Jagdhunde
Buschieren
auch: Buschiersuche
Buschieren bezeichnet die Suche eines Jagdhundes in unübersichtlicher, niedriger Deckung, bei der der Hund stets innerhalb der Schussweite seines Führers bleibt – man spricht von Arbeit „unter der Flinte“.
Was bedeutet „Buschieren“?
Buschieren ist ein Fachwort aus der Jagdhundearbeit. Gemeint ist, dass der Hund bewachsenes, schwer einsehbares Gelände kurz vor dem Jäger absucht und dabei so nah bleibt, dass aufstehendes Wild noch mit der Flinte erreicht werden kann. Die Wendung „unter der Flinte“ beschreibt genau diesen engen Abstand zwischen Hund und Schütze. Im Alltag könnte man vom Durchstöbern von Gebüsch in Rufweite sprechen. Das Buschieren gehört zu den Arbeiten, die der Hund leistet, bevor ein Schuss fällt – im Gegensatz etwa zur Schweißarbeit oder zum Verlorenbringen, die erst danach beginnen.
Welche Hunde buschieren und auf welches Wild?
Für das Buschieren eignen sich vor allem Vorstehhunde und Stöberhunde. Unter den Stöberhunden wird der Cockerspaniel häufig genannt, der neben dieser Suche auch kleines Niederwild zuverlässig apportiert. Erfolg verspricht die Methode besonders bei Fasan und Feldhase. Der Hund bringt das Wild im niedrigen Bewuchs hoch, und der Jäger kann es schießen, weil es noch in Schussentfernung aufsteht. Entscheidend ist die Führigkeit: Ein Hund, der sich zu weit entfernt, lässt Wild außerhalb der Schussentfernung hochgehen, und die Arbeit verliert ihren Sinn.
Abgrenzung zu Stöbern, Brackieren und Vorstehen
Zu den Arbeiten vor dem Schuss zählen neben dem Buschieren auch Feldsuche, Vorstehen, Stöbern, Brackieren und Bauarbeit. Beim Stöbern treibt der Hund Wild laut und selbstständig aus dichter Deckung, oft weit entfernt vom Führer. Brackieren meint das laut jagende Verfolgen von Hase oder Fuchs, typisch für Bracken. Vorstehen ist ein angeborenes Erstarren vor gefundenem Wild und kommt nur bei Vorstehhunden vor. Das Buschieren unterscheidet sich von all dem durch die kurze Distanz: Der Hund arbeitet nah am Jäger, das Wild wird direkt vor dem Schützen in Bewegung gebracht.
„Buschieren“ in der Jägerprüfung
Zum Buschieren gibt es im Fragenbestand fast 30 unterschiedliche Fragen. Meist geht es um die Definition, also die Suche im unübersichtlichen Gelände innerhalb der Schussweite des Führers. Häufig sollen Prüflinge außerdem die Arbeiten vor dem Schuss von denen nach dem Schuss trennen, passende Rassen wie den Cockerspaniel zuordnen oder Wildarten nennen, bei denen die Methode Erfolg verspricht. Ein typischer Fehler ist die Verwechslung mit dem Stöbern, bei dem sich der Hund weit vom Führer löst.
Häufige Fragen zu „Buschieren“
Was heißt „unter der Flinte“ bei der Hundearbeit?
Der Hund sucht so dicht vor dem Jäger, dass jedes Stück, das er hochmacht, noch innerhalb der Schrotschussentfernung ist. Diese Arbeitsweise heißt Buschieren.
Gehört Buschieren zur Arbeit vor oder nach dem Schuss?
Buschieren ist eine Arbeit vor dem Schuss, genau wie Vorstehen, Stöbern und Brackieren. Nach dem Schuss folgen dagegen Schweißarbeit und Verlorenbringen.
Welche Hunderassen eignen sich zum Buschieren?
In Frage kommen Vorstehhunde und Stöberhunde. Der Cockerspaniel gilt als typischer Buschierhund, der zugleich kleines Niederwild bringt.
„Buschieren“ kommt in 29 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Jagdhunde und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- StöbernStöbern ist die freie, selbstständige Suche eines Jagdhundes in dichter Deckung oder unübersichtlichem Gelände, bei der er Wild findet und laut heraustreibt; es zählt zur Arbeit vor dem Schuss.
- VorstehenVorstehen ist das blitzartige Erstarren eines Vorstehhundes, sobald er die Witterung von Wild in die Nase bekommt. Durch seine Haltung zeigt er dem Jäger an, dass Wild unmittelbar vor ihm liegt.
- VorstehhundEin Vorstehhund ist ein vielseitiger Jagdhund, der Wild in weiter Suche findet und durch Vorstehen anzeigt. Sein Haupteinsatz ist die Niederwildjagd im Feld, wobei er vor und nach dem Schuss arbeitet.
- StöberhundEin Stöberhund ist ein kleiner bis mittelgroßer Jagdhund, der selbstständig in dichter Deckung sucht, Wild spurlaut herausbringt und dabei Kontakt zum Führer hält; wichtigste deutsche Rasse ist der Deutsche Wachtelhund.
- FasanDer Fasan, genauer Jagdfasan (Phasianus colchicus), ist ein ursprünglich asiatischer Hühnervogel, der in Europa eingebürgert wurde und heute als typisches Niederwild reich gegliederter Feldfluren gilt; jagdrechtlich zählt er zum Federwild.
- FeldhaseDer Feldhase (Lepus europaeus) ist ein Niederwild der offenen Kulturlandschaft aus der Ordnung der Hasenartigen. Er ist kein Nagetier, ruht in einer oberirdischen Sasse und bringt behaarte, sehende Junge zur Welt.
- JagdhundEin Jagdhund ist ein für die Jagd gezüchteter, ausgebildeter und geführter Gebrauchshund, der vor und nach dem Schuss arbeitet und als Tierschutzinstrument vor allem die Nachsuche auf krankes Wild erleichtert.
- ApportierhundEin Apportierhund ist ein Jagdhund, der auf das Bringen von Wild nach dem Schuss spezialisiert ist. Typische Vertreter sind die Retriever, etwa Labrador und Golden Retriever.
Weitere Begriffe aus Jagdhunde
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