Jagdhunde
Jagdhundeausbildung
auch: Hundeausbildung
Jagdhundeausbildung ist der systematische Aufbau von Gehorsam, Führigkeit und jagdlichen Fertigkeiten wie Apport, Nasen- und Wasserarbeit, durch den aus einem veranlagten Hund ein brauchbarer, sicher geführter Jagdhelfer wird.
Was bedeutet „Jagdhundeausbildung“?
Ausbildung beginnt nicht erst im Revier. Am Anfang stehen Bindung und Vertrauen zwischen Führer und Hund, Alltagssicherheit und die Gewöhnung an Menschen, andere Hunde, Wildwitterung, Fahrzeuge und die Umgebung im Revier. Leitgedanke ist die Trennung von Veranlagung und Ausbildung: Eine gute Nase, Spurlaut, Finderwille und Bringfreude kann ein Hund mitbringen. Gehorsam, Führigkeit, Standruhe und sauberes Apportieren dagegen müssen Schritt für Schritt erarbeitet werden. Gearbeitet wird mit Belohnung, Wiederholung und behutsamer Steigerung; Härte gegen den Hund ist ausdrücklich kein Ausbildungsprinzip.
Grundgehorsam und jagdliche Kernfächer
Zum Grundgehorsam zählen Sitz, Platz, Hereinkommen, Leinenführigkeit und Standruhe sowie Impulskontrolle vor Wild, Schuss und fremden Hunden. Darauf bauen die jagdlichen Fächer auf. In der Nasenarbeit lernt der Hund Spur, Fährte, Suche und Verlorensuche. Beim Apport soll er korrekt aufnehmen, ruhig tragen, bringen und ausgeben. Die Wasserarbeit umfasst Suchen und Bringen aus Wasser und Deckung, die Schweißarbeit ruhiges, konzentriertes Arbeiten am langen Riemen auf künstlicher oder natürlicher Wundfährte. Stöbern heißt selbstständiges Suchen in Deckung mit Kontakt zum Führer, Vorstehen das regungslose Anzeigen von Wildwitterung bei Vorstehhunden.
Hilfsmittel und Waffenrecht
Typische Hilfsmittel sind Apportierbock, Fährtenschuh und Feldleine; eine Koralle dient der Gehorsamsarbeit. Um Schussfestigkeit zu üben, werden Platzpatronen verwendet, die nur eine Treibladung und kein Geschoss enthalten. Auch Schreckschusswaffen dürfen im Jagdbetrieb für die Hundeausbildung eingesetzt werden. Waffenrechtlich ist die Jagdhundeausbildung im Revier der befugten Jagdausübung gleichgestellt: Nach § 13 Abs. 6 WaffG brauchen Jäger dort für das Führen der Jagdwaffe keinen Waffenschein und für das Schießen keine Schießerlaubnis.
„Jagdhundeausbildung“ in der Jägerprüfung
Die Prüfungsfragen dazu kommen aus zwei Richtungen. Im Jagdhundewesen geht es um Hilfsmittel wie Koralle, Apportierbock oder Fährtenschuh und um den Unterschied zwischen Anlage und Ausbildung. Im Waffenrecht wird gefragt, welche Tätigkeiten im Revier von der jagdlichen Berechtigung gedeckt sind; das Schießen bei der Hundeausbildung gehört ausdrücklich dazu. Wer dagegen annimmt, dafür sei ein Waffenschein nötig, liegt falsch.
Häufige Fragen zu „Jagdhundeausbildung“
Welche Hilfsmittel nutzt man bei der Jagdhundeausbildung?
Zum Beispiel Apportierbock, Fährtenschuh und Feldleine; für die Gehorsamsarbeit wird eine Koralle verwendet. Für die Schussfestigkeit kommen Platzpatronen oder Schreckschusswaffen zum Einsatz.
Brauche ich für das Schießen bei der Hundeausbildung einen Waffenschein?
Nein. Die Jagdhundeausbildung im Revier ist wie die befugte Jagdausübung erlaubnisfrei: Jagdwaffen dürfen dort ohne Waffenschein geführt und ohne Schießerlaubnis verwendet werden.
Welche Fächer gehören zur jagdlichen Ausbildung?
Nasenarbeit, Apport, Wasserarbeit, Schweißarbeit, Stöbern und bei Vorstehhunden das Vorstehen. Grundlage ist immer ein solider Gehorsam.
„Jagdhundeausbildung“ kommt in 6 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Jagdhunde und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- JagdhundEin Jagdhund ist ein für die Jagd gezüchteter, ausgebildeter und geführter Gebrauchshund, der vor und nach dem Schuss arbeitet und als Tierschutzinstrument vor allem die Nachsuche auf krankes Wild erleichtert.
- BrauchbarkeitsprüfungDie Brauchbarkeitsprüfung ist der landesrechtlich geregelte Nachweis, dass ein Jagdhund für den Einsatz im Jagdbetrieb geeignet ist, etwa für Nachsuche, Stöbern oder das Bringen von Wild.
- ApportierenApportieren heißt, dass ein Jagdhund Wild oder einen Gegenstand aufnimmt, ruhig trägt, zum Hundeführer bringt und sauber ausgibt. Beim Verlorenbringen sucht er dazu verlorenes Niederwild.
- VerlorensucheVerlorensuche ist die Nasenarbeit eines Jagdhundes, bei der er krankgeschossenes oder verendetes Niederwild, das der Jäger nicht findet, selbstständig sucht und bringt.
- WasserarbeitWasserarbeit ist das Suchen und Bringen von Wild durch den Jagdhund aus dem Wasser und aus deckungsreichen Uferbereichen – ein zentrales Fach von Ausbildung und Brauchbarkeitsprüfung.
- StöbernStöbern ist die freie, selbstständige Suche eines Jagdhundes in dichter Deckung oder unübersichtlichem Gelände, bei der er Wild findet und laut heraustreibt; es zählt zur Arbeit vor dem Schuss.
- VorstehenVorstehen ist das blitzartige Erstarren eines Vorstehhundes, sobald er die Witterung von Wild in die Nase bekommt. Durch seine Haltung zeigt er dem Jäger an, dass Wild unmittelbar vor ihm liegt.
- WaffenscheinDer Waffenschein ist die waffenrechtliche Erlaubnis, eine erlaubnispflichtige Schusswaffe zu führen, sie also außerhalb von Wohnung, Geschäftsräumen oder befriedetem Besitztum des Inhabers und außerhalb einer Schießstätte in der tatsächlichen Gewalt zu haben. Er gilt höchstens drei Jahre.
Weitere Begriffe aus Jagdhunde
JagdhundezuchtSchweißhundHetzeSichtlautFährtenlautSpurlautErdhundStandlautAlle Begriffe aus Jagdhunde