Jagdpraxis
Inbesitznahmebruch
Der Inbesitznahmebruch ist ein Zweig, der auf die linke Seite eines erlegten Stückes gelegt wird und nach jagdlichem Brauch anzeigt, dass der Erleger das Wild in Besitz genommen hat.
Was bedeutet „Inbesitznahmebruch“?
Der Name erklärt sich wörtlich: Mit diesem Bruch nimmt der Erleger sein Stück sichtbar in Besitz. Übertragen in die Alltagssprache ist er eine Art Kennzeichen, das jedem Vorbeikommenden signalisiert, dass dieses Wild bereits jemandem zugeordnet ist. Der Bruch gehört zum jagdlichen Brauchtum und zählt zu den Streckenbrüchen, also zu den Zeichen, die im Zusammenhang mit erlegtem Wild verwendet werden. Zusammen mit dem Letzten Bissen und dem Erlegerbruch bildet er die Gruppe von Brüchen, die unmittelbar nach dem Erlegen eine Rolle spielen.
Lage am Stück und bruchgerechte Holzarten
Entscheidend ist die Seite: Der Inbesitznahmebruch wird auf die linke Körperseite des erlegten Stückes gelegt. Die übrigen Streckenbrüche haben andere Plätze. Der Letzte Bissen steckt beim männlichen Schalenwild quer im Äser oder im Gebräch. Der Erlegerbruch wird mit dem Schweiß des Stückes benetzt und vom Schützen rechts am Hut getragen; üblich ist er bei Schalenwild, regional zusätzlich bei Fuchs, Murmeltier sowie Auer- und Birkhahn. Für Brüche verwendet man traditionell fünf Holzarten: Eiche, Fichte, Erle, Kiefer und Tanne. Die Anfangsbuchstaben ergeben die Eselsbrücke EFEKT.
„Inbesitznahmebruch“ in der Jägerprüfung
Im Fach Brauchtum wird vor allem nach der Lage und der Bedeutung gefragt: linke Seite, Zeichen der Inbesitznahme durch den Erleger. Zudem kann verlangt werden, drei Streckenbrüche aufzuzählen und die fünf bruchgerechten Holzarten zu nennen. Häufige Fehler sind die Verwechslung der Seiten – der Erlegerbruch wird rechts am Hut getragen – und das Vermischen mit dem Letzten Bissen, der in den Äser gehört und nicht auf den Wildkörper.
Häufige Fragen zu „Inbesitznahmebruch“
Auf welcher Seite liegt der Inbesitznahmebruch?
Auf der linken Seite des erlegten Stückes. Damit wird angezeigt, dass der Erleger das Wild in Besitz genommen hat.
Welche Streckenbrüche gibt es?
Zu den bekanntesten gehören der Inbesitznahmebruch, der Letzte Bissen und der Erlegerbruch. Alle drei stehen im Zusammenhang mit einem erlegten Stück Wild.
Aus welchem Holz werden Brüche genommen?
Traditionell aus Eiche, Fichte, Erle, Kiefer oder Tanne. Als Merkhilfe dient das Wort EFEKT aus den Anfangsbuchstaben.
„Inbesitznahmebruch“ kommt in 3 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Jagdpraxis und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- BruchEin Bruch ist in der Jägersprache ein von Hand abgebrochener grüner Zweig bestimmter Holzarten, der als stilles Verständigungs- oder Ehrenzeichen dient.
- Letzter BissenDer Letzte Bissen ist ein kleiner Bruch, also ein Zweig, den der Jäger dem erlegten männlichen Schalenwild als Zeichen der Achtung in den Äser oder ins Gebräch legt.
- SchützenbruchDer Schützenbruch, auch Überreichungsbruch genannt, ist ein Zweig, den der Jagdleiter oder Jagdherr dem erfolgreichen Schützen auf dem Messer oder dem Jagdhorn überreicht und den dieser an der rechten Hutseite trägt.
- Jagdliches BrauchtumJagdliches Brauchtum umfasst die überlieferten Regeln, Zeichen und Rituale der Jägerschaft – von der Waidmannssprache über Bruchzeichen und Jagdsignale bis zum Streckelegen – und ist eng mit der Waidgerechtigkeit verbunden.
- StreckeDie Strecke ist die Gesamtheit des bei einer Jagd, an einem Jagdtag oder in einem Zeitraum erlegten Wildes; nach Gesellschaftsjagden wird sie nach festen Regeln ausgelegt und verblasen.
- WaidmannsheilWaidmannsheil ist der jagdliche Glückwunsch und Gruß unter Jägern. Man wünscht damit Jagderfolg oder gratuliert zu einem erlegten Stück; die Antwort darauf lautet „Waidmannsdank“.
Weitere Begriffe aus Jagdpraxis
JagdartHauptbruchJagdhornGesellschaftsjagdGescheideKnochensägeGeräuschKugelfangAlle Begriffe aus Jagdpraxis