Jagdpraxis
Schützenbruch
auch: Überreichungsbruch
Der Schützenbruch, auch Überreichungsbruch genannt, ist ein Zweig, den der Jagdleiter oder Jagdherr dem erfolgreichen Schützen auf dem Messer oder dem Jagdhorn überreicht und den dieser an der rechten Hutseite trägt.
Was ist der Schützenbruch?
Brüche sind Zweige, die im jagdlichen Brauchtum als Zeichen verwendet werden. Der Schützenbruch gehört zu den Brauchtumsbrüchen, die den Erfolg des Jägers würdigen. Der Jagdleiter oder Jagdherr reicht ihn dem Erleger feierlich, entweder auf dem Messer oder auf dem Jagdhorn. Der Schütze nimmt ihn mit der rechten Hand entgegen, antwortet auf das „Waidmannsheil“ mit „Waidmannsdank“ und steckt ihn an die rechte Hutseite. Ist der Jäger allein unterwegs, heftet er sich den Bruch selbst an. Nach Brauch erhält jeder erfolgreiche Schütze einen Schützenbruch.
Abgrenzung zu anderen Bruchzeichen
Das jagdliche Brauchtum kennt mehrere Brüche mit klar getrennten Aufgaben. Der Erlegerbruch wird mit dem Schweiß des erlegten Stückes benetzt und ebenfalls rechts am Hut getragen; üblich ist er bei Schalenwild und regional ebenso bei Fuchs, Murmeltier sowie Auer- und Birkhahn. Der Letzte Bissen wird dem erlegten männlichen Schalenwild quer von rechts nach links in Äser oder Gebräch gelegt. Der Inbesitznahmebruch wird links auf das Stück gelegt und signalisiert, dass es dem Erleger gehört. Daneben gibt es Verständigungsbrüche wie Hauptbruch, Anschuss- und Fährtenbruch sowie den zum Kreis gebogenen Warnbruch.
„Schützenbruch“ in der Jägerprüfung
Im Fach Brauchtum wird gefragt, wer den Schützenbruch überreicht, wie er übergeben wird und an welcher Seite der Jäger ihn trägt. Außerdem sollen Aussagen zum Brauchtum bewertet werden, etwa dass jeder erfolgreiche Schütze einen Bruch erhält. Fehlerquellen sind die Verwechslung mit dem Inbesitznahmebruch, der links am Wild liegt, und eine falsche Angabe zur Hutseite.
Häufige Fragen zu „Schützenbruch“
Wer überreicht den Schützenbruch?
Übergeben wird er vom Jagdleiter oder Jagdherrn, dabei liegt er auf dem Messer oder dem Jagdhorn. Ist niemand dabei, steckt sich der Jäger den Bruch selbst an.
Auf welcher Seite trägt man den Schützenbruch?
An der rechten Hutseite. Die Übergabe wird mit „Waidmannsheil“ begleitet, der Schütze bedankt sich mit „Waidmannsdank“.
„Schützenbruch“ kommt in 2 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Jagdpraxis und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- BruchEin Bruch ist in der Jägersprache ein von Hand abgebrochener grüner Zweig bestimmter Holzarten, der als stilles Verständigungs- oder Ehrenzeichen dient.
- Jagdliches BrauchtumJagdliches Brauchtum umfasst die überlieferten Regeln, Zeichen und Rituale der Jägerschaft – von der Waidmannssprache über Bruchzeichen und Jagdsignale bis zum Streckelegen – und ist eng mit der Waidgerechtigkeit verbunden.
- InbesitznahmebruchDer Inbesitznahmebruch ist ein Zweig, der auf die linke Seite eines erlegten Stückes gelegt wird und nach jagdlichem Brauch anzeigt, dass der Erleger das Wild in Besitz genommen hat.
- Letzter BissenDer Letzte Bissen ist ein kleiner Bruch, also ein Zweig, den der Jäger dem erlegten männlichen Schalenwild als Zeichen der Achtung in den Äser oder ins Gebräch legt.
- WaidmannsheilWaidmannsheil ist der jagdliche Glückwunsch und Gruß unter Jägern. Man wünscht damit Jagderfolg oder gratuliert zu einem erlegten Stück; die Antwort darauf lautet „Waidmannsdank“.
- WaidmannsdankWaidmannsdank ist die traditionelle Antwort eines Jägers auf den Glückwunsch „Waidmannsheil“ – etwa wenn ihm nach dem Erlegen eines Stückes der Bruch überreicht wird. Übersetzt bedeutet es schlicht „Danke“.
- HauptbruchDer Hauptbruch ist ein armlanger, befegter Zweig, der als jagdliches Bruchzeichen „Achtung“ bedeutet und darauf hinweist, dass in der Nähe eine weitere Information folgt.
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