Waffenkunde

Kammerstängel

Der Kammerstängel ist der seitlich abstehende Griff an der Kammer eines Drehkammerverschlusses, mit dem der Schütze den Verschluss entriegelt, öffnet, durchlädt und wieder verriegelt.

Was ist der „Kammerstängel“?

Repetierbüchsen mit starrem Lauf werden über eine Kammer verschlossen, die sich im Gehäuse drehen und vor- und zurückschieben lässt. Der Kammerstängel ist der Hebel, an dem die Hand diese Kammer bewegt. Ohne ihn ließe sich der Verschluss weder öffnen noch schließen. Bekanntestes Beispiel ist das Mauser-98-System, das als besonders robust und bewährt gilt. Bei Kipplaufwaffen wie Flinten, Drillingen oder Bockbüchsflinten gibt es dagegen keinen Kammerstängel; dort wird der Lauf zum Laden nach unten abgekippt.

Repetiervorgang Schritt für Schritt und Sicherheit

Zuerst dreht der Schütze den Kammerstängel aus seiner Ruhelage. Dadurch kommen die Verriegelungswarzen frei, die den Verschluss im Gehäuse festhalten. Dann zieht er die Kammer nach hinten; dabei wird die leere Hülse ausgeworfen. Beim anschließenden Vorschieben nimmt die Kammer eine neue Patrone aus dem Magazin mit und führt sie ins Patronenlager. Zum Schluss wird der Stängel wieder zurückgedreht, sodass die Warzen erneut greifen und die Waffe verriegelt ist. Erst in diesem Zustand hält der Verschluss dem Gasdruck von bis zu 4.000 bar stand, der beim Schuss entsteht. Der Verschluss dichtet das Patronenlager nach hinten gasdicht ab und gehört zu den heikelsten Bauteilen einer Waffe. Ist er nicht vollständig verriegelt oder beschädigt, kann die Waffe beim Schuss bersten. Vor jedem Schuss muss der Kammerstängel deshalb vollständig in die Verriegelungsstellung gebracht sein.

„Kammerstängel“ in der Jägerprüfung

Im Fragenbestand taucht der Begriff einmal auf, und zwar beim Entspannen einer Repetierbüchse ohne Schussabgabe. Die Waffe muss dazu geöffnet, entladen und entsichert sein; dann wird der Abzug gehalten und die Kammer über den Stängel geschlossen. Darüber hinaus gehört der Begriff in der Waffenkunde zum Aufbau des Zylinderverschlusses.

Häufige Fragen zu „Kammerstängel“

Welche Waffen haben einen Kammerstängel?

Waffen mit Dreh- oder Zylinderverschluss, typischerweise Repetierbüchsen nach dem Mauser-98-Prinzip. Kipplaufwaffen wie Flinten oder Drillinge haben keinen, weil dort der Lauf abgekippt wird.

Wie entspannt man eine Repetierbüchse mit dem Kammerstängel?

Die Büchse wird geöffnet, entladen und entsichert. Anschließend hält der Schütze den Abzug durchgezogen und schließt dabei die Kammer mit dem Kammerstängel, sodass das Schloss ohne Schuss entspannt ist.

„Kammerstängel“ kommt in 1 Prüfungsfragen vor

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Redaktion Jagdprüfung.de · Stand: 27.09.2026. Dieser Eintrag wurde mit KI-Unterstützung auf Grundlage unserer eigenen Wissensartikel verfasst und automatisiert gegen diese Quellen geprüft. Er ersetzt nicht die für dein Bundesland geltenden Vorschriften. KI-Transparenz · Redaktion

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