Waffenkunde
Schrotpatrone
auch: Flintenpatrone
Eine Schrotpatrone ist die Munition der Flinte: In einer meist aus Kunststoff gefertigten Hülse liegen Pulver, Pfropfen und viele kleine Metallkugeln, die Schrote.
Was ist eine Schrotpatrone?
Schrotpatronen werden aus Flinten verschossen und sind die übliche Munition für die Jagd auf Niederwild und Flugwild. Statt eines einzelnen Geschosses enthalten sie eine ganze Ladung kleiner Kugeln, die nach dem Schuss als Schrotgarbe fliegen. Die Größe der Schrote wird mit Nummern angegeben; dabei gilt: Je kleiner die Nummer, desto dicker das Schrot. Neben Bleischrot gibt es Stahl- beziehungsweise Weicheisenschrot sowie Wismut- und Tungsten-Schrot als Alternativen. Bleischrot ist in Feuchtgebieten und in 100 m Umkreis EU-weit verboten; manche Länder gehen darüber hinaus.
Aufbau von Hülse bis Verschluss
Die Hülse besteht meist aus Kunststoff und hat einen Boden aus Messing, in dessen Mitte das Zündhütchen sitzt. Darüber liegt die Treibladung aus schnell abbrennendem, sogenanntem offensivem Pulver. Es folgt der Pfropfen aus Kunststoff oder Filz, auch Schrotvorlage genannt. Er wirkt als Treibspiegel, schützt den Lauf vor Abrieb durch die Schrote und dichtet den Pulverraum ab, sodass die Garbe nicht durchgewirbelt wird und nicht verklumpt. Darüber liegt die Schrotsäule. Verschlossen wird die Hülse mit einer Bördelung oder einem Sternverschluss. Einen solchen Pfropfen zwischen Pulver und Geschoss hat eine Büchsenpatrone nicht. Bei der Streupatrone sorgt eine besondere Pfropfenkonstruktion für eine deutlich weitere Streuung.
Kaliber und Hülsenlänge
Die Kaliberzahl der Flinte hat eine alte Herleitung: Kaliber 12 bedeutet, dass zwölf Bleikugeln mit dem Durchmesser der Laufbohrung zusammen ein englisches Pfund wiegen, also 453,6 g. Dahinter steht die Hülsenlänge, etwa 65, 67,5, 70 oder 76 mm; die 76-mm-Hülse ist die Magnum-Länge. Gemessen wird die abgeschossene, geöffnete Hülse. Eine zu lange Patrone kann daher in ein kürzeres Lager passen, beim Schuss aber gefährlichen Überdruck erzeugen. Deshalb darf 12/76 nur aus Lagern für 12/76 oder länger verschossen werden, und Magnum-Patronen nur aus Flinten mit verstärktem Beschuss. Eine Kombination wie 20/75 gibt es nicht.
„Schrotpatrone“ in der Jägerprüfung
Geprüft werden Aufbau und Aufgabe der Teile, die Bedeutung der Kaliberzahl, der Bezug der Längenangabe auf die abgeschossene Hülse und die Magnum-Frage. Die Unfallverhütung verlangt, Flintenlaufgeschosse so mitzuführen, dass sie nicht mit Schrotpatronen verwechselt werden können, und feucht gewordene Munition auch nach dem Trocknen nicht mehr zu verwenden. Häufiger Fehler: die Schrotnummer mit dem Durchmesser gleichzusetzen.
Häufige Fragen zu „Schrotpatrone“
Was bedeutet die Zahl 12 bei Schrotpatronen?
Sie gibt an, wie viele Bleikugeln mit dem Durchmesser der Laufbohrung zusammen ein englisches Pfund (453,6 g) ergeben. Je höher die Zahl, desto enger ist also die Bohrung.
Warum wird die Hülsenlänge im abgeschossenen Zustand angegeben?
Die geöffnete Hülse darf nicht länger sein als das Patronenlager. Eine ungeöffnet passende, aber zu lange Patrone kann beim Schuss gefährlichen Überdruck verursachen.
Darf man Magnum-Schrotpatronen aus jeder Flinte schießen?
Nein. Magnum-Patronen sind nur aus Flinten zulässig, die einem verstärkten Beschuss unterzogen wurden, und nur bei passender Lagerlänge.
„Schrotpatrone“ kommt in 65 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Waffenkunde und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- SchrotgarbeDie Schrotgarbe ist die kegelförmige Wolke aus Schroten, die sich nach dem Verlassen des Flintenlaufs ausbreitet; ihre Dichte und Breite bestimmen die Wirkung des Schrotschusses.
- SchrotschussDer Schrotschuss ist der Schuss mit einer Schrotpatrone aus der Flinte, bei dem viele kleine Kugeln als Garbe wirken; waidgerecht ist er auf höchstens 35 Meter.
- FlinteEine Flinte ist eine Jagdwaffe mit glattem, zuglosem Lauf. Sie verschießt vor allem Schrot für Niederwild und Flugwild, daneben Flintenlaufgeschosse als Einzelgeschosse.
- FlintenlaufgeschossEin Flintenlaufgeschoss ist ein Einzelgeschoss, das statt einer Schrotladung aus dem glatten Flintenlauf verschossen wird. Mit ihm darf aus der Flinte auch Schalenwild erlegt werden.
- PatronenlagerDas Patronenlager ist der hinterste Abschnitt des Laufs, in dem die Patrone vor dem Schuss liegt. Es muss genau zum Kaliber der verwendeten Munition passen.
- ZündhütchenDas Zündhütchen ist das kleine Zündelement in der Mitte des Hülsenbodens einer Zentralfeuerpatrone; seine schlagempfindliche Zündmasse entflammt, wenn der Schlagbolzen auftrifft, und zündet so die Treibladung.
- KaliberDas Kaliber gibt den Innendurchmesser des Laufs und damit den Durchmesser des Geschosses an; zugleich dient die Kaliberbezeichnung als eindeutige Kennung einer Patronensorte.
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