Jagdhunde
Jagdhund
auch: Jagdgebrauchshund
Ein Jagdhund ist ein für die Jagd gezüchteter, ausgebildeter und geführter Gebrauchshund, der vor und nach dem Schuss arbeitet und als Tierschutzinstrument vor allem die Nachsuche auf krankes Wild erleichtert.
Was ist ein „Jagdhund“?
Jagdhunde sind domestizierte Nachkommen des Wolfes und gehören zoologisch zur Ordnung der Raubtiere und zur Familie der Hundeartigen. Für die waidgerechte Jagd gelten sie als unentbehrlich; der alte Grundsatz „Jagd ohne Hund ist Schund“ bringt das auf den Punkt. Zwischen dem 18. und 20. Jahrhundert wurden sie ursprünglich als Meutehunde eingesetzt. Heute ist der Jagdhund Arbeitspartner, Familienhund und tierschutzrechtlich geschütztes Lebewesen zugleich. Seine Aufgaben gliedern sich in die Arbeit vor dem Schuss, etwa Suchen, Stöbern oder Vorstehen, und die Arbeit nach dem Schuss, vor allem Nachsuche, Verlorensuche und Bringen.
Anlagen, Haarkleid und Brauchbarkeit
Jede Rasse bringt angewölfte, also angeborene Eigenschaften mit; der Spurwille etwa muss angewölft sein. Schussscheue beruht dagegen auf Nervenschwäche und schließt die Anerkennung als brauchbar aus. Nach dem Haarkleid unterscheidet man Kurzhaar, pflegeleicht und anliegend, etwa beim Deutsch-Kurzhaar oder Weimaraner; Drahthaar und Rauhaar mit witterungsfestem Deckhaar und dichter Unterwolle, etwa beim Deutsch-Drahthaar oder Deutschen Jagdterrier; und Langhaar mit Fahne an der Rute, etwa beim Deutsch-Langhaar oder Kleinen Münsterländer. Brauchbare Hunde müssen geeignet, ausgebildet und führbar sein. Welche Nachweise im Einzelnen verlangt werden, regelt das Landesrecht; in Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern etwa müssen bei jeder Such-, Drück- und Treibjagd brauchbare Hunde bereitstehen.
Haltung, Gesundheit und Pflege
Ein Jagdhund braucht Pflege, Auslauf, Sozialkontakt und eine sichere Unterbringung; Zwingerhaltung ersetzt den täglichen Umgang nicht. Nach jedem Einsatz wird er körperlich kontrolliert, transportiert wird er sicher, belüftet und mit Blick auf die Temperatur. Gefüttert wird nach Leistung, Kondition, Alter und Gesundheit, zum Beispiel mit hochwertigem Fertigfutter, ergänzt etwa durch Kalbsknochen. Die erste Schutzimpfung erhält der Welpe mit sieben Wochen. Hunde erreichen meist 12 bis 14 Jahre, von denen sie bis zu zehn jagdlich einsatzfähig sind. Im Revier drohen Gefahren durch Giftpflanzen wie Eibe, Tollkirsche, Seidelbast und Herbstzeitlose.
„Jagdhund“ in der Jägerprüfung
Das Jagdhundewesen ist ein eigenes Prüfungsgebiet mit sehr vielen Fragen. Verlangt werden etwa angewölfte Eigenschaften und Wesensmängel wie Schussscheue, Impfzeitpunkt und Lebenserwartung, geeignete Fütterung, die Jagdarten, bei denen brauchbare Hunde vorhanden sein müssen, und die Aufgaben bei der Nachsuche auf Niederwild. Ein häufiger Fehler ist, Anlage und Ausbildung gleichzusetzen: Veranlagte Eigenschaften lassen sich fördern, Gehorsam und Führigkeit müssen dagegen erarbeitet werden.
Häufige Fragen zu „Jagdhund“
Wann muss ein brauchbarer Jagdhund bei der Jagd dabei sein?
Bei jeder Such-, Drück- und Treibjagd müssen brauchbare Jagdhunde vorhanden sein. Die Einzelheiten der Brauchbarkeit und weitere Fälle regelt das jeweilige Landesrecht.
Warum gilt der Jagdhund als Tierschutzinstrument?
Brauchbare Hunde finden krankes Wild schneller und verkürzen Nachsuchen. Damit verhindern sie, dass verletzte Tiere unnötig lange leiden.
Wie alt wird ein Jagdhund?
In der Regel 12 bis 14 Jahre. Einsatzfähig ist er davon bis zu etwa zehn Jahre.
„Jagdhund“ kommt in 262 Prüfungsfragen vor
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Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- VorstehhundEin Vorstehhund ist ein vielseitiger Jagdhund, der Wild in weiter Suche findet und durch Vorstehen anzeigt. Sein Haupteinsatz ist die Niederwildjagd im Feld, wobei er vor und nach dem Schuss arbeitet.
- SchweißhundEin Schweißhund ist ein Jagdhund, der auf die Nachsuche nach krankgeschossenem Schalenwild spezialisiert ist; klassische Rassen sind der Hannoversche Schweißhund, der Bayerische Gebirgsschweißhund und die Alpenländische Dachsbracke.
- StöberhundEin Stöberhund ist ein kleiner bis mittelgroßer Jagdhund, der selbstständig in dichter Deckung sucht, Wild spurlaut herausbringt und dabei Kontakt zum Führer hält; wichtigste deutsche Rasse ist der Deutsche Wachtelhund.
- BrauchbarkeitsprüfungDie Brauchbarkeitsprüfung ist der landesrechtlich geregelte Nachweis, dass ein Jagdhund für den Einsatz im Jagdbetrieb geeignet ist, etwa für Nachsuche, Stöbern oder das Bringen von Wild.
- JagdhundeausbildungJagdhundeausbildung ist der systematische Aufbau von Gehorsam, Führigkeit und jagdlichen Fertigkeiten wie Apport, Nasen- und Wasserarbeit, durch den aus einem veranlagten Hund ein brauchbarer, sicher geführter Jagdhelfer wird.
- JagdhundezuchtJagdhundezucht ist die planvolle Verpaarung von Jagdhunden mit dem Ziel gesunder, wesensfester und jagdlich leistungsfähiger Nachkommen, geregelt durch Zuchtvereine, Zuchtordnungen und Prüfungen.
- NachsucheDie Nachsuche ist die Suche nach krankgeschossenem Wild mit einem ausgebildeten Jagdhund, meist einem Schweißhund. Sie ist Pflicht des Jägers und soll das Leiden des Stückes schnell beenden.
- VerlorensucheVerlorensuche ist die Nasenarbeit eines Jagdhundes, bei der er krankgeschossenes oder verendetes Niederwild, das der Jäger nicht findet, selbstständig sucht und bringt.
Weitere Begriffe aus Jagdhunde
HetzeFährtenlautErdhundSichtlautBuschierenSpurlautStandlautBrackeAlle Begriffe aus Jagdhunde