Hautdassel
Hautdassel nennt man die Larve der Hautdasselfliege, die sich unter der Rückenhaut von Reh, Rotwild und anderen wiederkäuenden Schalenwildarten entwickelt.
Die Fliegen legen im Früh- und Hochsommer ihre Eier ins Haarkleid. Die geschlüpften Larven bohren sich durch die Haut, wandern monatelang durch das Unterhautgewebe zum Rücken und bilden dort ab dem Winter haselnussgroße Beulen mit einem Atemloch. Im Frühjahr verlassen die reifen, zwei bis drei Zentimeter langen Larven, oft Engerlinge genannt, die Beulen und verpuppen sich im Boden. Beim Reh ist Hypoderma diana die häufigste Art; Gams-, Stein- und Muffelwild können ebenfalls befallen sein, Schwarzwild und Hasen dagegen nicht.
Stark befallene Stücke zeigen beulenartige Auftreibungen und abgeschabte Stellen am Rücken und stehen oft mit gekrümmtem Rücken. Die Decke ist durchlöchert und für Leder kaum noch zu gebrauchen. Beim Aus-der-Decke-Schlagen werden die Larven und das veränderte Gewebe großzügig ausgeschnitten, danach ist das Wildbret genusstauglich.