Jagdpraxis · Jägersprache
Strecke
auch: Jagdstrecke
Die Strecke ist die Gesamtheit des bei einer Jagd, an einem Jagdtag oder in einem Zeitraum erlegten Wildes; nach Gesellschaftsjagden wird sie nach festen Regeln ausgelegt und verblasen.
Was bedeutet „Strecke“ bei der Jagd?
Im Alltag ist eine Strecke ein Weg oder eine Entfernung. In der Jägersprache meint das Wort das erlegte Wild. Wer ein Stück „zur Strecke bringt“, hat es erlegt. Man spricht etwa von der Strecke einer Gesellschaftsjagd oder eines Jagdtages. Auch der Streckenplatz, auf dem das Wild nach der Jagd ausgelegt wird, leitet sich davon ab. Die Strecke steht damit am Ende jeder Jagd, sowohl im Brauchtum als auch in der Dokumentation.
Erleger und Strecke eines Jagdtages
Für die Frage, wem ein Stück zugerechnet wird, gilt beim Kugelschuss: Erleger ist derjenige, dessen Treffer ausgereicht hätte, das Stück bei einer Nachsuche zur Strecke zu bringen. Auch rechtlich ist der Begriff belegt. Unter der Strecke eines Jagdtages versteht man das Wild, das an einem Jagdtag im Jagdgebiet eines Jagdausübungsberechtigten erlegt wurde; auf höchstens diese Strecke begrenzt § 3 Abs. 2 Nr. 4 Tier-LMHV die sogenannte „kleine Menge“ Wild. Alles erlegte, gefundene oder anderweitig verendete Wild wird zudem in der Streckenliste festgehalten.
Die Strecke im jagdlichen Brauchtum
Nach einer Gesellschaftsjagd wird das Wild auf dem Streckenplatz ausgelegt, eingerahmt von Weidbusch und bei Bedarf von Streckenfeuern an den Ecken. Füchse kommen aus Gründen der Wildbrethygiene meist nicht mit auf den Platz, Raubwild liegt ohnehin etwas abseits. Wild, das nicht gefunden wurde, wird durch einen Bruch symbolisch mit aufgenommen; ein Stück, das nicht hätte beschossen werden dürfen, erhält den Nichtschussbruch. Beim Verblasen stehen Jagdherr und Schützen vor der Strecke, mit Blick auf die Häupter, die Bläser dahinter. Für die Wildarten werden Totsignale geblasen, das Halali beschließt die Jagd.
„Strecke“ in der Jägerprüfung
Die Prüfung fragt die Regeln des Streckelegens ab, die Aufstellung von Schützen und Bläsern, den Umgang mit dem Fuchs, die Definition des Erlegers und den Rechtsbegriff der Strecke eines Jagdtages. Häufiger Fehler: Bläser und Schützen auf dieselbe Seite zu stellen oder den Fuchs ohne Weiteres zwischen das Wildbret zu legen.
Häufige Fragen zu „Strecke“
Wer gilt als Erleger eines Stückes auf der Strecke?
Beim Kugelschuss derjenige, dessen Treffer das Stück bei einer Nachsuche zur Strecke gebracht hätte. Es kommt also nicht darauf an, wer zuletzt geschossen hat.
Warum liegt der Fuchs nicht auf der Strecke?
Aus Gründen der Wildbrethygiene wird er häufig abseits gelegt oder gar nicht auf den Streckenplatz gebracht.
Wo stehen die Bläser beim Verblasen der Strecke?
Hinter der Strecke. Jagdherr und Schützen stehen davor und schauen den Stücken ins Gesicht.
„Strecke“ kommt in 42 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Jagdpraxis und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- StreckenlegungDie Streckenlegung, auch das Streckelegen, ist das geordnete Auslegen des erlegten Wildes nach einer Gesellschaftsjagd nach festen Regeln des jagdlichen Brauchtums; sie bildet deren feierlichen Abschluss.
- StreckenlisteDie Streckenliste, oft auch Abschussliste genannt, dokumentiert das in einem Revier erlegte und – je nach Landesrecht – auch das verendet gefundene Wild; sie ist der Jagdbehörde nach den Vorgaben des Landesrechts vorzulegen und dient unter anderem der Abschussplanung.
- Jagdliches BrauchtumJagdliches Brauchtum umfasst die überlieferten Regeln, Zeichen und Rituale der Jägerschaft – von der Waidmannssprache über Bruchzeichen und Jagdsignale bis zum Streckelegen – und ist eng mit der Waidgerechtigkeit verbunden.
- VerblasenVerblasen bedeutet, die gelegte Strecke nach einer Gesellschaftsjagd mit Jagdhornsignalen zu ehren. Dabei werden die Totsignale der erlegten Wildarten geblasen, abschließend folgt das Halali.
- BruchEin Bruch ist in der Jägersprache ein von Hand abgebrochener grüner Zweig bestimmter Holzarten, der als stilles Verständigungs- oder Ehrenzeichen dient.
- GesellschaftsjagdEine Gesellschaftsjagd ist eine Jagd, bei der mehrere Jäger und Helfer organisiert unter einem Jagdleiter zusammenwirken. Typische Formen sind Treibjagd, Kesseltreiben und Drückjagd.
- HegeschauEine Hegeschau ist eine jährliche, öffentliche Veranstaltung, auf der die Strecke und die Trophäen eines Gebiets gezeigt und die Abschussergebnisse gemeinsam besprochen werden.
Weitere Begriffe aus Jagdpraxis
SicherheitswinkelTreibjagdSchützenbruchTrichinenprobeSchussfeldSchrotschussVersorgenRingelnAlle Begriffe aus Jagdpraxis