Anschuss · Jägersprache

Krellschuss

Ein Krellschuss ist ein Treffer, bei dem das Geschoss einen Dornfortsatz der Wirbelsäule streift, ohne das Rückenmark zu durchtrennen. Das Stück bricht vorübergehend gelähmt zusammen, wird aber oft nach kurzer Zeit wieder hoch und flüchtet.

Was ist ein „Krellschuss“?

Beim Krellschuss liegt der Treffer knapp oberhalb der Wirbelsäule. Das Geschoss berührt einen Dornfortsatz, das Rückenmark bleibt aber unverletzt. Die Erschütterung löst eine Rückenmarksprellung aus, die das Stück für Sekunden bis Minuten lähmt. Es liegt dann scheinbar verendet im Schuss, erholt sich jedoch und flüchtet oft, als wäre nichts geschehen. Ohne raschen Fangschuss geht das Wild in aller Regel verloren. Häufige Ursache ist ein zu hoch angesetzter Haltepunkt; statt eines Kammerschusses entsteht dann ein Hochblatt- oder Krellschuss.

Schusszeichen und Pirschzeichen

Im Moment des Treffers bricht das Stück blitzartig zusammen und kann dabei schlegeln. Auch ein steiles Hochspringen, das sogenannte Lebenszeichen, gilt als typisch für Hochblatt- oder Krellschuss. Der Kugelschlag klingt laut und trocken, weil Knochen getroffen wurde. Am Anschuss findet man kaum Schweiß, allenfalls Schnitthaare und etwas hellen Schweiß. Entscheidend ist das weitere Verhalten: Steht das vermeintlich verendete Stück nach kurzer Zeit auf und zieht wie gesund ab, spricht alles für einen Krellschuss.

Richtiges Verhalten nach einem Krellschuss

Nach jedem Schuss gilt: sofort nachladen und das Stück weiter beobachten. Wird es wieder hoch, ist unverzüglich ein Fangschuss anzubringen. Anders als bei den meisten Trefferlagen gibt es hier keine Wartezeit; die Nachsuche beginnt sofort, weil sich das Wild schnell erholt und sonst gesund werden kann. Eine sofortige Nachsuche ist ansonsten nur bei sicher tödlichem Schuss angebracht.

„Krellschuss“ in der Jägerprüfung

Abgefragt werden vor allem die getroffene Körperstelle, also ein Dornfortsatz der Wirbelsäule, und das typische Zeichnen. Beliebt ist das Szenario eines Rehbocks, der auf den Schuss zusammenbricht und kurz darauf gesund wirkend flüchtet. Auch bei der Frage, welche Trefferlagen beim Rotwild ein sofortiges Zusammenbrechen erklären, gehört der Krellschuss neben Kopf- und Trägerschuss zu den richtigen Antworten.

Häufige Fragen zu „Krellschuss“

Was ist der Unterschied zwischen Krellschuss und Hochblattschuss?

Bei beiden bricht das Stück zusammen. Beim Hochblattschuss bleibt es liegen, weil Rückenmark oder Lunge getroffen sind, beim Krellschuss kommt es nach wenigen Sekunden oder Minuten erneut hoch.

Wie lange wartet man nach einem Krellschuss mit der Nachsuche?

Gar nicht. Bei Verdacht auf Krellschuss wird sofort nachgesucht und, falls das Stück hochkommt, sofort ein Fangschuss angetragen.

„Krellschuss“ kommt in 13 Prüfungsfragen vor

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Redaktion Jagdprüfung.de · Stand: 27.09.2026. Dieser Eintrag wurde mit KI-Unterstützung auf Grundlage unserer eigenen Wissensartikel verfasst und automatisiert gegen diese Quellen geprüft. Er ersetzt nicht die für dein Bundesland geltenden Vorschriften. KI-Transparenz · Redaktion

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