Jagdpraxis
Schussfeld
auch: Freies Schussfeld
Das Schussfeld ist der Bereich vor dem Schützen, in den er gefahrlos schießen kann; es muss frei von Personen und gut einsehbar sein, bevor ein Schuss fällt.
Was ist das Schussfeld?
Mit Schussfeld ist der Raum gemeint, den der Jäger von seinem Stand aus überblickt und in den er schießen darf. Ein freies Schussfeld ist Teil der gedanklichen Prüfliste vor jedem Schuss: Neben sicherem Ansprechen, Kugelfang, ausreichendem Büchsenlicht, passender Entfernung und sicherem Haltepunkt gehört dazu, dass sich keine Menschen im Schussfeld aufhalten. Jeder Punkt muss mit Ja beantwortet werden; fällt auch nur einer negativ aus, unterbleibt der Schuss. Bei Gesellschaftsjagden werden den Ständen feste Schussbereiche zugeteilt, zwischen denen zu den Nachbarschützen hin 30-Grad-Bereiche gesperrt sind.
Schussfeld bei Ansitz und Bewegungsjagd
Ein guter Ansitzplatz bietet ein gutes Sicht- und Schussfeld, während der Jäger selbst in Deckung unbemerkt bleibt. Er sollte ohne Beunruhigung des Wildes erreichbar sein, zum Beispiel über einen Pirschsteig, und die Hauptwindrichtung berücksichtigen. Auf der Drückjagd hilft die Wahl der Visierung, das Schussfeld im Blick zu behalten: Mit einem Rotpunktvisier ohne Vergrößerung kann mit beiden Augen offen geschossen werden, und der Überblick bleibt erhalten. Auch über Kimme und Korn sieht man Schussfeld und Umgebung gut, allerdings wirken sich Ziel- und Anschlagfehler stärker aus als bei optischen Visieren.
Gefahren jenseits der Schusslinie
Ein freies Schussfeld allein genügt nicht. Für jeden Büchsenschuss braucht es zusätzlich einen sicheren Kugelfang. Außerdem können Geschosse oder Geschossteile abprallen, besonders an Steinen oder hart gefrorenem Boden. Dadurch geraten auch Personen in Gefahr, die sich gar nicht in der eigentlichen Schusslinie befinden. Der Blick auf das Schussfeld schließt deshalb Untergrund und Hintergelände ein.
„Schussfeld“ in der Jägerprüfung
Das Schussfeld taucht in Fragen zur Schusssicherheit, zur Wahl eines Ansitzplatzes und zu Visierungen auf. Erwartet wird, dass man die Voraussetzungen vor der Schussabgabe vollständig nennt und die Gefahr durch Abpraller kennt. Eine Fehlerquelle ist, nur auf die Schusslinie zu achten und den seitlichen Bereich zu vergessen.
Häufige Fragen zu „Schussfeld“
Was muss vor einem Schuss geprüft werden?
Ansprechen samt Freigabe, sicherer Kugelfang, ausreichendes Büchsenlicht, freies Schussfeld ohne Personen, angemessene Entfernung und ein sicherer Haltepunkt. Bleibt auch nur ein Punkt offen, wird nicht geschossen.
Welches Visier eignet sich für den Überblick auf der Drückjagd?
Ein Rotpunktvisier ohne Vergrößerung. Mit beiden offenen Augen behält der Schütze das Schussfeld im Blick – ein Vorteil gegenüber dem Zielfernrohr.
„Schussfeld“ kommt in 4 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Jagdpraxis und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- KugelfangAls Kugelfang bezeichnet man einen Hintergrund hinter dem Wild, der ein Geschoss zuverlässig stoppt, etwa einen ansteigenden Hang oder Erdwall; fehlt er, unterbleibt der Büchsenschuss.
- SicherheitswinkelDer Sicherheitswinkel ist der nach der Unfallverhütungsvorschrift Jagd einzuhaltende Winkel von 30° zu den Nachbarschützen, in den bei Gesellschaftsjagden nicht geschossen werden darf.
- AnsprechenAnsprechen ist in der Jägersprache das sichere Bestimmen eines Stückes Wild vor dem Schuss: Wildart, Geschlecht, Altersklasse, Gesundheitszustand und ob es erlegt werden darf.
- DrückjagdDie Drückjagd ist eine Bewegungs- und Gesellschaftsjagd vor allem auf Schalenwild, bei der wenige Treiber und Hunde das Wild ruhig in Bewegung bringen, sodass es vertraut an Schützen auf festen Ständen vorbeizieht.
- Offene VisierungDie offene Visierung ist eine Zieleinrichtung ohne Linsen, bestehend aus Kimme und Korn. Der Schütze bringt Auge, Kimme, Korn und Ziel in eine Linie; sie eignet sich besonders für kurze Entfernungen.
- AnsitzjagdDie Ansitzjagd, kurz Ansitz oder Anstand, ist eine Einzeljagd, bei der der Jäger an einem festen Platz wie Kanzel, Leiter oder Schirm auf Wild wartet, statt es aufzusuchen oder treiben zu lassen.
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