Jagdhunde
Bracke
auch: Jagender Hund, Laufhund
Eine Bracke ist ein laut jagender Hund, der Hase oder Fuchs spurlaut auf der Spur verfolgt; Bracken bilden eine der sechs Hauptgruppen der Jagdhunde.
Was ist eine „Bracke“?
Bracken werden auch als jagende Hunde oder Laufhunde bezeichnet. Sie sind klein bis mittelgroß und haben vergleichsweise kurze Läufe, also Beine. Ihre Arbeit besteht darin, der Spur von Hase oder Fuchs selbstständig zu folgen und dabei ununterbrochen Laut zu geben. Diese Art zu jagen heißt Brackieren. Weil die Hunde laut und nicht besonders schnell sind, wird das Wild zwar in Bewegung gebracht, aber nicht gehetzt, und es verlässt das Revier in der Regel nicht. Neben Vorsteh-, Apportier-, Stöber-, Schweiß- und Erdhunden bilden die Bracken eine der sechs Hauptgruppen, die auch der JGHV unterscheidet.
Rassen und Eigenschaften
Zu den bekannten Vertretern gehören die mittelgroße, dreifarbig schwarz-rot-weiße Deutsche Bracke, die kleine, niedrigläufige Westfälische Dachsbracke, der Beagle, der ursprünglich in der Meute auf Hasen jagte, und die Tiroler Bracke. Die Alpenländische Dachsbracke wird dagegen den Schweißhunden zugeordnet. Züchterisch zählen bei Bracken vor allem Spurlaut, Spursicherheit, Spurtreue und Spurwille; außerdem stöbern sie sehr großräumig. Einsetzbar sind sie beim Brackieren und beim Stöbern, also beim lauten Heraustreiben von Wild aus dichter Deckung.
Brackenjagd und Mindestfläche
Die Brackenjagd ist durch § 19 BJagdG an eine Mindestgröße gebunden: Unterhalb von 1.000 Hektar Fläche ist sie verboten. Gemeint ist damit das Brackieren, also das laute Verfolgen von Hase oder Fuchs auf der Spur; die Länder dürfen dieses Verbot weder erweitern noch einschränken. Hetzjagden auf Wild sind nach derselben Vorschrift generell untersagt.
„Bracke“ in der Jägerprüfung
Am häufigsten fragt die Prüfung nach der Mindestfläche von 1.000 Hektar, nach den Eigenschaften, die Bracken zum Brackieren brauchen, und nach ihrer Einordnung als Laufhunde. Zudem sollen die sechs Hundegruppen genannt werden können. Ein häufiger Fehler ist, Bracken als Hetzhunde zu bezeichnen. Ebenso oft werden sie mit Stöberhunden verwechselt.
Häufige Fragen zu „Bracke“
Was ist Brackieren?
Brackieren ist das laut jagende Verfolgen von Hase oder Fuchs auf der Spur. Es ist die typische Arbeit der Bracken, die dabei ständig Laut geben.
Wie groß muss eine Fläche für die Brackenjagd sein?
Mindestens 1.000 Hektar. Auf kleineren Flächen verbietet § 19 Abs. 1 Nr. 16 BJagdG die Brackenjagd, und die Länder dürfen davon nicht abweichen.
Hetzen Bracken das Wild?
Nein. Durch ihre kurzen Läufe und die laute Jagd beunruhigen sie das Wild nur, sodass es in der Regel im Revier bleibt.
„Bracke“ kommt in 22 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Jagdhunde und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- StöberhundEin Stöberhund ist ein kleiner bis mittelgroßer Jagdhund, der selbstständig in dichter Deckung sucht, Wild spurlaut herausbringt und dabei Kontakt zum Führer hält; wichtigste deutsche Rasse ist der Deutsche Wachtelhund.
- SpurlautSpurlaut ist ein Jagdhund, der auf der Spur oder Fährte von Wild Laut gibt, also bellt, obwohl er das Wild nicht sieht; beim Schalenwild spricht man auch von fährtenlaut.
- StöbernStöbern ist die freie, selbstständige Suche eines Jagdhundes in dichter Deckung oder unübersichtlichem Gelände, bei der er Wild findet und laut heraustreibt; es zählt zur Arbeit vor dem Schuss.
- SchweißhundEin Schweißhund ist ein Jagdhund, der auf die Nachsuche nach krankgeschossenem Schalenwild spezialisiert ist; klassische Rassen sind der Hannoversche Schweißhund, der Bayerische Gebirgsschweißhund und die Alpenländische Dachsbracke.
- VorstehhundEin Vorstehhund ist ein vielseitiger Jagdhund, der Wild in weiter Suche findet und durch Vorstehen anzeigt. Sein Haupteinsatz ist die Niederwildjagd im Feld, wobei er vor und nach dem Schuss arbeitet.
- ErdhundErdhunde, auch Bauhunde genannt, sind kleine, mutige und scharfe Jagdhunde wie Teckel und Terrier, die vor allem für die Arbeit im Fuchs- und Dachsbau gezüchtet und ausgebildet werden.
- JagdhundEin Jagdhund ist ein für die Jagd gezüchteter, ausgebildeter und geführter Gebrauchshund, der vor und nach dem Schuss arbeitet und als Tierschutzinstrument vor allem die Nachsuche auf krankes Wild erleichtert.
- Sachliches VerbotSachliche Verbote sind die in § 19 BJagdG aufgezählten Jagdmethoden, Munitionsarten und Hilfsmittel, deren Einsatz bei der Jagd untersagt ist.
Weitere Begriffe aus Jagdhunde
BrauchbarkeitsprüfungApportierhundBuschierenApportierenWasserarbeitFährtenlautHetzeVorstehenAlle Begriffe aus Jagdhunde