Jagdpraxis
Knochensäge
Die Knochensäge ist ein Werkzeug, mit dem beim Aufbrechen älterer Stücke Schalenwild das verknöcherte Brustbein durchtrennt wird, wenn ein Messer dafür nicht mehr ausreicht.
Was ist eine „Knochensäge“?
Beim Aufbrechen muss der Jäger den Brustkorb öffnen, um an Herz und Lunge zu gelangen. Dazu wird das Brustbein getrennt. Die Knochensäge ist eines der Werkzeuge dafür, neben der Brustkernzange oder Aufbrechzange und dem Fleischerbeil. Sie gehört damit zur Ausrüstung, die vor dem ersten Schnitt zusammen mit Messer und Einmalhandschuhen griffbereit liegen sollte. Beschrieben wird ihr Einsatz beim Aufbrechen von Schalenwild.
Wann Säge, wann Messer?
Ob die Säge nötig ist, hängt vom Alter des Stückes ab. Bei jungen Tieren wie Kitz, Frischling oder Jährling besteht das Brustbein noch aus Knorpel, sodass ein Messer genügt. Bei älteren Stücken ist es verknöchert; hier braucht es eine Säge oder Zange. Das Öffnen des Brustkorbs ist der vierte von sieben Schritten beim Aufbrechen: Drossel lösen, Geschlechtsorgane, Bauchhöhle, Brustkorb, Schloss beziehungsweise Ringeln, Organe entnehmen und schließlich die Trichinenprobe bei pflichtigem Wild. Sauberes Arbeiten in dieser Reihenfolge verhindert, dass das Wildbret verunreinigt wird.
„Knochensäge“ in der Jägerprüfung
Im Fragenbestand taucht die Knochensäge einmal auf: bei der Frage nach Hilfsmitteln zum Öffnen des Brustbeins. Richtig sind dort Aufbrechzange, Fleischerbeil und Knochensäge, außerdem der Hinweis, dass bei jungen Stücken das Messer genügt. Genau dieser Zusatz wird leicht übersehen. Der Ablauf des Aufbrechens selbst wird schriftlich wie mündlich geprüft.
Häufige Fragen zu „Knochensäge“
Braucht man zum Aufbrechen immer eine Knochensäge?
Nein. Bei Kitz, Frischling oder Jährling ist das Brustbein noch weich genug für einen Messerschnitt. Erst bei älteren Stücken wird Säge oder Zange gebraucht.
Welche Alternativen zur Knochensäge gibt es?
Zum Öffnen des Brustbeins eignen sich auch eine Aufbrech- oder Brustkernzange und ein Fleischerbeil. Welches Werkzeug der Jäger wählt, hängt von Ausrüstung und Wildart ab.
„Knochensäge“ kommt in 1 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Jagdpraxis und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- AufbrechenAufbrechen ist in der Jägersprache das Öffnen der Bauchhöhle eines erlegten Stückes Schalenwild und das Entnehmen der inneren Organe. Umgangssprachlich entspricht das dem Ausweiden.
- AufbrechmesserDas Aufbrechmesser ist ein Jagdmesser mit stumpfer, abgerundeter Spitze, mit dem erlegtes Wild aufgebrochen wird. Die Spitze verhindert, dass Magen oder Darm versehentlich angeschnitten werden.
- WildbrethygieneWildbrethygiene umfasst alle Maßnahmen vom Ansprechen vor dem Schuss bis zur Kühlung, mit denen der Jäger sicherstellt, dass Wildbret nicht verunreinigt wird oder verdirbt.
- RingelnRingeln bezeichnet beim Aufbrechen das kreisförmige Umschneiden des Weidlochs, also des Afters, damit der Enddarm gelöst und zusammen mit dem übrigen Gescheide entnommen werden kann.
- VersorgenVersorgen heißt, erlegtes Wild nach dem Schuss fachgerecht zu behandeln: bergen, aufbrechen, verschmutzte Teile entfernen und auskühlen, damit das Wildbret seine Qualität behält.
- TrichinenprobeDie Trichinenprobe ist eine Muskelprobe, die bei trichinenpflichtigem Wild wie Schwarzwild, Dachs oder Waschbär entnommen und amtlich auf Trichinen untersucht wird, bevor das Wildbret verzehrt werden darf.
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