Waffenkunde
Felder
auch: Lauffelder
Felder sind in der Waffenkunde die stehengebliebenen Erhöhungen zwischen den Zügen eines gezogenen Laufs; sie pressen das Geschoss in die Züge und geben ihm so den Drall.
Was bedeutet „Felder“ im Lauf?
Die Innenwand eines Büchsenlaufs ist nicht glatt. In sie sind spiralförmige Rillen eingeschnitten, die Züge heißen. Was zwischen diesen Rillen an Material stehen bleibt, bildet die Felder – also die erhabenen Stege. Züge und Felder zusammen sind das Kennzeichen des gezogenen Laufs und kommen nur bei Büchsen vor. Beim glatten Flintenlauf fehlen sie; seine Laufseele ist glatt, weil er Schrot oder Flintenlaufgeschosse verschießt. Eine einfache Eselsbrücke: Wie auf einem Acker stehen die Felder hoch, die Züge sind die Furchen dazwischen.
Aufgabe der Felder und Kalibermessung
Beim Schuss wird das Geschoss durch den Lauf getrieben. Die Felder drücken sich dabei in seine Oberfläche und zwingen es in die Windung der Züge. So beginnt es sich um seine Längsachse zu drehen und verlässt die Mündung mit Drall. Diese Rotation stabilisiert die Flugbahn und verhindert, dass sich das Geschoss nach dem Verlassen des Laufes überschlägt. Üblich sind vier bis sechs Züge mit entsprechend vielen Feldern. Die Felder dienen außerdem als Bezugsgröße für das Kaliber: Beim gezogenen Lauf wird es von Feld zu Feld gemessen, also am kleinsten Innendurchmesser.
„Felder“ in der Jägerprüfung
Im Fragenbestand kommt das Wort häufig vor, meist allerdings im landwirtschaftlichen Sinn, etwa bei Wildschäden oder Lebensraumverbesserung. Im Fach Waffenkunde wird gefragt, bei welchen Läufen Züge und Felder vorkommen und was sie bewirken: die Drehung des Geschosses und damit eine stabile Flugbahn. Typischer Fehler ist, Felder und Züge zu vertauschen.
Häufige Fragen zu „Felder“
Was ist der Unterschied zwischen Zügen und Feldern?
Züge sind die spiralförmig eingeschnittenen Rillen im Büchsenlauf, Felder die erhöhten Stege zwischen ihnen.
Haben Flinten Felder?
Nein. Der Flintenlauf besitzt eine glatte Laufseele ohne Züge und Felder; beides findet sich nur im gezogenen Lauf.
Wie wird das Kaliber einer Büchse gemessen?
Beim gezogenen Lauf von Feld zu Feld. Das entspricht dem kleinsten Innendurchmesser des Laufs.
„Felder“ kommt in 48 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Waffenkunde und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- ZügeZüge sind die spiralförmig in die Innenwand eines gezogenen Laufes eingeschnittenen Rillen; zusammen mit den stehengebliebenen Feldern versetzen sie das Geschoss in Drehung.
- DrallDrall ist die Drehung, die ein Geschoss im gezogenen Büchsenlauf durch Züge und Felder erhält; sie stabilisiert das Geschoss im Flug wie einen Kreisel und verhindert, dass es sich überschlägt.
- BüchsenlaufEin Büchsenlauf ist ein gezogener Lauf: Züge und Felder in seinem Inneren versetzen das Geschoss in Drehung und halten es so im Flug stabil.
- FlintenlaufEin Flintenlauf ist ein Lauf mit glatter Laufseele ohne Züge und Felder. Aus ihm werden Schrotladungen und Flintenlaufgeschosse verschossen.
- KaliberDas Kaliber gibt den Innendurchmesser des Laufs und damit den Durchmesser des Geschosses an; zugleich dient die Kaliberbezeichnung als eindeutige Kennung einer Patronensorte.
- LaufseeleDie Laufseele, auch Laufbohrung oder Bohrung genannt, ist der innere Kanal des Laufs zwischen Übergangskegel und Mündung, durch den das Geschoss fliegt.
- LaufDer Lauf ist das Rohr einer Schusswaffe, in dem die Treibladung zündet und das Geschoss oder die Schrotladung beschleunigt und nach vorn geführt wird.
Weitere Begriffe aus Waffenkunde
FernglasEinzelladerFischhautEinabzugFlinteDrillingDrehkammerverschlussFlintenlaufgeschossAlle Begriffe aus Waffenkunde