Wildbiologie
Strauchschicht
auch: Unterholz
Die Strauchschicht ist die Vegetationsebene aus Sträuchern und jungen Bäumen im Wald, umgangssprachlich oft Unterholz genannt; sie bietet Wild Deckung.
Was ist die Strauchschicht?
Wälder sind in Stockwerken aufgebaut. Über dem Boden und der Krautschicht wachsen Sträucher und junge Gehölze, darüber schließt die Baumschicht an. Diese mittlere Ebene heißt Strauchschicht; im Alltag spricht man meist von Unterholz. Ist sie dicht und vielfältig, wird der Wald strukturreich und deckungsreich. Wild findet hier Sichtschutz und Rückzugsräume. Die Strauchschicht ist daher ein Merkmal, an dem sich die Eignung eines Waldes für bestimmte Wildarten ablesen lässt.
Bedeutung für Haselwild und andere Wildarten
Besonders eng an eine gut ausgebildete Strauchschicht gebunden ist das Haselwild, das kleinste heimische Raufußhuhn. Es lebt heimlich in deckungsreichen Mischwäldern. Fehlt die Strauchschicht, gehört das zu den Ursachen seiner Gefährdung, neben dem Verlust strukturreicher Wälder, Zerschneidung, Störungen und Klimaveränderungen. Zum Schutz empfehlen sich naturnahe Waldentwicklung, der Erhalt von Strauchschicht und Weichlaubhölzern, lichte Bereiche und störungsarme Kernzonen. Auch Sikawild bevorzugt dichte, wasserreiche Laub- und Mischwälder mit Unterholz. Für jagdlich zu führende Hunde lässt das Tierschutzgesetz eine eng begrenzte Ausnahme vom Amputationsverbot zu, wenn der Eingriff für die vorgesehene Nutzung unerlässlich ist; begründet wird sie meist mit der Verletzungsgefahr der Rute bei der Arbeit im dichten Unterholz.
„Strauchschicht“ in der Jägerprüfung
Der Begriff gehört in die Sachgebiete Wildbiologie, Waldbau und Naturschutz. Er wird gebraucht, um Lebensraumansprüche zu erklären, vor allem beim Haselwild. Im Bergwald erscheint dichtes Unterholz aus jungen Bäumen und Sträuchern als Schutz, weil es Steinschlag gut zurückhält.
Häufige Fragen zu „Strauchschicht“
Warum ist die Strauchschicht für Haselwild so wichtig?
Haselwild ist an deckungsreiche Mischwälder mit Strauchschicht gebunden. Fehlt sie, verliert die Art Deckung und Lebensraum; ihr Erhalt gehört deshalb zu den wichtigsten Schutzmaßnahmen.
Welche Rolle spielt Unterholz im Bergwald?
Dichtes Unterholz aus jungen Bäumen und Sträuchern kann herabfallende Steine besonders gut abbremsen und zurückhalten.
„Strauchschicht“ kommt in 1 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Wildbiologie und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- KrautschichtDie Krautschicht ist die bodennahe Pflanzenschicht aus Kräutern, Gräsern und Beersträuchern; im Wald bietet sie Wildarten wie Hasel- und Auerwild Nahrung und Deckung.
- HaselwildHaselwild ist die jägersprachliche Bezeichnung für das Haselhuhn (Tetrastes bonasia), das kleinste heimische Raufußhuhn, das sehr heimlich in unterholzreichen Wäldern lebt.
- SikawildSikawild (Cervus nippon) ist eine aus Ostasien stammende, in Deutschland eingebürgerte Hirschart, die jagdlich zum Schalenwild und zum Hochwild zählt und in Größe zwischen Reh- und Rotwild steht.
- BiotopEin Biotop ist der Lebensraum einer Lebensgemeinschaft: ein abgrenzbarer Ausschnitt der Landschaft mit einheitlichen Standortbedingungen, etwa ein Mischwald, eine Feuchtwiese oder eine Hecke.
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