrone zu verstehen.
Häufige Fragen zu „Beschusszeichen“
Wo findet man die Beschusszeichen an einer Waffe?
An Kipplaufwaffen stehen sie unter dem Patronenlager links und rechts von den Laufhaken. An einer Repetierbüchse sucht man sie auf dem Patronenlager oder am Laufansatz.
Was bedeutet das Lilien-Symbol?
Die Lilie weist auf einen Stahlschrotbeschuss für bestimmte Hochleistungs-Stahlschrotpatronen hin. Kaliber, Patronenlagerlänge, Choke und Herstellerfreigabe müssen trotzdem zur verwendeten Munition passen.
Wer vergibt Beschusszeichen?
Die Stempel setzt ein staatliches Beschussamt, nachdem die Waffe mit überhöht belastender Prüfmunition beschossen wurde. Grundlage sind das Beschussgesetz und die Beschussverordnung.
„Beschusszeichen“ kommt in 40 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Waffenkunde und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- PatronenlagerDas Patronenlager ist der hinterste Abschnitt des Laufs, in dem die Patrone vor dem Schuss liegt. Es muss genau zum Kaliber der verwendeten Munition passen.
- KaliberDas Kaliber gibt den Innendurchmesser des Laufs und damit den Durchmesser des Geschosses an; zugleich dient die Kaliberbezeichnung als eindeutige Kennung einer Patronensorte.
- ChokeDer Choke, deutsch Würgebohrung, ist eine Verengung des Flintenlaufs an der Mündung, mit der die Streuung und Deckung der Schrotgarbe gesteuert wird.
- FlinteEine Flinte ist eine Jagdwaffe mit glattem, zuglosem Lauf. Sie verschießt vor allem Schrot für Niederwild und Flugwild, daneben Flintenlaufgeschosse als Einzelgeschosse.
- KipplaufverschlussDer Kipplaufverschluss ist die Verschlussart der Kipplaufwaffen: Der Lauf wird zum Laden nach unten abgekippt und beim Schließen durch Haken, Nasen oder Riegel fest mit der Waffe verbunden.
- RepetierbüchseEine Repetierbüchse ist eine Büchse mit einem gezogenen Lauf und Magazin, bei der der Schütze nach jedem Schuss von Hand durch Bewegen der Kammer nachlädt. Sie ist eine sehr verbreitete Jagdwaffe.
- SchrotpatroneEine Schrotpatrone ist die Munition der Flinte: In einer meist aus Kunststoff gefertigten Hülse liegen Pulver, Pfropfen und viele kleine Metallkugeln, die Schrote.
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