Abfangen
Abfangen heißt in der Jägersprache, ein krankes Stück Wild mit der blanken Waffe zu töten, um sein Leiden rasch zu beenden.
Meist geschieht das mit einem Fangstich hinter dem Blatt in die Kammer, geführt mit Waidblatt, Hirschfänger oder Saufeder. Schwache Stücke wie Kitze oder Kälber wurden früher oft abgenickt, also mit einem Stich des Nickers ins Genick zwischen Hinterhaupt und erstem Halswirbel; das verlangt viel Übung und wird heute kaum noch empfohlen.
Zur blanken Waffe greift der Jäger vor allem dann, wenn ein Schuss Menschen oder Hunde gefährden würde, etwa bei einer Sau, die von Hunden gestellt ist und festgehalten wird. Kranke Sauen bleiben wehrhaft, deshalb ist dabei größte Vorsicht geboten. Krankes Niederwild wird in der Regel nicht abgefangen: Hase und Kaninchen werden mit einem kräftigen Schlag ins Genick abgeschlagen, Federwild mit einem Schlag auf den Hinterkopf oder durch Genickbruch getötet.
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