Waffenkunde

Randfeuerpatrone

auch: Randfeuermunition

Eine Randfeuerpatrone ist eine Patrone ohne Zündhütchen, bei der die Zündmasse im Bodenrand der Hülse sitzt. Bekannte Beispiele sind die Kleinkaliberpatronen .22 lfB und .22 WMR.

Was ist eine „Randfeuerpatrone“?

Patronen werden nach der Art ihrer Zündung unterschieden. Bei der Zentralfeuerpatrone, die bei Jagdmunition üblich ist, sitzt ein Zündhütchen mittig im Hülsenboden. Die Randfeuerpatrone kommt ohne ein solches Bauteil aus: Ihr Zündsatz ist im Rand des Hülsenbodens untergebracht. Beim Abziehen trifft der Schlagbolzen diesen Rand, die Zündmasse entzündet sich und bringt das Pulver zum Brennen. Äußerlich erkennt man eine Randfeuerpatrone daran, dass im Boden kein Zündhütchen zu sehen ist. Dieses Zündprinzip ist auf Kleinkaliber beschränkt.

Kaliber, Kennzeichnung und Wiederladen

Die bekannteste Randfeuerpatrone ist die .22 lfB, wobei „lfB“ für „lang für Büchse“ steht. Sie wird vor allem auf dem Schießstand, in der Ausbildung und bei der Fang- oder Fallenjagd auf kleine Wildarten verwendet. Etwas stärker ist die .22 WMR (Winchester Magnum Rimfire), deren jagdlicher Einsatz aber ebenfalls eng begrenzt ist. Für starkes Schalenwild sind Randfeuerpatronen kein Standard. Anders als Hülsen mit Boxer-Zündung lassen sich Randfeuerhülsen nicht wiederladen. Auf dem Hülsenboden steht bei Randfeuermunition nur das Herstellerzeichen, während Zentralfeuerpatronen dort zusätzlich die Kaliberbezeichnung tragen.

Erwerb von Randfeuermunition

Randfeuerpatronen sind erlaubnispflichtige Munition; Jäger dürfen Munition für ihre Langwaffen jedoch nach § 13 Abs. 5 WaffG ohne gesonderte Erlaubnis erwerben. Für den Kauf ist also eine entsprechende waffenrechtliche Berechtigung nötig. Für Fangschüsse mit Pistole oder Revolver verlangt § 19 BJagdG mindestens 200 Joule Mündungsenergie. Kleinkalibrige Randfeuerpatronen wie die .22 WMR werden jagdlich höchstens bei kleinen Wildarten oder in der Fallenjagd eingeordnet.

„Randfeuerpatrone“ in der Jägerprüfung

Geprüft wird vor allem, wo der Zündsatz sitzt und woran man eine Randfeuerpatrone erkennt. Prüflinge sollen aus einer Auswahl von Kalibern die .22 lfB als Randfeuerpatrone herausfinden und wissen, welche Angaben auf dem Hülsenboden stehen. Auch die Frage, ob solche Munition erlaubnisfrei gekauft werden darf, taucht auf. Oft werden Rand- und Zentralfeuer in derselben Aufgabe gegenübergestellt, sodass der Unterschied im Sitz der Zündmasse sicher beherrscht werden muss.

Häufige Fragen zu „Randfeuerpatrone“

Woran erkennt man eine Randfeuerpatrone?

Am Hülsenboden fehlt das Zündhütchen. Die Zündmasse sitzt unsichtbar im Rand der Hülse.

Ist die .22 lfB eine Randfeuerpatrone?

Ja. Die .22 lfB, lang für Büchse, ist die typische Kleinkaliber-Randfeuerpatrone und wird vor allem auf dem Schießstand und in der Ausbildung verwendet.

Kann man Randfeuerpatronen wiederladen?

Nein. Randfeuerhülsen gelten als nicht wiederladbar. Darin unterscheiden sie sich von Zentralfeuerhülsen mit Boxer-Zündung, die wiedergeladen werden können.

„Randfeuerpatrone“ kommt in 11 Prüfungsfragen vor

So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Waffenkunde und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.

Kostenlos Prüfungsfragen üben

Verwandte Begriffe

Weitere Begriffe aus Waffenkunde

RepetierbüchseQuerflinteRevolverPutzstockRöhrenmagazinRückstoßladerPatronenlagerSchaftAlle Begriffe aus Waffenkunde

Redaktion Jagdprüfung.de · Stand: 27.09.2026. Dieser Eintrag wurde mit KI-Unterstützung auf Grundlage unserer eigenen Wissensartikel verfasst und automatisiert gegen diese Quellen geprüft. Er ersetzt nicht die für dein Bundesland geltenden Vorschriften. KI-Transparenz · Redaktion

Randfeuerpatrone: Bedeutung & Erklärung für die Jägerprüfung | Jagdprüfung.de