Jagdpraxis · Jägersprache
Geräusch
Geräusch nennt die Jägersprache die inneren Organe Herz, Lunge, Leber und Nieren des erlegten Wildes. Zusammen mit dem Gescheide wird es beim Aufbrechen entnommen.
Was bedeutet „Geräusch“?
Mit Lärm hat das jagdliche Geräusch nichts zu tun. Gemeint sind vier bestimmte innere Organe: Lunge, Herz, Nieren und Leber. Der Magen bzw. Pansen zählt nicht dazu, er gehört zum Gescheide. Aufbrechen lässt sich deshalb knapp als Öffnen der Körperhöhle und Entnehmen von Geräusch und Gescheide beim Schalenwild beschreiben. Beide sind Teile des Aufbruchs, wie die Gesamtheit aller beim Aufbrechen herausgenommenen Organe heißt.
Geräusch beim Versorgen des Wildes
Nach dem Lösen des Gescheides wird das Zwerchfell durchtrennt; Herz und Lunge werden dann zusammen mit der Leber entnommen, wobei die Drossel als Zugleine hilft. Beim Herausnehmen werden die Organe zugleich auf Veränderungen geprüft. Bei Wildarten mit Gallenblase, etwa Gams, Hase und Schwarzwild, soll die Gallenblase vor der Verwertung des Geräuschs von der Leber getrennt werden. Rehwild hat keine Gallenblase; viele Fragenkataloge zählen auch Rot- und Damwild dazu.
Geräusch und Jägerrecht
Traditionell hat das Geräusch mit dem Jägerrecht zu tun. Das kleine Jägerrecht, das nur bei Schalenwild gilt und dem zusteht, der das Stück aufgebrochen hat, umfasst Herz, Lunge, Leber, Nieren und Milz sowie das stumpf herauslösbare Feist. Es deckt sich damit weitgehend mit dem Geräusch. In einigen Prüfungsantworten wird zudem das große Jägerrecht historisch als Vorschlag bis zur dritten Rippe samt Geräusch beschrieben, früher ein Teil der Naturalentlohnung von Berufsjägern.
„Geräusch“ in der Jägerprüfung
Geprüft wird, welche Organe zum Geräusch gehören und welches nicht; der Pansen ist die klassische Falschantwort. Außerdem kommen Fragen zur Gallenblase und zur Definition des Aufbrechens vor. Im Brauchtumsteil taucht das Geräusch zudem bei der Frage nach dem großen Jägerrecht auf. Wer das Wort nur im akustischen Sinn kennt, kann hier leicht danebenliegen.
Häufige Fragen zu „Geräusch“
Gehört der Pansen zum Geräusch?
Nein. Der Pansen gehört zum großen Gescheide. Zum Geräusch zählen Lunge, Herz, Nieren und Leber.
Was ist der Unterschied zwischen Geräusch und Aufbruch?
Aufbruch bezeichnet sämtliche beim Aufbrechen entnommenen inneren Organe. Das Geräusch ist nur ein Teil davon, der andere große Teil ist das Gescheide.
„Geräusch“ kommt in 10 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Jagdpraxis und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- AufbruchAufbruch nennt der Jäger die Gesamtheit der inneren Organe, die beim Aufbrechen eines erlegten Stückes herausgenommen werden – im Alltag würde man von Eingeweiden sprechen.
- GescheideGescheide ist das jägersprachliche Wort für den Magen-Darm-Trakt des Wildes. Man unterscheidet das große Gescheide (Magen bzw. Mägen) und das kleine Gescheide (Därme).
- AufbrechenAufbrechen ist in der Jägersprache das Öffnen der Bauchhöhle eines erlegten Stückes Schalenwild und das Entnehmen der inneren Organe. Umgangssprachlich entspricht das dem Ausweiden.
- Jagdliches BrauchtumJagdliches Brauchtum umfasst die überlieferten Regeln, Zeichen und Rituale der Jägerschaft – von der Waidmannssprache über Bruchzeichen und Jagdsignale bis zum Streckelegen – und ist eng mit der Waidgerechtigkeit verbunden.
- WildbretWildbret ist in der Jägersprache das Fleisch von erlegtem Wild, das als Lebensmittel verwendet wird – umgangssprachlich also Wildfleisch; eine ältere Schreibweise lautet „Wildpret“.
- VersorgenVersorgen heißt, erlegtes Wild nach dem Schuss fachgerecht zu behandeln: bergen, aufbrechen, verschmutzte Teile entfernen und auskühlen, damit das Wildbret seine Qualität behält.
- FeistFeist ist das jägersprachliche Wort für das Körperfett des Schalenwildes. Beim Rotwild heißt die Zeit, in der die Hirsche sich im Sommer Reserven anfressen, Feistzeit.
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