Jagdpraxis · Jägersprache
Waidblatt
auch: Standhauer
Das Waidblatt, auch Standhauer genannt, ist ein schweres Jagdmesser mit feststehender Klinge von 20 bis 25 cm. Es gehört zu den blanken Waffen und dient vor allem dem Abfangen von stärkerem Wild.
Was ist ein „Waidblatt“?
Waidblatt ist die jägersprachliche Bezeichnung für ein großes, kräftiges Jagdmesser; im Alltag würde man schlicht von einem schweren Messer mit feststehender Klinge sprechen. Es zählt zu den kalten oder blanken Waffen, also zu Hieb- und Stoßwaffen aus Metall, die allein durch die Muskelkraft des Jägers wirken. Mit seiner Klingenlänge von 20 bis 25 cm ist es auf das Abfangen stärkeren Wildes ausgelegt – für den Fall, dass sich ein sicherer Fangschuss nicht anbringen lässt. Als Zweitname ist Standhauer gebräuchlich. Zusammen mit dem Waidmesser bildet das Waidblatt das Waidbesteck, das in einer Ledertasche getragen wird.
Einordnung unter den blanken Waffen
Das Waidblatt liegt in der Größe zwischen den gängigen Messern und den historischen Stücken. Das Waidmesser, auch Nicker genannt, ist das gebräuchlichste und wichtigste kalte Werkzeug des Jägers; es hat eine handliche, feststehende Klinge und dient dem täglichen Aufbrechen und Versorgen. Deutlich länger ist der Hirschfänger mit 30 bis 40 cm Klinge und Parierstange, der heute vor allem historischen und repräsentativen Wert hat. Als schwere Variante zum Abfangen von Schwarzwild gilt der Saufänger. Die Saufeder schließlich, eine Klinge auf verlängertem Holzschaft, wurde bei der Sauhatze verwendet und ist heute nur noch von historischem Interesse.
Führen des Waidblatts
§ 42a WaffG untersagt grundsätzlich, feststehende Messer mit mehr als 12 cm Klingenlänge zu führen. Das Waidblatt liegt mit seiner Klinge deutlich darüber. Erlaubt bleibt das Führen, wenn ein berechtigtes Interesse besteht – dazu zählt die befugte Jagd – oder wenn das Messer in einem verschlossenen Behältnis transportiert wird.
„Waidblatt“ in der Jägerprüfung
Die Prüfung verlangt, das Waidblatt den blanken Waffen zuzuordnen, gemeinsam etwa mit Hirschfänger und Saufeder. Gefragt wird außerdem nach den bekanntesten Ausführungen, den Waidblättern nach Lippert und nach Frevert. Im Umfeld kommen der Unterschied zwischen Nicker und Hirschfänger und das Waidbesteck vor.
Häufige Fragen zu „Waidblatt“
Wofür braucht man ein Waidblatt?
Vor allem zum Abfangen stärkeren Wildes, wenn kein sicherer Fangschuss möglich ist. Es ist dafür mit einer schweren, 20 bis 25 cm langen feststehenden Klinge ausgestattet.
Was ist ein Waidbesteck?
Die Kombination aus Waidmesser und Waidblatt, gemeinsam in einer Ledertasche untergebracht.
„Waidblatt“ kommt in 2 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Jagdpraxis und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- AbfangenAbfangen ist das rasche Töten eines krankgeschossenen Stückes Wild, um sein Leiden abzukürzen – klassisch mit der kalten (blanken) Waffe, im weiteren Sinn auch durch einen Fangschuss.
- FangschussEin Fangschuss ist ein Schuss, mit dem krankgeschossenes Wild schnell getötet wird, um sein Leiden zu beenden; zusammen mit dem Fangstich gehört er zum Abfangen.
- AufbrechmesserDas Aufbrechmesser ist ein Jagdmesser mit stumpfer, abgerundeter Spitze, mit dem erlegtes Wild aufgebrochen wird. Die Spitze verhindert, dass Magen oder Darm versehentlich angeschnitten werden.
- VersorgenVersorgen heißt, erlegtes Wild nach dem Schuss fachgerecht zu behandeln: bergen, aufbrechen, verschmutzte Teile entfernen und auskühlen, damit das Wildbret seine Qualität behält.
- AufbrechenAufbrechen ist in der Jägersprache das Öffnen der Bauchhöhle eines erlegten Stückes Schalenwild und das Entnehmen der inneren Organe. Umgangssprachlich entspricht das dem Ausweiden.
- SchwarzwildSchwarzwild ist die jagdliche Bezeichnung für das Wildschwein (Sus scrofa), die einzige wildlebende Schweineart Deutschlands; es zählt zum Schalenwild, ist aber kein Wiederkäuer.
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