Anschuss · Jägersprache

Nachsuche

auch: Nachsuchen

Die Nachsuche ist die Suche nach krankgeschossenem Wild mit einem ausgebildeten Jagdhund, meist einem Schweißhund. Sie ist Pflicht des Jägers und soll das Leiden des Stückes schnell beenden.

Was ist eine Nachsuche?

Bleibt ein beschossenes Stück nicht an Ort und Stelle liegen, muss der Jäger es nachsuchen. Krank bedeutet in der Jägersprache verletzt. Ziel der Nachsuche ist, das verwundete Wild so rasch wie möglich zu finden und zu erlösen. Nach § 22a Abs. 1 BJagdG ist krankgeschossenes Wild unverzüglich zu erlegen, um ihm vermeidbare Schmerzen oder Leiden zu ersparen. Die Pflicht zur Nachsuche mit einem brauchbaren Hund gehört außerdem zu den Grundsätzen der Waidgerechtigkeit. Wer darauf verzichtet, handelt nicht nur unweidmännisch, sondern kann sich auch strafbar machen. Die Arbeit von Hundeführer und Schweißhund gilt als eine der anspruchsvollsten Aufgaben im Jagdbetrieb.

Ablauf einer Nachsuche

Jede Nachsuche beginnt am Anschuss, wo Schusszeichen und Pirschzeichen ausgewertet werden. Dann folgt eine Wartezeit, die je nach Trefferlage zwischen einer halben Stunde und einer ganzen Nacht liegt. Sofort nachgesucht wird nur bei einem sicher tödlichen Treffer oder einem Krellschuss, bei Dunkelheit ausschließlich nach sicher tödlichem Schuss. Bevorzugt arbeitet der Hund am Schweißriemen, der 6 bis 12 m lang ist und an einer breiten, nicht würgenden Schweißhalsung befestigt wird; diese Riemenarbeit ist kontrollierter als die freie Suche. Findet der Hund das Stück, zeigt er es an, etwa durch Totverbellen, Totverweisen oder Bringselverweisen. Den Fangschuss gibt in der Regel der Schweißhundeführer.

Einfache und schwierige Nachsuche

Bei reichlich Schweiß und klaren Pirschzeichen genügt ein ausgebildeter Jagdhund. Kommen wenig Schweiß, Hitze, Frost oder eine lange Stehzeit hinzu, ist ein Schweißhundegespann gefragt; der Führer braucht dafür einen gültigen Jagdschein. Für schwierige Nachsuchen auf Schalenwild gilt der Hannoversche Schweißhund als besonders geeignet, er wird ausschließlich auf Hochwild geführt. Nach Lauf-, Waidwund- oder Krellschüssen wird früh ein erfahrenes Gespann gerufen, damit niemand die Wundfährte vertritt. Beim Niederwild leistet der Hund vor allem Verlorensuche und Bringen. Wechselt krankes Wild in ein fremdes Revier, darf dort nur mit schriftlicher Wildfolgevereinbarung weitergesucht werden.

„Nachsuche“ in der Jägerprüfung

Mit über hundert Fragen ist die Nachsuche ein Kernthema. Erwartet werden der Ablauf ab dem Anschuss, angemessene Wartezeiten etwa nach Leberschuss, Riemenarbeit, Verweis- und Lautarten sowie geeignete Rassen. Auch der Fährtenschuh zum Anlegen künstlicher Übungsfährten und die Frage, wer als Erleger gilt, kommen vor. Häufiger Fehler ist, sofort nachzusuchen und das Stück hochzumachen.

Häufige Fragen zu „Nachsuche“

Wann muss nachgesucht werden?

Immer dann, wenn das beschossene Stück nicht im Feuer liegt oder ein Treffer unsicher ist. Die Suche beginnt am Anschuss nach einer der Trefferlage angepassten Wartezeit.

Was ist Riemenarbeit?

Der Hund arbeitet die Wundfährte am langen Schweißriemen aus, der Führer folgt ihm. Diese Suchform ist kontrollierter als das freie Suchen.

Was ist ein Totverbeller?

Ein Hund, der das gefundene verendete Stück durch Bellen anzeigt. Andere Verweisarten sind Totverweisen und Bringselverweisen.

„Nachsuche“ kommt in 107 Prüfungsfragen vor

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Redaktion Jagdprüfung.de · Stand: 27.09.2026. Dieser Eintrag wurde mit KI-Unterstützung auf Grundlage unserer eigenen Wissensartikel verfasst und automatisiert gegen diese Quellen geprüft. Er ersetzt nicht die für dein Bundesland geltenden Vorschriften. KI-Transparenz · Redaktion

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