Hege
Mahd
auch: Wiesenmahd, Mähen
Mahd ist das Abschneiden des Aufwuchses auf Wiesen und anderem Grünland. Jagdlich zählt sie zu den größten Gefahren für Rehkitze, Junghasen und Gelege von Bodenbrütern.
Was bedeutet „Mahd“?
Unter Mahd versteht man das Mähen von Grünland. Sie kennzeichnet die Wiese: Anders als die Weide, die vom Vieh abgefressen wird, wird die Wiese geschnitten und das Gras zu Heu oder Silage verarbeitet. Je nach Bewirtschaftungsintensität fallen im Jahr zwei bis fünf Schnitte an. Magerrasen wird dagegen nur selten gemäht und bleibt nährstoffarm und besonders artenreich. Für den Jäger ist die Mahd doppelt bedeutsam: Wiesen liefern Äsung und sind Aufzuchtraum für Kitze, zugleich gehört die Mahd zu den wichtigsten Verlustursachen bei Rehwild, Feldhasen und Hühnervögeln.
Wildtierfreundlich mähen
Kreiselmäher gelten als die gefährlichsten Mähgeräte, weil ihre schnell rotierenden Messer alles in der Schnittbahn erfassen. Besonders gefährdet sind Rehkitze, die sich bei Gefahr ducken statt zu fliehen. Entscheidend ist die Mährichtung: Wer von außen nach innen mäht, drängt die Tiere in die Mitte und schneidet ihnen den Ausweg ab; richtig ist es, von innen nach außen zu arbeiten oder mindestens eine Seite offen zu lassen. Eine geringe Fahrgeschwindigkeit gibt den Tieren Zeit zur Flucht. Die Schnitthöhe sollte bei 10 bis 15 cm liegen, das ist vorteilhaft für Amphibien, Bodenbrüter und Feldhasen. Vor der Mahd hilft es, Flächen am Vorabend mit Knistertüten, Flatterbändern oder aufgehängten Tüchern zu verblenden, sie mit Hunden oder Wärmebilddrohnen abzusuchen und Wildretter am Mähwerk einzusetzen.
Mahdtermin und Bodenbrüterschutz
Viele Agrarumweltprogramme legen fest, dass Grünland zum Schutz von Bodenbrütern nicht vor dem 15. Juli gemäht wird. Eine späte Mahd und stehen gelassene Altgrasstreifen sichern Gelege, Küken und Junghasen. Für den Heger gilt bei Wildwiesen deshalb eine extensive Pflege mit wenig Dünger. Wiesen mit besonders geschützten Pflanzen wie Arnika oder Trollblume darf der Landwirt nach den Prüfungsantworten ohne Einschränkung mähen. Schussschneisen im Röhricht sind dagegen nur außerhalb der Brut- und Setzzeit, im Zeitraum vom 1. Oktober bis 28. Februar und mit Genehmigung der Naturschutzbehörde zulässig.
„Mahd“ in der Jägerprüfung
Am häufigsten wird der Stichtag 15. Juli abgefragt, der gern mit dem 15. Juni verwechselt wird. Ebenso wichtig sind die richtige Mährichtung von innen nach außen und die Wege, Kitze und Gelege vor dem Ausmähen zu retten: Absuchen mit dem Hund, Verschieben des Schnitts, Wildretter. Weitere Fragen betreffen die Pflege von Wiesen und Stilllegungsflächen sowie die Verringerung von Schwarzwildschäden durch Mähen und Abräumen.
Häufige Fragen zu „Mahd“
Warum soll man von innen nach außen mähen?
So bleiben den Tieren Fluchtwege nach außen offen. Beim Mähen von außen nach innen werden sie in der Mitte eingekesselt und vom Mähwerk erfasst.
Wie schützt man Rehkitze vor der Mahd?
Die Fläche wird am Vorabend verblendet, etwa mit Flatterbändern oder Tüchern, damit die Ricke ihr Kitz umlagert. Unmittelbar vor dem Mähen wird mit Hund oder Wärmebilddrohne abgesucht.
Welche Schnitthöhe schont Wildtiere?
Empfohlen sind mindestens 10 cm. Ein tiefer Schnitt unter 8 cm verursacht deutlich mehr Verluste.
„Mahd“ kommt in 14 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Hege und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- KitzrettungKitzrettung umfasst alle Maßnahmen, mit denen Rehkitze vor der Mahd in Wiesen aufgespürt und aus dem Gefahrenbereich des Mähwerks gebracht werden, heute meist per Drohne mit Wärmebildkamera.
- AltgrasstreifenEin Altgrasstreifen ist ein Streifen Gras, der bei der Mahd bewusst stehen bleibt. Er bietet Niederwild und Jungwild Deckung und Rückzugsraum und fördert Insekten als Nahrung für Küken.
- WildtierrettungWildtierrettung bezeichnet Maßnahmen, mit denen Kitze, Junghasen und andere Wildtiere vor dem Mähtod bei der Grünlandmahd bewahrt werden, etwa Vergrämen, Absuchen und angepasste Mähtechnik.
- WildwieseEine Wildwiese ist eine vom Jäger angelegte oder gepflegte Grünlandfläche, die extensiv bewirtschaftet wird, um Schalenwild und Niederwild bessere Äsung und Deckung zu bieten.
- BodenbrüterBodenbrüter sind Vögel, die ihr Nest gut getarnt direkt auf dem Boden anlegen – dazu zählen alle heimischen Hühnervögel, aber etwa auch Gänse, Schnepfen und die Weihen.
- StreuobstwieseEine Streuobstwiese ist eine traditionelle Grünlandfläche mit weit auseinanderstehenden hochstämmigen Obstbäumen; sie verbindet Wiesennutzung mit Obstbau und zählt zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas.
- RehwildRehwild (Capreolus capreolus) ist die kleinste und am weitesten verbreitete freilebende Schalenwildart Deutschlands. Das Reh gehört zur Familie der Hirsche; der Bock trägt ein Gehörn.
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