Jagdhunde · Jägersprache
Hetze
Hetze bezeichnet das Verfolgen von Wild durch einen frei laufenden Hund. Bei der Nachsuche ist sie gewollt, um krankes Wild zu stellen; als unkontrolliertes Nachjagen gilt sie dagegen als schwerer Fehler.
Was bedeutet „Hetze“?
Im Jagdhundewesen meint Hetze, dass ein Hund Wild verfolgt, ohne am Riemen geführt zu werden. Ob das erwünscht ist, hängt ganz vom Zusammenhang ab. Bei der Nachsuche auf krankgeschossenes Wild gehört die Hetze zur Arbeit des Schweißhundes, neben Vorsuche und Riemenarbeit. Beim Vorstehhund ist das Hetzen von aufstehendem Wild, auch Nachprellen genannt, dagegen ein schwerer Fehler. Umgangssprachlich kann man sich darunter ein Hinterherjagen des Hundes vorstellen.
Die Hetze bei der Nachsuche
Die Nachsuche beginnt am Anschuss und wird bevorzugt am Schweißriemen gearbeitet, weil das kontrollierter ist als die freie Suche. Erst am warmen Wundbett darf der Hund geschnallt werden: Man nimmt ihm Halsung und Riemen ab, damit er das kranke Stück frei hetzen kann. Eine Nachsuche mit Hetze erfordern in der Regel etwa Unterkiefer- oder Vorderlaufschüsse. Von Schweißhunderassen wie Hannoverschem Schweißhund, Bayerischem Gebirgsschweißhund oder Alpenländischer Dachsbracke erwartet man neben ruhiger Riemenarbeit auch ausdauernde Hetze und scharfes Stellen.
Hetzen und Tierschutzrecht
Nach § 3 TierSchG ist es grundsätzlich verboten, ein Tier auf ein anderes zu hetzen. Eine Ausnahme gilt nur, soweit die Grundsätze weidgerechter Jagdausübung es erfordern, beispielsweise bei der Nachsuche. Jagdhunde zu Ausbildungszwecken auf Katzen zu hetzen, ist deshalb unzulässig. Hetze und anderer Stress verschlechtern zudem die Qualität des Wildbrets.
„Hetze“ in der Jägerprüfung
Geprüft wird der Rechtsrahmen nach dem Tierschutzgesetz, das Schnallen des Hundes und die Aufgaben von Schweißhunden. Ein Klassiker ist auch das richtige Verhalten des Führers, wenn der Hund von einer unerlaubten Hetze zurückkommt: ihn kommentarlos anleinen. Verwechselt wird die Hetze gern mit der Arbeit von Bracken, die zwar laut auf der Fährte jagen, aber nicht als Hetzhunde gelten.
Häufige Fragen zu „Hetze“
Was bedeutet es, den Hund zu schnallen?
Der Hund wird von Halsung und Riemen befreit, damit er krankes Wild hetzen und stellen kann. Das geschieht bei der Nachsuche am warmen Wundbett.
Wie reagiert man, wenn der Hund von einer unerlaubten Hetze zurückkommt?
Man leint ihn ohne Kommentar an. Diese ruhige Reaktion ist die Antwort, die in der Prüfung erwartet wird.
Ist Hetzen nach dem Tierschutzgesetz erlaubt?
Nur, soweit die Grundsätze weidgerechter Jagdausübung es erfordern, etwa bei der Nachsuche auf krankes Wild. Sonst ist das Hetzen eines Tieres auf ein anderes verboten.
„Hetze“ kommt in 15 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Jagdhunde und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- NachsucheDie Nachsuche ist die Suche nach krankgeschossenem Wild mit einem ausgebildeten Jagdhund, meist einem Schweißhund. Sie ist Pflicht des Jägers und soll das Leiden des Stückes schnell beenden.
- SchweißhundEin Schweißhund ist ein Jagdhund, der auf die Nachsuche nach krankgeschossenem Schalenwild spezialisiert ist; klassische Rassen sind der Hannoversche Schweißhund, der Bayerische Gebirgsschweißhund und die Alpenländische Dachsbracke.
- WundbettDas Wundbett ist in der Jägersprache die Stelle, an der sich ein krankgeschossenes Stück Wild während der Flucht niedergetan hat, also sein Liegeplatz nach dem Treffer.
- VorstehhundEin Vorstehhund ist ein vielseitiger Jagdhund, der Wild in weiter Suche findet und durch Vorstehen anzeigt. Sein Haupteinsatz ist die Niederwildjagd im Feld, wobei er vor und nach dem Schuss arbeitet.
- BrackeEine Bracke ist ein laut jagender Hund, der Hase oder Fuchs spurlaut auf der Spur verfolgt; Bracken bilden eine der sechs Hauptgruppen der Jagdhunde.
- JagdhundeausbildungJagdhundeausbildung ist der systematische Aufbau von Gehorsam, Führigkeit und jagdlichen Fertigkeiten wie Apport, Nasen- und Wasserarbeit, durch den aus einem veranlagten Hund ein brauchbarer, sicher geführter Jagdhelfer wird.
- WildbretWildbret ist in der Jägersprache das Fleisch von erlegtem Wild, das als Lebensmittel verwendet wird – umgangssprachlich also Wildfleisch; eine ältere Schreibweise lautet „Wildpret“.
- StandlautStandlaut ist das anhaltende, tiefe und rhythmische Bellen eines Jagdhundes an gestelltem oder verendetem Wild; der Hund bleibt dabei am Stück und ruft seinen Führer herbei.
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