Schweiß
Jägersprache für das Blut des Wildes; sowohl im Körper als auch als Blutspur auf der Wundfährte.
Schweiß ist der jagdsprachliche Fachbegriff für das Blut des Wildes. Der Begriff bezeichnet sowohl das Blut im Körper eines lebenden oder erlegten Stückes als auch die nach dem Schuss auf dem Boden hinterlassene Blutspur (Schweißfährte, Schweißbett). Die Beurteilung von Schweiß (Farbe, Konsistenz, Ort) ist entscheidend für die Einschätzung der Schusslage und die Planung der Nachsuche.
Begriff und Bedeutung
In der Jägersprache ersetzt Schweiß konsequent das Wort Blut. Flüsse und andere Wasserstellen der Wundfährte heißen Schweißbett; an Vegetation haftende Bluttropfen heißen Schweißspritzer; eine schlecht treffende Wunde, die wenig blutet, ergibt wenig Schweiß. Ein stücke, das wenig Schweiß hinterlässt, wird als schweißarm bezeichnet – was die Nachsuche erschwert. Der Anschuss (Stelle, an der das Wild getroffen wurde) zeigt oft die erste Schweißspur und Knochensplitter oder Wildhaare.
Schweißbeurteilung und Schusslage
Die Farbe und Konsistenz des Schweißes gibt wichtige Hinweise auf die Schusslage: Hellroter, schaumiger Schweiß = Lungen- oder Herzschuss (letal, schnelles Verenden). Dunkelroter, dicker Schweiß = Leberschuss (letal, Stück läuft oft kurz weiter). Hellroter, klarer Schweiß ohne Schaum = Muskelschuss (möglichweise nicht letal). Grünlicher oder unverdauter Futterinhalt = Pansenschuss (lange Nachsuche nötig, Wildbrethygiene beachten). Wenig oder kein Schweiß = Streifschuss oder kein Treffer. Diese Beurteilung ist für die Entscheidung, wann und mit welchem Hund nachzusuchen ist, entscheidend.
Prüfungswissen
Schweiß als Jägersprache und die Schweißbeurteilung sind prüfungsrelevant. Merke: Schweiß = Blut des Wildes. Schaumiger Schweiß = Lunge/Herz. Dunkler Schweiß = Leber. Panseninhalt = Bauchschuss. Diese Diagnosen bestimmen das weitere Vorgehen nach dem Schuss. Wartezeit nach Schuss: Bei Schaumschweiß sofort nachsuchen; bei Leberschuss 1–2 Stunden warten; bei Pansenschuss 4–8 Stunden warten. Unfachmäßiges sofortiges Nachhetzen kann flüchtendes krankes Wild unnötig quälen.
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