Anschuss · Jägersprache
Schweiß
auch: Wildblut, Schweiss
Schweiß ist in der Jägersprache das Blut des Wildes; Farbe und Beschaffenheit am Anschuss verraten die Trefferlage.
Was bedeutet „Schweiß“?
Im Alltag bezeichnet Schweiß die Absonderung der Haut; in der Jägersprache ist damit das Blut des Wildes gemeint. Schweiß zählt zu den wichtigsten Pirschzeichen am Anschuss und auf der Wundfährte, die auch Rotfährte genannt wird. Von ihm leiten sich viele Fachwörter ab: Der Schweißhund arbeitet auf der Wundfährte, geführt am Schweißriemen von 6 bis 12 m Länge und mit einer breiten, nicht würgenden Schweißhalsung. Auch im Brauchtum kommt Schweiß vor, denn der Erlegerbruch wird mit dem Schweiß des erlegten Stückes benetzt. Genossen machen heißt, den Hund nach getaner Arbeit mit Schweiß oder Aufbruch zu belohnen.
Schweißfarbe und Trefferlage
Die Beschaffenheit des Schweißes ist ein zentraler Hinweis. Hellroter, blasiger bis schaumiger Schweiß deutet auf die Lunge; beim Herzschuss ist er hellrot und fließt stark. Dunkelroter, dickflüssiger Schweiß spricht für einen Leberschuss, teils grünlich-bräunlich durch Galle; in Prüfungsfragen wird auch bräunlicher, körniger Schweiß der Leber zugeordnet. Dunkelroter bis bräunlicher Schweiß mit Urin weist auf die Niere. Wässrig-bräunlicher bis grünlicher Schweiß mit Panseninhalt und stechendem Geruch kennzeichnet den Weidwundschuss. Hellroter Schweiß mit Knochensplittern kann auf einen Laufschuss hindeuten. Beim Krellschuss findet man oft kaum Schweiß.
Schweiß und Nachsuche
Wie schwierig eine Nachsuche wird, hängt stark von der Schweißmenge ab. Bei reichlich Schweiß und deutlichen Pirschzeichen genügt ein ausgebildeter Jagdhund. Ist wenig Schweiß vorhanden oder sind die Bedingungen ungünstig, etwa bei Hitze, Frost oder langer Stehzeit, braucht es ein Schweißhundgespann. Für schwierige Nachsuchen auf Schalenwild gilt der Hannoversche Schweißhund als am besten geeignet; daneben gibt es den Bayerischen Gebirgsschweißhund. Zu den typischen Arbeiten gehören Vorsuche, Riemenarbeit und Hetze; geschnallt wird regelmäßig erst am warmen Wundbett. Fehlender Schweiß am Anschuss ist übrigens kein sicherer Beweis für einen Fehlschuss.
„Schweiß“ in der Jägerprüfung
Die Prüfung verlangt vor allem die Zuordnung von Schweißfarbe und -beschaffenheit zur Trefferlage, dazu Wartezeiten, Schweißhundrassen und Fachbegriffe wie Wundbett, Schnallen oder Behang. Oft wird ein Szenario am Anschuss geschildert. Typischer Fehler: aus fehlendem Schweiß auf einen Fehlschuss zu schließen und die Kontrollsuche zu unterlassen.
Häufige Fragen zu „Schweiß“
Warum sagt der Jäger Schweiß statt Blut?
Schweiß ist der Fachausdruck der Jägersprache für das Blut des Wildes. Davon abgeleitet sind Begriffe wie Schweißhund, Schweißriemen und Schweißfährte.
Welcher Schweiß deutet auf einen Lungenschuss?
Hellroter, blasiger bis schaumiger Schweiß. Das Stück kann nach einem Lungenschuss noch 50 bis 100 m flüchten, die Wartezeit liegt bei 15 bis 30 Minuten.
Ist kein Schweiß am Anschuss ein sicherer Fehlschuss?
Nein. Auch ohne Schweiß oder andere Pirschzeichen kann das Stück getroffen sein, etwa bei einem Krellschuss oder bei geringem Schweißaustritt nach außen.
„Schweiß“ kommt in 55 Prüfungsfragen vor
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Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- AnschussDer Anschuss ist in der Jägersprache die Stelle, an der das Wild stand, als es beschossen wurde. Hier sucht der Jäger nach Pirschzeichen, und hier beginnt jede Nachsuche.
- NachsucheDie Nachsuche ist die Suche nach krankgeschossenem Wild mit einem ausgebildeten Jagdhund, meist einem Schweißhund. Sie ist Pflicht des Jägers und soll das Leiden des Stückes schnell beenden.
- SchweißfährteDie Schweißfährte ist die Fährte eines angeschossenen Stückes Wild, das auf seiner Flucht Schweiß (jägersprachlich für Blut) und andere Pirschzeichen hinterlässt; sie wird auch Wundfährte oder Rotfährte genannt.
- SchweißhundEin Schweißhund ist ein Jagdhund, der auf die Nachsuche nach krankgeschossenem Schalenwild spezialisiert ist; klassische Rassen sind der Hannoversche Schweißhund, der Bayerische Gebirgsschweißhund und die Alpenländische Dachsbracke.
- PirschzeichenPirschzeichen sind die Spuren, die beschossenes Wild am Anschuss und auf seiner Fluchtfährte hinterlässt, etwa Schweiß, Haare, Knochensplitter oder Panseninhalt.
- WundbettDas Wundbett ist in der Jägersprache die Stelle, an der sich ein krankgeschossenes Stück Wild während der Flucht niedergetan hat, also sein Liegeplatz nach dem Treffer.
- SchnitthaarSchnitthaar sind Haare, die das Geschoss beim Treffer glatt vom Wildkörper abtrennt; am Anschuss gefunden, zeigen sie einen Treffer an und geben Hinweise auf den Sitz der Kugel.
Weitere Begriffe aus Anschuss
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