Wildschärfe
Wildschärfe nennt man die Fähigkeit und Bereitschaft eines Jagdhundes, Raubwild und krankes Wild anzugreifen, schwächeres zur Strecke zu bringen und stärkeres zu stellen.
Ein wildscharfer Hund fängt krankes Niederwild und Raubwild und stellt Schalenwild je nach Stärke, bis der Jäger den Fangschuss geben kann; ein laufkrankes Reh kann er auch niederziehen. Unverzichtbar ist sie bei Nachsuchen auf nicht tödlich getroffenes Schalenwild und auf Bewegungsjagden auf Sauen.
Auch am Wasser zeigt sie sich: Ein Hund, der vor einer flatternden, geflügelten Ente zurückweicht, hat zu wenig Wildschärfe. Sie gehört zur angewölften Schärfe; die Raubwildschärfe ist ein Teil von ihr.
Verwandte Begriffe
SchärfeSchärfe nennt man die angewölfte Bereitschaft eines Hundes, sich kämpferisch mit einem Gegner auseinanderzusetzen, ihn anzugreifen und zu packen.RaubwildschärfeRaubwildschärfe nennt man die Bereitschaft und Fähigkeit eines Jagdhundes, Raubwild wie Fuchs oder Marder selbstständig anzugreifen, zu packen und abzuwürgen.HetzeHetze nennt man das Verfolgen von Wild durch einen frei laufenden Jagdhund; gewollt ist sie bei der Nachsuche, wenn der geschnallte Hund ein krankes Stück verfolgt.StellenStellen heißt, dass ein Hund ein flüchtendes Stück Wild zum Stehen bringt und dort hält, meist indem er es anhaltend verbellt.NachsucheDie Nachsuche ist die Suche nach angeschossenem Wild mit einem dafür brauchbaren Hund, um das Stück zu finden und, wenn es noch lebt, rasch zu erlösen.SchwarzwildSchwarzwild ist die jagdliche Bezeichnung für das Wildschwein; es zählt zum Schalenwild, ist aber als einzige Art dieser Gruppe kein Wiederkäuer.