Jagdhunde
Wasserarbeit
Wasserarbeit ist das Suchen und Bringen von Wild durch den Jagdhund aus dem Wasser und aus deckungsreichen Uferbereichen – ein zentrales Fach von Ausbildung und Brauchbarkeitsprüfung.
Was bedeutet „Wasserarbeit“?
Unter Wasserarbeit fasst man alle Aufgaben zusammen, bei denen der Hund im oder am Wasser sucht und Wild zum Führer trägt. Sie gehört zur Arbeit nach dem Schuss, sobald es um das Bringen erlegter Enten oder anderen Wasserwildes geht. Bei der Jagd auf Wasserwild steht zuverlässiges Apportieren aus dem Wasser im Mittelpunkt; ohne einen dafür geeigneten Hund wären Jagderfolg und Tierschutz gefährdet. Grundlage ist die angewölfte Wasserfreude, also die angeborene Lust, ins Wasser zu steigen und zu schwimmen, zusammen mit der Bringfreude.
Ausbildung, Führung und Fürsorge am Wasser
Bei Vorstehhunden zählt die Wasserarbeit neben Suche, Vorstehen, Apport, Feldarbeit und Schweiß zu den Ausbildungsschwerpunkten. Geübt wird das Suchen und Bringen aus Wasser und Deckung. Vor dem Einsatz wird die Halsung abgenommen; das gilt ebenso bei Bauarbeit, beim Stöbern in dichter Deckung und beim Schnallen zur Hetze. Im Frühjahr ist Wasserausbildung aus Natur- und Artenschutzgründen ungünstig, weil dann Vögel und Amphibien am Gewässer brüten oder sich fortpflanzen. Nach Einsätzen bei Frost reibt der Führer den Hund trocken, denn es droht Auskühlung. Wasserarbeit erhöht zudem den Energiebedarf, was bei der Fütterung zu berücksichtigen ist.
„Wasserarbeit“ in der Jägerprüfung
Gefragt wird, bei welchen Arbeiten die Halsung abgelegt wird, warum im Frühling nicht am Wasser ausgebildet werden sollte und wie der Hund nach frostigen Einsätzen versorgt wird. Außerdem taucht die Wasserarbeit in Aufzählungen der Prüfungsfächer auf: bei HZP und VGP der Vorstehhunde sowie bei der Brauchbarkeitsprüfung. Für Mecklenburg-Vorpommern werden als Fachgruppen Gehorsam, Bringen, Wasserarbeit, Schweißarbeit, Bauarbeit und Stöbern genannt. Leicht vergessen wird der Artenschutzbezug.
Häufige Fragen zu „Wasserarbeit“
Wann arbeitet ein Jagdhund ohne Halsung?
Neben der Wasserarbeit nennt die Prüfung die Bauarbeit, das Stöbern in dichter Deckung und das Schnallen zur Hetze bei der Nachsuche. In all diesen Fällen arbeitet der Hund ohne Halsband.
In welchen Hundeprüfungen wird Wasserarbeit verlangt?
Sie ist Teil der Herbstzuchtprüfung und der Verbandsgebrauchsprüfung der Vorstehhunde. Auch Brauchbarkeitsprüfungen enthalten ein Wasserfach, etwa in Mecklenburg-Vorpommern.
Welche Hunde eignen sich für die Wasserarbeit?
Gefragt sind Hunde mit ausgeprägter Wasser- und Bringfreude. Bei Vorstehhunden gehört sie fest zum Ausbildungsprogramm, Apportierhunde sind auf Verlorensuche und sauberes Bringen spezialisiert.
„Wasserarbeit“ kommt in 11 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Jagdhunde und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- ApportierenApportieren heißt, dass ein Jagdhund Wild oder einen Gegenstand aufnimmt, ruhig trägt, zum Hundeführer bringt und sauber ausgibt. Beim Verlorenbringen sucht er dazu verlorenes Niederwild.
- ApportierhundEin Apportierhund ist ein Jagdhund, der auf das Bringen von Wild nach dem Schuss spezialisiert ist. Typische Vertreter sind die Retriever, etwa Labrador und Golden Retriever.
- VorstehhundEin Vorstehhund ist ein vielseitiger Jagdhund, der Wild in weiter Suche findet und durch Vorstehen anzeigt. Sein Haupteinsatz ist die Niederwildjagd im Feld, wobei er vor und nach dem Schuss arbeitet.
- BrauchbarkeitsprüfungDie Brauchbarkeitsprüfung ist der landesrechtlich geregelte Nachweis, dass ein Jagdhund für den Einsatz im Jagdbetrieb geeignet ist, etwa für Nachsuche, Stöbern oder das Bringen von Wild.
- JagdhundeausbildungJagdhundeausbildung ist der systematische Aufbau von Gehorsam, Führigkeit und jagdlichen Fertigkeiten wie Apport, Nasen- und Wasserarbeit, durch den aus einem veranlagten Hund ein brauchbarer, sicher geführter Jagdhelfer wird.
- VerlorensucheVerlorensuche ist die Nasenarbeit eines Jagdhundes, bei der er krankgeschossenes oder verendetes Niederwild, das der Jäger nicht findet, selbstständig sucht und bringt.
- StöbernStöbern ist die freie, selbstständige Suche eines Jagdhundes in dichter Deckung oder unübersichtlichem Gelände, bei der er Wild findet und laut heraustreibt; es zählt zur Arbeit vor dem Schuss.
Weitere Begriffe aus Jagdhunde
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