Jagdhunde
Sichtlaut
auch: Laut auf Sicht
Sichtlaut nennt man einen Jagdhund, der nur dann Laut gibt, also bellt, wenn er das verfolgte Wild vor Augen hat; der Begriff bezeichnet zugleich diese Lautart selbst.
Was bedeutet „sichtlaut“?
Jagdhunde geben bei der Arbeit Laut, das heißt, sie bellen. Nach dem Anlass unterscheidet man mehrere Lautarten. Ein Hund ist sichtlaut, wenn er erst beim Anblick des Wildes und nur, solange er es sehen kann, lautgebend jagt. Verliert er den Sichtkontakt, verstummt er. Gemeint ist in erster Linie Haarwild, dem der Hund folgt. Der Sichtlaut ist damit an das Auge gebunden, während andere Lautarten an die Nase oder an ein gestelltes Stück gekoppelt sind.
Sichtlaut im Vergleich der Lautarten
Der Spurlaut beziehungsweise Fährtenlaut ist hell und ertönt auf einer warmen Fährte, auch ohne das Wild zu sehen; bei Bewegungsjagden ist er ausdrücklich gewünscht. Der Standlaut besteht aus tiefen, rhythmischen Lauten, mit denen der Hund gestelltes oder verendetes Wild verbellt. Beim Waidlaut bellt der Hund ohne Wild oder Witterung; das gilt als schwerer Fehler. Der Sichtlaut steht dazwischen: Die Lehrunterlagen nennen ihn bedingt gewünscht, in der Prüfung wird er zu den erwünschten Lautäußerungen gezählt.
„Sichtlaut“ in der Jägerprüfung
Geprüft wird die Definition, meist im direkten Vergleich mit fährten- oder spurlaut. Die entscheidenden Wörter sind „ausschließlich“ und „sichtbar“: Wer Wild schon auf der Fährte verbellt, ist spurlaut, nicht sichtlaut. Außerdem sollen Prüflinge die erwünschten Lautarten Stand-, Spur- und Sichtlaut vom unerwünschten Waidlaut trennen. Die Lautarten gehören zum Stoff der Nachsuche und der Jagdhundekunde.
Häufige Fragen zu „Sichtlaut“
Was ist der Unterschied zwischen sichtlaut und fährtenlaut?
Der sichtlaute Hund meldet sich erst, wenn er das gejagte Stück sieht. Ein fährtenlauter Hund gibt bereits auf der warmen, frischen Fährte Laut, ohne das Wild zu sehen.
Ist Sichtlaut beim Jagdhund erwünscht?
Er gilt als bedingt erwünscht und wird in Prüfungen zusammen mit Stand- und Spurlaut zu den erwünschten Lautarten gezählt. Unerwünscht ist dagegen der Waidlaut ohne Wild oder Witterung.
„Sichtlaut“ kommt in 5 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Jagdhunde und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- SpurlautSpurlaut ist ein Jagdhund, der auf der Spur oder Fährte von Wild Laut gibt, also bellt, obwohl er das Wild nicht sieht; beim Schalenwild spricht man auch von fährtenlaut.
- StandlautStandlaut ist das anhaltende, tiefe und rhythmische Bellen eines Jagdhundes an gestelltem oder verendetem Wild; der Hund bleibt dabei am Stück und ruft seinen Führer herbei.
- FährtenlautFährtenlaut bedeutet, dass ein Jagdhund auf der warmen, frischen Fährte des verfolgten Wildes Laut gibt – also bellt, obwohl er das Wild noch nicht sieht.
- StöbernStöbern ist die freie, selbstständige Suche eines Jagdhundes in dichter Deckung oder unübersichtlichem Gelände, bei der er Wild findet und laut heraustreibt; es zählt zur Arbeit vor dem Schuss.
- HetzeHetze bezeichnet das Verfolgen von Wild durch einen frei laufenden Hund. Bei der Nachsuche ist sie gewollt, um krankes Wild zu stellen; als unkontrolliertes Nachjagen gilt sie dagegen als schwerer Fehler.
- JagdhundEin Jagdhund ist ein für die Jagd gezüchteter, ausgebildeter und geführter Gebrauchshund, der vor und nach dem Schuss arbeitet und als Tierschutzinstrument vor allem die Nachsuche auf krankes Wild erleichtert.
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