Jagdhunde
Vorstehhund
auch: Vorsteher
Ein Vorstehhund ist ein vielseitiger Jagdhund, der Wild in weiter Suche findet und durch Vorstehen anzeigt. Sein Haupteinsatz ist die Niederwildjagd im Feld, wobei er vor und nach dem Schuss arbeitet.
Was ist ein „Vorstehhund“?
Vorstehhunde bilden eine der sechs Hauptgruppen der Jagdhunde, neben Apportierhunden, Stöberhunden, Bracken, Schweißhunden und Erdhunden. Sie gelten als die vielseitigste Gruppe: Sie suchen, stehen vor, apportieren und werden vor wie nach dem Schuss eingesetzt. Namensgebend ist das Vorstehen, das nur bei ihnen angewölft ist. Die Hunde sind mittelgroß bis groß; ihr Hauptrevier ist das Feld, besonders bei der Jagd auf Fasan, Rebhuhn und Hase. Bevorzugt werden sie bei der Suche eingesetzt. Ist ein Vorstehhund vor und nach dem Schuss brauchbar, spricht man vom Vollgebrauchshund, wobei die Baujagd ausgenommen ist. Hat er sein erstes Lebensjahr vollendet, sagt man, er „steht im ersten Feld“.
Deutsche und englische Rassen
Unter den deutschen Rassen ist der Deutsch-Kurzhaar mit brauner oder braunschimmliger Farbe der häufigste. Der Deutsch-Drahthaar mit Rauhaar und dichter Unterwolle ist besonders witterungsfest und ebenfalls sehr verbreitet. Der Deutsch-Langhaar trägt Fahne und Federn und gilt als ruhig. Der Weimaraner fällt durch sein Silbergrau und bernsteinfarbene Augen auf. Der Kleine Münsterländer ist braun-weiß und der kleinste deutsche Vorstehhund, der Große Münsterländer schwarz-weiß und größer. Auch Griffon und Pudelpointer stehen vor. Zu den englischen Vorstehhunden zählen Pointer sowie English, Irish und Gordon Setter; sie gelten eher als Spezialisten denn als Vollgebrauchshunde.
Ausbildung und Haltung
Die Ausbildung umfasst Suche, Vorstehen, Apport, Wasserarbeit, Feldarbeit und Schweißarbeit. Bei der Feldarbeit werden Suche, Vorstehen und Verlorenbringen verlangt. Unerwünscht sind etwa das Einspringen, bei dem der Hund das Wild ohne Befehl hochmacht, oder fehlender Gehorsam am Hasen – dann heißt er „nicht hasenrein“. Für einen Vorstehhund im Zwinger schreibt die Tierschutz-Hundeverordnung je nach Widerristhöhe mindestens 8 m² (über 50 bis 65 cm) oder 10 m² (über 65 cm) vor; eine Hündin mit Welpen braucht die doppelte Fläche.
„Vorstehhund“ in der Jägerprüfung
Der Vorstehhund ist eines der meistgefragten Hundethemen. Geprüft werden die Jagdhundegruppen, die Zuordnung von Rassen – besonders deutscher und englischer Vorstehhunde sowie der langhaarigen Rassen –, der bevorzugte Einsatz bei der Suche und die Eignung für Niederwildreviere. Auch Mindestmaße für die Zwingerhaltung und unerwünschtes Verhalten bei der Feldarbeit kommen vor. Eine Falle ist der Deutsche Wachtelhund, der zwar „Wald-Vorstehhund“ genannt wird, aber zu den Stöberhunden gehört.
Häufige Fragen zu „Vorstehhund“
Welche Rassen sind Vorstehhunde?
Zu den deutschen gehören Deutsch-Kurzhaar, Deutsch-Drahthaar, Deutsch-Langhaar, Weimaraner sowie Kleiner und Großer Münsterländer, außerdem Griffon und Pudelpointer. Englische Vorstehhunde sind Pointer und die Setter-Rassen.
Was ist ein Vollgebrauchshund?
So heißt ein Hund, den man sowohl vor als auch nach dem Schuss einsetzen kann. Die Baujagd gehört nicht dazu.
Für welches Revier eignet sich ein Vorstehhund?
Besonders für Niederwildreviere im Feld, etwa mit Fasanen und Rebhühnern, wo er in weiter Suche Wild findet und anzeigt.
„Vorstehhund“ kommt in 94 Prüfungsfragen vor
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Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- VorstehenVorstehen ist das blitzartige Erstarren eines Vorstehhundes, sobald er die Witterung von Wild in die Nase bekommt. Durch seine Haltung zeigt er dem Jäger an, dass Wild unmittelbar vor ihm liegt.
- JagdhundEin Jagdhund ist ein für die Jagd gezüchteter, ausgebildeter und geführter Gebrauchshund, der vor und nach dem Schuss arbeitet und als Tierschutzinstrument vor allem die Nachsuche auf krankes Wild erleichtert.
- StöberhundEin Stöberhund ist ein kleiner bis mittelgroßer Jagdhund, der selbstständig in dichter Deckung sucht, Wild spurlaut herausbringt und dabei Kontakt zum Führer hält; wichtigste deutsche Rasse ist der Deutsche Wachtelhund.
- ApportierhundEin Apportierhund ist ein Jagdhund, der auf das Bringen von Wild nach dem Schuss spezialisiert ist. Typische Vertreter sind die Retriever, etwa Labrador und Golden Retriever.
- SchweißhundEin Schweißhund ist ein Jagdhund, der auf die Nachsuche nach krankgeschossenem Schalenwild spezialisiert ist; klassische Rassen sind der Hannoversche Schweißhund, der Bayerische Gebirgsschweißhund und die Alpenländische Dachsbracke.
- BrackeEine Bracke ist ein laut jagender Hund, der Hase oder Fuchs spurlaut auf der Spur verfolgt; Bracken bilden eine der sechs Hauptgruppen der Jagdhunde.
- ErdhundErdhunde, auch Bauhunde genannt, sind kleine, mutige und scharfe Jagdhunde wie Teckel und Terrier, die vor allem für die Arbeit im Fuchs- und Dachsbau gezüchtet und ausgebildet werden.
- JagdhundezuchtJagdhundezucht ist die planvolle Verpaarung von Jagdhunden mit dem Ziel gesunder, wesensfester und jagdlich leistungsfähiger Nachkommen, geregelt durch Zuchtvereine, Zuchtordnungen und Prüfungen.
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