Anschuss · Jägersprache

Anschuss

auch: Anschussstelle

Der Anschuss ist in der Jägersprache die Stelle, an der das Wild stand, als es beschossen wurde. Hier sucht der Jäger nach Pirschzeichen, und hier beginnt jede Nachsuche.

Was bedeutet „Anschuss“?

Mit Anschuss meint der Jäger nicht den Schuss selbst, sondern den Ort, an dem sich das Stück Wild im Moment des Treffers befand – im Alltag würde man von der Trefferstelle im Gelände sprechen. Am Anschuss liegen die ersten Spuren, die über Treffer und Trefferlage Auskunft geben: Schweiß, Haare, Knochensplitter, Panseninhalt oder Geschossteile. Deshalb wird die Stelle markiert und möglichst unberührt gelassen, denn der Schweißhund braucht die Spur. Die Schweißarbeit beginnt grundsätzlich hier.

Vom Schuss bis zur Kontrolle des Anschusses

Noch während des Schusses merkt sich der Jäger Abkommen, Zeichnen und Kugelschlag. Danach lädt er nach, bleibt im Anschlag und beobachtet die Fluchtrichtung samt markanter Geländepunkte. Zum Anschuss geht er erst nach der Wartezeit, die von der Trefferlage abhängt: beim Kammerschuss etwa 15 bis 30 Minuten, beim Leberschuss 3 bis 4 Stunden, beim Waidwundschuss mehrere Stunden und nach einem Abendschuss bis zum Morgen. Sofort nachgegangen wird nur nach einem sicher tödlichen Schuss oder bei Verdacht auf einen Krellschuss. Markiert wird der Anschuss mit dem Anschussbruch, einem nicht befegten Zweig, der in den Boden gesteckt wird; ein Fährtenbruch zeigt die Fluchtrichtung. Heute werden dafür häufig auffällige Bänder oder Leuchtspray verwendet, weil sie besser zu sehen sind.

Was am Anschuss zu finden ist

Schnitthaare, also vom Geschoss glatt abgetrennte Haare, zeigen einen Treffer an; viel Schnitthaar mit Hautfetzen spricht für einen Streifschuss. Hellroter, schaumiger Schweiß deutet auf die Lunge, dunkler Schweiß auf Leber oder Milz, wässrig-bräunlicher Schweiß mit Panseninhalt auf einen Waidwundschuss. Splitter von Röhrenknochen weisen auf einen Laufschuss hin. Nimmt heller Schweiß ohne Blasen nach dem Anschuss rasch ab, wird ein Wildbretschuss vermutet. Findet sich gar nichts, ist das kein sicherer Beleg für einen Fehlschuss.

„Anschuss“ in der Jägerprüfung

Der Begriff gehört zu den am häufigsten geprüften Begriffen im Bereich Schuss und Nachsuche. Erwartet wird, Pirschzeichen einer Trefferlage zuzuordnen, den Anschussbruch zu beschreiben und zu wissen, wo die Nachsuche beginnt. Typische Fehler: sofort nachgehen, den Anschuss nicht markieren oder zertreten, hellroten und dunkelroten Schweiß verwechseln und aus fehlendem Schweiß auf einen Fehlschuss schließen.

Häufige Fragen zu „Anschuss“

Warum darf man nicht sofort zum Anschuss gehen?

Krankes Wild wird sonst hochgemacht und flüchtet weit, was die Nachsuche erschwert. Deshalb gilt eine Wartezeit nach Trefferlage; ausgenommen sind ein sicher tödlicher Schuss und der Verdacht auf Krellschuss.

Womit wird der Anschuss markiert?

Traditionell mit dem Anschussbruch, einem nicht befegten Zweig im Boden. Heute nutzt man oft farbiges Band oder Leuchtspray, damit der Nachsuchenführer die Stelle schneller findet.

Heißt kein Schweiß am Anschuss, dass vorbeigeschossen wurde?

Nein. Auch ohne Schweiß oder andere Pirschzeichen kann das Stück getroffen sein, etwa beim Krellschuss, nach dem am Anschuss oft kaum Schweiß liegt. Im Zweifel wird eine Nachsuche mit Hund veranlasst.

„Anschuss“ kommt in 48 Prüfungsfragen vor

So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Anschuss und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.

Kostenlos Prüfungsfragen üben

Verwandte Begriffe

Weitere Begriffe aus Anschuss

KrellschussStreifschussAlle Begriffe aus Anschuss

Redaktion Jagdprüfung.de · Stand: 27.09.2026. Dieser Eintrag wurde mit KI-Unterstützung auf Grundlage unserer eigenen Wissensartikel verfasst und automatisiert gegen diese Quellen geprüft. Er ersetzt nicht die für dein Bundesland geltenden Vorschriften. KI-Transparenz · Redaktion

Anschuss: Bedeutung in der Jägersprache | Jagdprüfung.de