Kahlschlag
Ein Kahlschlag ist die Ernte aller Bäume eines Waldbestandes auf einmal, sodass eine Freifläche entsteht, die anschließend wieder bewaldet werden muss.
Auf der kahlen Fläche herrscht Freilandklima mit starker Sonne, Wind und Frost, der Humus baut sich schneller ab, und Nährstoffe können ausgewaschen werden. Die neue Waldgeneration wird meist gepflanzt; von selbst siedeln sich vor allem Pionierbaumarten wie Birke, Aspe und Weide an. Naturnah wirtschaftende Betriebe vermeiden Kahlschläge und verjüngen den Wald lieber unter dem Schirm der Altbäume. Nach Sturm, Dürre oder Borkenkäferbefall entstehen allerdings oft große Kahlflächen ohne Absicht.
Die Waldgesetze der Länder regeln Kahlschläge unterschiedlich, etwa mit Anzeige- oder Genehmigungspflichten ab einer bestimmten Größe oder im Schutzwald, und verpflichten zur Wiederbewaldung. Für das Wild bringt die Freifläche zunächst reichlich Äsung durch Kräuter, Himbeere, Brombeere und Weichhölzer; wächst die neue Kultur zur Dickung heran, wird daraus ein Einstand.