Waffenkunde
Verschluss
auch: Waffenverschluss
Der Verschluss ist das Bauteil einer Schusswaffe, das das Patronenlager gasdicht nach hinten abschließt und beim Schuss den Gasdruck von bis zu 4.000 bar sicher aufnimmt.
Was ist der „Verschluss“?
Jede Schusswaffe besitzt einen Verschluss. Er dichtet das Patronenlager nach hinten ab und stützt es beim Schuss, wenn der Druck der Pulvergase auf die Hülse wirkt. Der Verschluss gilt als eines der Bauteile, bei denen es am meisten auf Sicherheit ankommt: Gibt er nach, kann die Waffe explodieren. Streng zu trennen ist er vom Schloss. Der Verschluss hält den Gasdruck, das Schloss mit Schlagbolzen und Feder zündet die Patrone. Grundsätzlich trennt man zwei Gruppen: Verschlüsse von Kipplaufwaffen und solche von Waffen, deren Lauf starr bleibt.
Verschlussarten bei Kipplauf- und Repetierwaffen
Bei Kipplaufwaffen wie Flinten, Drillingen oder Bockbüchsflinten wird der Lauf zum Laden abgekippt; Verschluss und Schloss sind hier getrennte Baugruppen. Laufhaken, Riegel und Basküle wirken zusammen. Bekannte Bauformen sind der einfache Laufhakenverschluss, der Greener-Verschluss mit Querriegel für Doppelflinten und Drillinge, der Doppelgreener für Bockwaffen sowie Purdey-, Flanken- und Kippblockverschluss, letzterer mit der höchsten Festigkeit. Bei Waffen mit starrem Lauf bilden Verschluss und Schloss eine Einheit, der Schlagbolzen sitzt im Verschluss. Der Verschluss der Repetierbüchse heißt Zylinderverschluss; klassisch ist der Drehkammerverschluss des Systems 98 mit Verriegelungswarzen. Moderner ist der Geradezugverschluss, der sich rein in Längsrichtung bewegt und ohne Drehen schneller zu bedienen ist. Bei Selbstladern öffnet entweder abgezweigtes Treibgas den Verschluss (Gasdrucklader, Lauf fest) oder der Rückstoß bewegt Lauf und Verschluss (Rückstoßlader).
Sicherer Umgang mit dem Verschluss
Ein Schuss darf erst fallen, wenn der Verschluss ganz zu und sicher verriegelt ist. Lässt sich die Waffe nur schwer schließen, spürt der Schütze einen ungewohnten Widerstand oder sind Hülsen beschädigt, ist Vorsicht geboten. Eine Selbstladepistole wird entladen, indem man zuerst das Magazin entnimmt, dann den Verschluss öffnet und das Patronenlager prüft; ist es leer, legt man sie mit offenem Verschluss ab. Übergeben wird sie ungeladen und mit geöffnetem Verschluss. Beim Öffnen des Verschlusses einer Repetierbüchse auf dem Schießstand zeigt die Mündung zur Scheibe oder zum Geschossfang.
„Verschluss“ in der Jägerprüfung
Der Verschluss kommt in vielen Prüfungsfragen vor. Gefragt wird nach seiner Aufgabe, dem Namen des Verschlusses bei Repetierbüchsen und der Reihenfolge beim Entladen halbautomatischer Waffen. Auch die Stellungen der Flügelsicherung beim System 98 werden geprüft: Steht der Flügel senkrecht, ist die Waffe teilgesichert, der Verschluss lässt sich aber öffnen. Der häufigste Fehler ist die Verwechslung von Verschluss und Schloss.
Häufige Fragen zu „Verschluss“
Wozu dient der Verschluss einer Waffe?
Er schließt das Patronenlager nach hinten ab und fängt den Gasdruck beim Schuss auf. Ohne sicheren Verschluss könnte die Waffe beim Schuss explodieren.
Welchen Namen trägt der Verschluss der Repetierbüchse?
Zylinderverschluss. Die bekannteste Form ist der Drehkammerverschluss, daneben gibt es den Geradezugverschluss.
Warum wird eine Waffe auf dem Schießstand mit offenem Verschluss abgelegt?
Weil die Sicherheitsbestimmungen der Schießstätte das so vorschreiben. Gleiches gilt für halbautomatische Pistolen, die dort nur entladen und mit geöffnetem Verschluss abgelegt werden.
„Verschluss“ kommt in 76 Prüfungsfragen vor
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Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- ZylinderverschlussDer Zylinderverschluss, auch Kammerverschluss genannt, ist der typische Verschluss der Repetierbüchse: ein zylindrischer Verschlusskörper, der das Patronenlager einer Waffe mit starrem Lauf nach hinten abschließt.
- DrehkammerverschlussDer Drehkammerverschluss ist ein Verschluss für Waffen mit starrem Lauf, vor allem Repetierbüchsen: Die Kammer wird durch Drehen des Kammerstängels ver- und entriegelt und zum Laden längs bewegt.
- GeradezugverschlussEin Geradezugverschluss ist ein Büchsenverschluss, der sich zum Laden nur in Längsrichtung vor- und zurückbewegen lässt. Weil das Drehen der Kammer entfällt, kann schneller repetiert werden.
- KipplaufverschlussDer Kipplaufverschluss ist die Verschlussart der Kipplaufwaffen: Der Lauf wird zum Laden nach unten abgekippt und beim Schließen durch Haken, Nasen oder Riegel fest mit der Waffe verbunden.
- VerriegelungswarzenVerriegelungswarzen sind vorstehende Nocken am Verschluss einer Repetierwaffe. Beim Schließen rasten sie in Aussparungen ein und halten den Verschluss beim Schuss gegen den Gasdruck fest.
- StoßbodenDer Stoßboden ist die Fläche am Verschluss, die das Patronenlager nach hinten begrenzt und an der der Boden der geladenen Patronenhülse anliegt; er dient beim Schuss als Widerlager.
- SchlossDas Schloss ist der Zündmechanismus einer Schusswaffe, der über Schlagfeder und Schlagbolzen die Patrone zündet; beim Aufbrechen heißt zudem die Verbindung der Beckenknochen Schloss.
- GasdruckladerEin Gasdrucklader ist eine Selbstladewaffe, die einen Teil der Pulvergase durch eine Bohrung im Lauf abzweigt. Dieses Gas treibt über einen Kolben den Verschluss an, sodass die Waffe nach dem Schuss selbsttätig nachlädt.
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