Waffenkunde
Abzugsbügel
Der Abzugsbügel ist der Bügel um den Abzug einer Schusswaffe. An ihm liegt der gestreckte Zeigefinger des Schützen, solange nicht geschossen werden soll.
Was ist der Abzugsbügel?
Bei Büchse, Flinte und Kurzwaffe wird der Schuss mit dem Züngel ausgelöst. Um dieses Bedienteil herum führt ein Bügel, der Abzugsbügel. Er grenzt den Bereich ab, in dem der Finger nur dann etwas zu suchen hat, wenn der Schuss tatsächlich abgegeben werden soll. Beim Abziehen löst das Züngel den Abzugsstollen, und die Schlagfeder treibt den Schlagbolzen auf das Zündhütchen. Für die sichere Handhabung ist deshalb entscheidend, wo der Finger im Verhältnis zum Bügel liegt.
Die Fingerregel am Abzugsbügel
Zu den Grundregeln im Umgang mit Jagdwaffen gehört, dass der Zeigefinger außerhalb des Bügels bleibt. Er liegt gestreckt am Abzugsbügel, bis das Wild sicher angesprochen, Ziel, Hintergrund und Kugelfang geklärt sind und die Entscheidung zum Schuss gefallen ist. Erst dann wandert er an das Züngel. Die Regel gilt ebenso auf Gesellschaftsjagden, wo Treiber, Hunde und Nachbarstände in der Nähe sind. Besonders wichtig ist sie bei einem eingestochenen Stecher, der schon bei 50 bis 200 g auslöst.
Bauteile im Bereich des Abzugsbügels
Bei Selbstlade- und Vorderschaftrepetierflinten findet sich im Bereich des Bügels häufig eine Druckknopf- oder Querriegelsicherung, also ein quer laufender Knopf. In welche Richtung er gedrückt wird, hängt vom Modell ab. Wird eine Büchse aufgelegt geschossen, sollte der Auflagepunkt am Vorderschaft nahe am Abzugsbügel liegen; die Auflage kann dabei weich oder hart sein.
„Abzugsbügel“ in der Jägerprüfung
In der schriftlichen Prüfung erscheint der Abzugsbügel vor allem beim aufgelegten Schießen, wenn nach dem richtigen Auflagepunkt am Vorderschaft gefragt wird. Für die praktische Waffenhandhabung zählt die Fingerhaltung außerhalb des Bügels zu den Sicherheitsgrundregeln. Wer beim Laden, Tragen oder Erklären den Finger am Züngel hat, begeht einen klassischen Sicherheitsfehler.
Häufige Fragen zu „Abzugsbügel“
Wo liegt der Finger, solange nicht geschossen wird?
Gestreckt außen am Abzugsbügel. Erst wenn das Wild angesprochen und der Kugelfang sicher ist, geht er an den Abzug.
Wo legt man eine Büchse beim aufgelegten Schießen auf?
Am Vorderschaft, möglichst nah am Abzugsbügel. Die Unterlage selbst darf weich oder hart sein.
Welche Sicherung sitzt oft am Abzugsbügel?
Eine Druckknopf- oder Querriegelsicherung, wie sie häufig bei Selbstlade- und Vorderschaftrepetierflinten verbaut ist.
„Abzugsbügel“ kommt in 1 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Waffenkunde und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- AbzugDer Abzug (auch Züngel) ist das Bedienteil, mit dem der Schütze den Schuss auslöst: Er gibt den Abzugsstollen frei, sodass die Schlagfeder den Schlagbolzen auf das Zündhütchen treibt.
- StecherDer Stecher ist eine Abzugseinrichtung an Büchsen und kombinierten Waffen, die nach dem Einstechen das Abzugsgewicht stark senkt; als Deutscher Stecher (Doppelzüngel) oder als Rückstecher (französischer Stecher).
- SicherungDie Sicherung ist eine mechanische oder konstruktive Einrichtung an einer Schusswaffe, die eine ungewollte Schussabgabe verhindern soll; sie senkt das Risiko, macht die Waffe aber nie ungefährlich.
- VorderschaftDer Vorderschaft ist der vordere Teil des Gewehrschafts unter dem Lauf. Er dient der führenden Hand als Auflage und schützt sie vor dem heißen Lauf.
- DirektabzugEin Direktabzug ist eine Abzugsart, bei der ein einziger Druck auf das Züngel den Schuss auslöst – ohne dass vorher ein Stecher eingestochen werden muss.
Weitere Begriffe aus Waffenkunde
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