Waffenkunde
Mündung
auch: Laufmündung
Die Mündung ist das vordere Ende des Laufs einer Schusswaffe, an dem Geschoss oder Schrotladung die Waffe verlassen. Bei Flinten sitzt dort meist der Choke.
Was ist die Mündung?
Ein Lauf gliedert sich von hinten nach vorn in Patronenlager, Übergangskegel, Laufseele und Mündung. An der Mündung endet die Führung des Geschosses, das dort ins Freie tritt. Viele Begriffe der Ballistik beziehen sich auf diesen Punkt: Die Mündungsgeschwindigkeit V0 bezeichnet das Tempo beim Verlassen des Laufs, die Höchstreichweite wird von der Laufmündung bis zum am weitesten entfernten Auftreffpunkt gemessen, und die Flugbahn fällt mit wachsendem Abstand von der Mündung immer steiler ab. Bei offener Visierung sitzt das Korn als vorderes Zielelement ebenfalls an der Mündung.
Choke: die Verengung an der Flintenmündung
Bei Flinten ist der Lauf nahe der Mündung häufig verengt. Diese Würgebohrung, auch Choke genannt, bestimmt, wie eng die Schrotgarbe zusammenbleibt. Als typische Richtwerte gelten: Vollchoke mit rund 1,0 mm Verengung für eine enge Garbe auf weite Entfernung, Halbchoke mit etwa 0,5 mm als Allrounder, Viertelchoke mit ungefähr 0,25 mm für kurze Distanzen und die Zylinderbohrung ohne Verengung mit der weitesten Streuung. Einschraubbare Wechselchokes erlauben es, die Verengung anzupassen. Bei der Bockflinte ist meist der obere Lauf stärker gewürgt.
Mündung und sichere Waffenhandhabung
Eine Grundregel im Umgang mit Waffen lautet, die Mündung stets in eine sichere Richtung zu halten. Geladen wird mit der Mündung zum Geschossfang, und auch beim Öffnen des Verschlusses am Schießstand zeigt sie zur Scheibe. Versagt bei einem Kleinkalibergewehr eine Patrone, bleibt die Waffe mindestens 10 Sekunden auf den Geschossfang gerichtet, bevor entladen wird. Bei Regen trägt man die Flinte außerhalb des Treibens nach den Unfallverhütungsvorschriften mit der Mündung nach oben, sofern der Jagdleiter nichts anderes anordnet. Vor jedem Schuss muss die Mündung frei sein, denn Schnee oder Erde können den Lauf gefährlich beschädigen. Beim Schrotschuss auf bewegtes Wild schwingt die Mündung mit, überholt das Ziel und bildet so das Vorhaltemaß.
„Mündung“ in der Jägerprüfung
Prüfungsfragen berühren die Mündung vor allem bei Sicherheitsregeln und Ballistik. Gefragt wird, wie die Waffe beim Laden, bei einem Patronenversager oder bei Regen zu halten ist, wo der Choke sitzt und was V0 bedeutet. Fehlerquelle ist, die Angaben einer Schusstafel mit anderen Messpunkten zu verwechseln. Ebenso gehört die Höchstreichweite, gemessen ab der Laufmündung, zum Prüfungsstoff. In der praktischen Prüfung achtet der Prüfer darauf, dass die Mündung während jeder Erklärung sicher geführt wird.
Häufige Fragen zu „Mündung“
Wo befindet sich der Choke einer Flinte?
Nahe der Laufmündung. Dort ist der Lauf verengt, um die Schrotgarbe zu bündeln.
Was bedeutet V0?
V0 steht für das Tempo des Geschosses genau beim Austritt aus dem Lauf. Weitere V-Werte der Schusstafel beziehen sich auf bestimmte Entfernungen von der Mündung.
Wie trägt man die Flinte bei Regen?
Außerhalb des Treibens mit der Mündung nach oben, so sehen es die Unfallverhütungsvorschriften vor. Eine abweichende Anordnung des Jagdleiters geht vor.
„Mündung“ kommt in 40 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Waffenkunde und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- LaufDer Lauf ist das Rohr einer Schusswaffe, in dem die Treibladung zündet und das Geschoss oder die Schrotladung beschleunigt und nach vorn geführt wird.
- ChokeDer Choke, deutsch Würgebohrung, ist eine Verengung des Flintenlaufs an der Mündung, mit der die Streuung und Deckung der Schrotgarbe gesteuert wird.
- LaufseeleDie Laufseele, auch Laufbohrung oder Bohrung genannt, ist der innere Kanal des Laufs zwischen Übergangskegel und Mündung, durch den das Geschoss fliegt.
- KornDas Korn ist das vordere Element der offenen Visierung, ein kleiner Punkt oder Balken an der Laufmündung, der beim Zielen in die Kimme eingepasst und auf das Ziel gerichtet wird.
- KugelfangAls Kugelfang bezeichnet man einen Hintergrund hinter dem Wild, der ein Geschoss zuverlässig stoppt, etwa einen ansteigenden Hang oder Erdwall; fehlt er, unterbleibt der Büchsenschuss.
- SchrotgarbeDie Schrotgarbe ist die kegelförmige Wolke aus Schroten, die sich nach dem Verlassen des Flintenlaufs ausbreitet; ihre Dichte und Breite bestimmen die Wirkung des Schrotschusses.
Weitere Begriffe aus Waffenkunde
Offene VisierungMehrladerParallaxeMagazinPatronenhülsePatronenlagerPistolePutzstockAlle Begriffe aus Waffenkunde