Jagdhunde · Jägersprache
Schweißhund
Ein Schweißhund ist ein Jagdhund, der auf die Nachsuche nach krankgeschossenem Schalenwild spezialisiert ist; klassische Rassen sind der Hannoversche Schweißhund, der Bayerische Gebirgsschweißhund und die Alpenländische Dachsbracke.
Was ist ein Schweißhund?
Schweiß ist das jägersprachliche Wort für Blut. Ein Schweißhund folgt daher der Blut- und Wundfährte eines verletzten Stückes, bis er es gefunden hat. Die Schweißhunde bilden eine der sechs Hauptgruppen der Jagdhunde neben Vorstehhunden, Apportierhunden, Stöberhunden, Bracken und Erdhunden. Ihr Arbeitsschwerpunkt ist eindeutig: Nachsuche auf Schalenwild. Dafür bringen sie eine sehr feine Nase, Ruhe und Ausdauer mit und jagen laut. Schweißarbeit leisten zwar auch gut ausgebildete Vorstehhunde und Teckel, schwierige Suchen bleiben aber die Domäne der Spezialisten.
Die drei klassischen Schweißhunderassen
Der Hannoversche Schweißhund (HS) ist mit etwa 55 cm der stärkere Typ; seine Farbe reicht von Hirschrot bis Dunkelbraun. Er gilt als besonders geeignet für schwierige Nachsuchen und wird auf Hochwild geführt. Der Bayerische Gebirgsschweißhund (BGS) ist mit rund 50 cm etwas kleiner, rotbraun bis hirschrot gefärbt und wird oft als Nachsuchenspezialist schlechthin bezeichnet. Die Alpenländische Dachsbracke (ADBr) misst nur etwa 35 cm, ist hirschrot und trotz ihrer Größe ein robuster Schweißhund.
Arbeit des Nachsuchengespanns
Hundeführer und Schweißhund bilden das Nachsuchengespann; der Führer braucht einen gültigen Jagdschein. In der Ausbildung stehen ruhige Riemenarbeit, Fährtentreue und je nach Ausbildungsstand das Verweisen oder das Bringsel im Vordergrund. Zur typischen Arbeit gehören Vorsuche, Riemenarbeit und Hetze. Der Hund arbeitet an einem Schweißriemen von 6 bis 12 m und trägt eine breite, nicht würgende Schweißhalsung. Geschnallt, also vom Riemen gelassen, wird er regelmäßig erst am warmen, letzten Wundbett. Vom Schweißhund sagt man, er „hängt im Behang“, sobald er das erste Lebensjahr vollendet hat; die Zählung des Behangs gibt sein Alter an.
„Schweißhund“ in der Jägerprüfung
Fast immer sollen Prüflinge die Schweißhunde als eigene Rassegruppe erkennen und mindestens HS und BGS nennen. Gefragt wird außerdem, welche Rasse für schwierige Suchen auf Hochwild geführt wird, welche Arbeiten der Hund leistet und wann er geschnallt wird. Beliebt ist der Behang als Altersangabe: Der dritte Behang bedeutet einen Hund im vierten Lebensjahr. Fehlerquelle ist die Größe: Der Hannoversche ist größer als der Bayerische Gebirgsschweißhund, nicht umgekehrt.
Häufige Fragen zu „Schweißhund“
Welche Schweißhunderassen gibt es?
Als klassische Schweißhunde gelten der Hannoversche Schweißhund, der Bayerische Gebirgsschweißhund und die Alpenländische Dachsbracke. Sie unterscheiden sich vor allem in Größe und Stärke.
Wann wird ein Schweißhund geschnallt?
In der Regel erst am warmen, letzten Wundbett des kranken Stückes. Vorher arbeitet er kontrolliert am Schweißriemen.
Braucht der Führer eines Schweißhundes einen Jagdschein?
Ja. Das Nachsuchengespann besteht aus dem Hund und einem Hundeführer, der einen gültigen Jagdschein besitzt.
„Schweißhund“ kommt in 31 Prüfungsfragen vor
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Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- NachsucheDie Nachsuche ist die Suche nach krankgeschossenem Wild mit einem ausgebildeten Jagdhund, meist einem Schweißhund. Sie ist Pflicht des Jägers und soll das Leiden des Stückes schnell beenden.
- SchweißfährteDie Schweißfährte ist die Fährte eines angeschossenen Stückes Wild, das auf seiner Flucht Schweiß (jägersprachlich für Blut) und andere Pirschzeichen hinterlässt; sie wird auch Wundfährte oder Rotfährte genannt.
- SchweißSchweiß ist in der Jägersprache das Blut des Wildes; Farbe und Beschaffenheit am Anschuss verraten die Trefferlage.
- VorstehhundEin Vorstehhund ist ein vielseitiger Jagdhund, der Wild in weiter Suche findet und durch Vorstehen anzeigt. Sein Haupteinsatz ist die Niederwildjagd im Feld, wobei er vor und nach dem Schuss arbeitet.
- StöberhundEin Stöberhund ist ein kleiner bis mittelgroßer Jagdhund, der selbstständig in dichter Deckung sucht, Wild spurlaut herausbringt und dabei Kontakt zum Führer hält; wichtigste deutsche Rasse ist der Deutsche Wachtelhund.
- BrackeEine Bracke ist ein laut jagender Hund, der Hase oder Fuchs spurlaut auf der Spur verfolgt; Bracken bilden eine der sechs Hauptgruppen der Jagdhunde.
- ErdhundErdhunde, auch Bauhunde genannt, sind kleine, mutige und scharfe Jagdhunde wie Teckel und Terrier, die vor allem für die Arbeit im Fuchs- und Dachsbau gezüchtet und ausgebildet werden.
- WundbettDas Wundbett ist in der Jägersprache die Stelle, an der sich ein krankgeschossenes Stück Wild während der Flucht niedergetan hat, also sein Liegeplatz nach dem Treffer.
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