Jagdhunde · Jägersprache
Standlaut
auch: Laut am Stand
Standlaut ist das anhaltende, tiefe und rhythmische Bellen eines Jagdhundes an gestelltem oder verendetem Wild; der Hund bleibt dabei am Stück und ruft seinen Führer herbei.
Was bedeutet „Standlaut“?
Laut geben ist das jägersprachliche Wort für das Bellen des Hundes. Beim Standlaut steht der Hund, anders als bei der Hetze, an einem festen Ort: Er hat ein lebendes Stück gestellt, also zum Stehen gebracht, oder ein verendetes Stück gefunden und verbellt es. Die Laute sind tief und kommen in gleichmäßigem Rhythmus. Standlaut gehört zu den erwünschten Lautarten, zusammen mit Spurlaut und, bedingt, Sichtlaut. Unerwünscht ist nur der Waidlaut, bei dem ein Hund ohne Wild oder Witterung bellt. Standlaut und der Laut während der Hetze lassen sich am Klang unterscheiden.
Standlaut bei der Nachsuche: das Totverbellen
Bei der Nachsuche muss der Hund seinem Führer zeigen, dass er das Stück gefunden hat. Dafür gibt es drei Verweisarten. Beim Totverbellen bleibt der Hund am verendeten Wild und gibt so lange Standlaut, bis der Führer bei ihm ist. Vorteil: Der Hund bleibt beim Stück, der Fundort ist hörbar. Nachteil: Es ist laut, und Wild in der Umgebung kann gestört werden. Beim Totverweisen läuft der Hund dagegen zum Führer zurück und zeigt den Fund durch auffälliges Verhalten an. Beim Bringselverweisen nimmt er ein am Halsband hängendes Leder- oder Holzstück in den Fang und kehrt damit leise zurück, was eine besondere Ausbildung verlangt.
„Standlaut“ in der Jägerprüfung
Abgefragt wird vor allem, wann ein Hund Standlaut gibt: beim Stellen von lebendem Wild und beim Verbellen eines gestellten Stückes. Außerdem steht Standlaut in der Liste der erwünschten Lautäußerungen und soll vom Hetzlaut unterschieden werden können. In der Nachsuche wird er mit dem Totverbellen verbunden. Fehlerquelle: Standlaut mit Totverweisen zu verwechseln, bei dem der Hund das Stück gerade verlässt.
Häufige Fragen zu „Standlaut“
Wann gibt ein Hund Standlaut?
Wenn er ein lebendes Stück gestellt hat oder an einem verendeten Stück verbellt. Er bleibt dabei am Wild, bis der Führer kommt.
Ist Standlaut erwünscht?
Ja. Standlaut zählt wie Spurlaut zu den erwünschten Lautarten; bei der Nachsuche ist er die Grundlage des Totverbellens.
„Standlaut“ kommt in 6 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Jagdhunde und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- SichtlautSichtlaut nennt man einen Jagdhund, der nur dann Laut gibt, also bellt, wenn er das verfolgte Wild vor Augen hat; der Begriff bezeichnet zugleich diese Lautart selbst.
- SpurlautSpurlaut ist ein Jagdhund, der auf der Spur oder Fährte von Wild Laut gibt, also bellt, obwohl er das Wild nicht sieht; beim Schalenwild spricht man auch von fährtenlaut.
- FährtenlautFährtenlaut bedeutet, dass ein Jagdhund auf der warmen, frischen Fährte des verfolgten Wildes Laut gibt – also bellt, obwohl er das Wild noch nicht sieht.
- NachsucheDie Nachsuche ist die Suche nach krankgeschossenem Wild mit einem ausgebildeten Jagdhund, meist einem Schweißhund. Sie ist Pflicht des Jägers und soll das Leiden des Stückes schnell beenden.
- SchweißhundEin Schweißhund ist ein Jagdhund, der auf die Nachsuche nach krankgeschossenem Schalenwild spezialisiert ist; klassische Rassen sind der Hannoversche Schweißhund, der Bayerische Gebirgsschweißhund und die Alpenländische Dachsbracke.
- HetzeHetze bezeichnet das Verfolgen von Wild durch einen frei laufenden Hund. Bei der Nachsuche ist sie gewollt, um krankes Wild zu stellen; als unkontrolliertes Nachjagen gilt sie dagegen als schwerer Fehler.
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