Waffenkunde
Drilling
auch: Jagd Drilling
Ein Drilling ist eine kombinierte Kipplaufwaffe mit drei Läufen – meist zwei glatten Schrotläufen nebeneinander und einem gezogenen Kugellauf mittig darunter – und bietet damit drei Schuss für Schrot und Kugel.
Was ist ein „Drilling“?
Der Name leitet sich von der Zahl drei ab: Der Drilling ist die klassische Dreiläufer-Waffe unter den Jagdwaffen. Als kombinierte Waffe vereint er glatte Läufe für Schrot mit einem gezogenen Lauf für die Kugel. Dadurch kann der Jäger auf Niederwild mit Schrot und auf Schalenwild mit der Büchse schießen, ohne die Waffe zu wechseln – deshalb gilt er als besonders vielseitig. Neben der üblichen Form gibt es Varianten wie den Doppelbüchsdrilling oder den Waldläuferdrilling, die gesondert zu benennen sind. Eine Stufe weiter geht der seltene Vierling mit vier Läufen.
Laufanordnung, Verschluss und Abzüge
Beim gängigen Drilling liegen zwei Flintenläufe nebeneinander, und darunter sitzt mittig der Büchsenlauf. Zum Laden wird die Waffe abgekippt; Verschluss und Schloss sind bei Kipplaufwaffen getrennte Baugruppen. Häufig kommt ein Greener-Verschluss mit Querriegel zum Einsatz, der sich bei Doppelflinten und Drillingen bewährt hat. Ausgelöst wird meist über zwei Züngel. Der vordere Abzug mit Stecherfunktion bedient in der Regel den rechten Schrotlauf – deshalb wird ein Einstecklauf meist dort eingesetzt. Eine besondere Bauform ist der Sicherheitsdrilling, der einen Spannschieber auf dem Kolbenhals trägt. Wie bei allen mehrläufigen Waffen kann es auch beim Drilling zum Doppeln kommen.
Waffenrechtliches zum Drilling
Inhaber eines Jahresjagdscheins legen beim Kauf eines Drillings den Jagdschein vor. Danach müssen sie binnen zwei Wochen die Ausstellung einer Waffenbesitzkarte oder die Eintragung in eine vorhandene beantragen. Für einen Einstecklauf im Kaliber .22 Winchester Magnum, der in einen eingetragenen Drilling passt, ist nach dem Prüfungsstoff keine gesonderte Erlaubnis nötig. Aufbewahrt werden Drilling, Revolver und Munition zusammen mindestens in einem Sicherheitsbehältnis mit Widerstandsgrad 0. Wer im eigenen Revier mit einem geliehenen Drilling jagt, führt Jagdschein, Ausweis und einen Überlassungsbeleg mit Namen und Datum mit.
„Drilling“ in der Jägerprüfung
Rund 75 unterschiedliche Fragen beziehen sich auf den Drilling. Ein Schwerpunkt liegt auf der Laufanordnung, ein anderer auf dem Waffenrecht: Erwerb, Meldefrist, Einstecklauf, Aufbewahrung und Leihe. Außerdem wird nach der sicheren Kontrolle gefragt, ob die Waffe geladen ist – zuerst sichern, dann öffnen. Häufiger Fehler ist, den Drilling mit der Bockbüchsflinte zu verwechseln, die nur zwei Läufe hat.
Häufige Fragen zu „Drilling“
Wie sind die Läufe beim Drilling angeordnet?
Üblich sind zwei nebeneinanderliegende Flintenläufe und darunter in der Mitte ein Büchsenlauf. Varianten wie der Doppelbüchsdrilling weichen davon ab.
Was ist ein Sicherheitsdrilling?
So bezeichnet man einen Drilling, der einen Spannschieber auf dem Kolbenhals besitzt.
Wie prüft man, ob ein Drilling geladen ist?
Am sichersten, indem man die Waffe zuerst sichert und anschließend öffnet.
„Drilling“ kommt in 75 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Waffenkunde und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- Kombinierte WaffeEine kombinierte Waffe ist eine Jagdlangwaffe, die mindestens einen Büchsenlauf für Kugelpatronen und einen Flintenlauf für Schrot in sich vereint, etwa Drilling oder Bockbüchsflinte.
- BockbüchsflinteEine Bockbüchsflinte (BBF) ist eine kombinierte Kipplaufwaffe mit zwei übereinanderliegenden Läufen: einem gezogenen Kugellauf und einem glatten Schrotlauf.
- FlinteEine Flinte ist eine Jagdwaffe mit glattem, zuglosem Lauf. Sie verschießt vor allem Schrot für Niederwild und Flugwild, daneben Flintenlaufgeschosse als Einzelgeschosse.
- BüchseEine Büchse ist eine für den Kugelschuss gebaute Langwaffe mit gezogenem Lauf: Züge und Felder versetzen das Geschoss in Drall und stabilisieren so seinen Flug.
- KipplaufverschlussDer Kipplaufverschluss ist die Verschlussart der Kipplaufwaffen: Der Lauf wird zum Laden nach unten abgekippt und beim Schließen durch Haken, Nasen oder Riegel fest mit der Waffe verbunden.
- DoppelabzugEin Doppelabzug besteht aus zwei getrennten Abzugszüngeln an einer mehrläufigen Waffe, wobei jedes Züngel einen bestimmten Lauf auslöst.
- StecherDer Stecher ist eine Abzugseinrichtung an Büchsen und kombinierten Waffen, die nach dem Einstechen das Abzugsgewicht stark senkt; als Deutscher Stecher (Doppelzüngel) oder als Rückstecher (französischer Stecher).
- WaffenbesitzkarteDie Waffenbesitzkarte (WBK) ist die waffenrechtliche Erlaubnis zum Erwerb und Besitz von Schusswaffen. Jede Waffe wird darin mit Art und Kaliber eingetragen und im Nationalen Waffenregister mit Hersteller, Modell und Seriennummer erfasst; zum Führen berechtigt die Karte nicht.
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EinabzugDrehkammerverschlussEinzelladerDrallFelderFernglasDirektabzugFischhautAlle Begriffe aus Waffenkunde