Waffenkunde
Sicherung
auch: Waffensicherung
Die Sicherung ist eine mechanische oder konstruktive Einrichtung an einer Schusswaffe, die eine ungewollte Schussabgabe verhindern soll; sie senkt das Risiko, macht die Waffe aber nie ungefährlich.
Was ist eine Sicherung an der Waffe?
Sicherungen blockieren je nach Bauart den Abzug, die Abzugsstange, den Schlagbolzen oder den Verschluss. Sie sollen beim Tragen, Laden, Entladen und Bedienen verhindern, dass sich unbeabsichtigt ein Schuss löst. Viele Jagdwaffen haben gleich mehrere Elemente: eine von außen bedienbare Sicherung und zusätzlich innenliegende Einrichtungen. Wichtig ist die Abgrenzung zum Schloss. Das Schloss ist der Zündmechanismus, der über Feder, Hahn oder Schlagbolzen Energie speichert und beim Abziehen freigibt; die Sicherung hält diesen Ablauf nur zurück.
Manuelle und automatische Sicherungen
Manuelle Sicherungen bedient der Schütze selbst. Die Schiebesicherung wird mit dem Daumen verschoben und ist typisch für Flinten und Kipplaufwaffen. Die Flügelsicherung ist ein drehbarer Flügel am Verschluss, bekannt aus dem Mauser-98-System mit drei Stellungen; dessen Ladestellung erlaubt es, die Kammer gesichert zu öffnen und zu entladen. Druckknopf- oder Querriegelsicherungen sitzen meist am Abzugsbügel, häufig bei Selbstlade- und Vorderschaftrepetierflinten. Bei der Handspannung bleibt die Schlagfeder entspannt, bis der Schütze kurz vor dem Schuss bewusst spannt. Zu den automatischen Einrichtungen zählen die bei manchen Kipplaufwaffen beim Öffnen einspringende Sicherung, die Spannraste, die ein vorschnellendes Schloss abfängt, und die Schlagbolzensicherung, die den Schlagbolzen mechanisch sperrt.
Grenzen der Sicherung im Jagdalltag
Jede Waffe gilt als geladen, bis man sich selbst vom Gegenteil überzeugt hat, und keine Sicherung ist absolut zuverlässig. Deshalb gehören beim Vorzeigen die Kontrolle von Mündung, Ladezustand, Sicherung und Patronenlager zusammen. Funktionen werden nur mit entladener Waffe oder mit Pufferpatronen vorgeführt; Doppelflinten mit automatischer Sicherung lassen sich schonend nur mit solchen Patronen entspannen. Nicht jede Waffe hat eine vom Schützen bedienbare Sicherung: Revolver in der Regel nicht, und auch Pistolen müssen keine manuelle Sicherung besitzen.
„Sicherung“ in der Jägerprüfung
Gefragt wird nach dem Zweck, nach der zuverlässigsten Bauart, nämlich der Schlagstück- bzw. Schlagbolzensicherung, nach der typischen Sicherung an Kipplaufwaffen und nach Waffen ohne bedienbare Sicherung. Die mündliche Prüfung erwartet, die Mauser-Sicherung über ihre Funktion zu erklären statt über links oder rechts. Häufiger Fehler: Schloss, Verschluss, Sicherung und Handspannung durcheinanderzubringen.
Häufige Fragen zu „Sicherung“
Welche Art von Sicherung ist am zuverlässigsten?
Die Schlagstück- bzw. Schlagbolzensicherung. Sie sperrt den Schlagbolzen mechanisch, sodass er das Zündhütchen nicht ungewollt treffen kann. Auch sie ersetzt aber nicht die Regeln sicherer Waffenhandhabung.
Was ist der Unterschied zwischen Sicherung und Schloss?
Das Schloss löst den Schuss aus, indem es gespeicherte Federenergie freigibt. Die Sicherung verhindert, dass dies ungewollt geschieht.
Welche Waffen haben keine vom Schützen bedienbare Sicherung?
Revolver haben in der Regel keine. Pistolen sind ebenfalls nicht zwingend mit einer manuellen Sicherung ausgestattet.
„Sicherung“ kommt in 42 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Waffenkunde und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- SchiebesicherungDie Schiebesicherung ist eine Sicherung, bei der ein Schieber mit dem Daumen zwischen „gesichert“ und „entsichert“ verschoben wird; typisch ist sie bei Flinten und Kipplaufwaffen.
- FlügelsicherungDie Flügelsicherung ist ein drehbarer Sicherungsflügel am Verschluss einer Repetierbüchse. Beim klassischen System Mauser 98 hat sie drei Stellungen und blockiert den Schlagbolzen.
- SchlagbolzensicherungEine Schlagbolzensicherung blockiert den Schlagbolzen mechanisch, sodass er nicht ungewollt auf das Zündhütchen schlagen kann; sie gilt als die zuverlässigste Sicherungsart.
- HandspannungHandspannung ist ein Schlosssystem, bei dem der Schütze die Schlagfeder erst unmittelbar vor dem Schuss bewusst von Hand spannt und danach wieder entspannt; bis dahin bleibt die Feder ohne Spannung.
- SchlossDas Schloss ist der Zündmechanismus einer Schusswaffe, der über Schlagfeder und Schlagbolzen die Patrone zündet; beim Aufbrechen heißt zudem die Verbindung der Beckenknochen Schloss.
- AbzugsbügelDer Abzugsbügel ist der Bügel um den Abzug einer Schusswaffe. An ihm liegt der gestreckte Zeigefinger des Schützen, solange nicht geschossen werden soll.
- RevolverEin Revolver ist eine Kurzwaffe mit einer drehbaren Trommel, deren meist sechs Kammern je eine Patrone aufnehmen. Die Trommel ist dabei zugleich Magazin und Patronenlager.
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