Jagdpraxis
Aufbrechmesser
Das Aufbrechmesser ist ein Jagdmesser mit stumpfer, abgerundeter Spitze, mit dem erlegtes Wild aufgebrochen wird. Die Spitze verhindert, dass Magen oder Darm versehentlich angeschnitten werden.
Was ist ein Aufbrechmesser?
Beim Versorgen erlegten Wildes wird die Bauchhöhle geöffnet und das Gescheide entnommen. Das Werkzeug dafür ist das Aufbrechmesser. Sein Kennzeichen ist die abgerundete, stumpfe Spitze. Sie soll verhindern, dass beim Schnitt durch die Bauchdecke der Magen-Darm-Trakt eröffnet wird. Ein Messer mit normaler, scharfer Spitze erhöht dagegen das Risiko, den Pansen anzustechen und das Wildbret mit Mageninhalt zu verschmutzen.
So wird das Aufbrechmesser geführt
Der heikelste Schritt ist das Öffnen der Bauchhöhle. Der Schnitt führt entlang der weißen Bauchlinie, der Linea alba, vom Becken nach vorn bis zum Brustbein. Dabei zeigt die stumpfe Spitze nach unten, damit die darunterliegenden Organe unverletzt bleiben. Zur übrigen Aufbrechausrüstung gehören Einmalhandschuhe aus Latex oder Nitril, sauberes Trinkwasser zum Ausspülen, saubere Tücher, Aufbrechnägel oder -haken zum Offenhalten der Bauchhöhle beim liegenden Aufbrechen, ein Bergegurt oder eine Wanne sowie Beutel für die Trichinenprobe und Wildmarken, die bei trichinenpflichtigem Wild gebraucht werden. Nach dem Aufbrechen muss das Stück zügig gekühlt werden.
Einordnung in der Jägerprüfung
In der Fragensammlung taucht das Aufbrechmesser nicht unter eigenem Stichwort auf. Es gehört in das Sachgebiet Wildbrethygiene und Versorgen des Wildes. Wer das Aufbrechen in der mündlichen Prüfung erklären soll, wird typischerweise auch begründen müssen, warum das Messer eine stumpfe Spitze hat, und die sieben Schritte des Aufbrechens in richtiger Reihenfolge nennen.
Häufige Fragen zu „Aufbrechmesser“
Warum hat ein Aufbrechmesser eine stumpfe Spitze?
Damit Magen und Darm beim Öffnen der Bauchdecke nicht versehentlich angeschnitten werden. So gelangt kein Mageninhalt in die Bauchhöhle.
Was gehört neben dem Aufbrechmesser zur Aufbrechausrüstung?
Einmalhandschuhe, sauberes Trinkwasser, Tücher, Aufbrechnägel oder -haken, ein Bergegurt oder eine Wanne sowie Trichinenprobenbeutel und Wildmarken.
„Aufbrechmesser“ für die Jägerprüfung lernen
Übe die Prüfungsfragen aus dem Sachgebiet Jagdpraxis im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- AufbrechenAufbrechen ist in der Jägersprache das Öffnen der Bauchhöhle eines erlegten Stückes Schalenwild und das Entnehmen der inneren Organe. Umgangssprachlich entspricht das dem Ausweiden.
- VersorgenVersorgen heißt, erlegtes Wild nach dem Schuss fachgerecht zu behandeln: bergen, aufbrechen, verschmutzte Teile entfernen und auskühlen, damit das Wildbret seine Qualität behält.
- WildbrethygieneWildbrethygiene umfasst alle Maßnahmen vom Ansprechen vor dem Schuss bis zur Kühlung, mit denen der Jäger sicherstellt, dass Wildbret nicht verunreinigt wird oder verdirbt.
- KnochensägeDie Knochensäge ist ein Werkzeug, mit dem beim Aufbrechen älterer Stücke Schalenwild das verknöcherte Brustbein durchtrennt wird, wenn ein Messer dafür nicht mehr ausreicht.
- TrichinenprobeDie Trichinenprobe ist eine Muskelprobe, die bei trichinenpflichtigem Wild wie Schwarzwild, Dachs oder Waschbär entnommen und amtlich auf Trichinen untersucht wird, bevor das Wildbret verzehrt werden darf.
- WildmarkeEine Wildmarke ist ein amtlich nummeriertes Kennzeichen, meist aus Kunststoff, das am erlegten Stück befestigt wird und dessen Herkunft sowie die Zuordnung von Proben nachweist.
Weitere Begriffe aus Jagdpraxis
AufbruchAushakelnAnsprechenBedenkliche MerkmaleAnsitzjagdBergenAbfangenBruchAlle Begriffe aus Jagdpraxis