Jagdrecht

Jagderlaubnis

auch: Begehungsschein, Jagderlaubnisschein

Eine Jagderlaubnis ist die Gestattung durch den Jagdausübungsberechtigten, in seinem Revier mitzujagen; sie macht den Jagdgast nicht zum Pächter und wird meist als schriftlicher Begehungsschein erteilt.

Was ist eine „Jagderlaubnis“?

Wer einen Jagdschein, aber kein eigenes Revier hat, kann unter anderem durch die Pacht eines Jagdbezirks, als angestellter Jäger oder mit einer Jagderlaubnis an der Ausübung des Jagdrechts teilhaben. Erteilen kann sie nur der Jagdausübungsberechtigte, also der Revierinhaber. Er gestattet damit einem Dritten, in seinem Revier mitzujagen. Die übliche Form ist der Begehungsschein für einzelne Jäger; im Sprachgebrauch ist auch vom Jagderlaubnisschein die Rede. Der Jagdgast bleibt dabei Gast: Er übernimmt weder das Ausübungsrecht noch die damit verbundenen Pflichten des Revierinhabers.

Inhalt und rechtliche Grenzen

Eine Jagderlaubnis kann entgeltlich oder unentgeltlich, befristet oder unbefristet und beschränkt oder unbeschränkt erteilt werden, etwa nur für den Abschuss eines Rehbocks. Sie ist grundsätzlich nicht übertragbar. Für die entgeltliche Jagderlaubnis gelten nach § 11 Abs. 3 BJagdG die Flächenhöchstgrenzen der Pacht entsprechend, ausgenommen Erlaubnisse zu Einzelabschüssen; die Pachtfähigkeit nach § 11 Abs. 5 BJagdG wird dagegen nicht verlangt, sodass auch ein Jungjäger mit frisch gelöstem Jagdschein eine solche Erlaubnis erhalten kann. Wer die Grenzen seiner Erlaubnis überschreitet, etwa statt des freigegebenen Bocks einen Keiler erlegt, kann den Tatbestand der Wilderei erfüllen. Jagdschutzbefugnisse verleiht die Jagderlaubnis als solche nicht; ob ein Jagdgast wildernde Hunde oder Katzen töten darf, richtet sich nach Landesrecht und setzt, wo es überhaupt zulässig ist, eine gesonderte Befugnis voraus.

Welche Papiere der Jagdgast mitführt

Die Erlaubnis sollte stets schriftlich erteilt werden und auf den Namen des Gastes lauten. Jagt er allein mit seiner Waffe, trägt er neben dieser Erlaubnis den gültigen Jagdschein, die Waffenbesitzkarte und den Personalausweis bei sich. So kann er sich bei einer Kontrolle durch Jagdschutzberechtigte oder Polizei ausweisen. In Baden-Württemberg etwa dient der Erlaubnisschein nach dem Prüfungsstoff auch als Nachweis der Fahrberechtigung, wenn ein Jagdgast im Auftrag des Pächters eine Kirrung versorgt und dabei einen für den allgemeinen Verkehr gesperrten Waldweg befährt.

„Jagderlaubnis“ in der Jägerprüfung

Im Jagdrecht wird gefragt, wer eine Jagderlaubnis erteilen darf, welche Inhalte möglich sind, ob sie übertragbar ist und welche Papiere ein Gast mitführen muss. Beliebt sind Fallbeispiele zum Jungjäger mit entgeltlicher Erlaubnis und zur Überschreitung der erlaubten Wildart. Häufige Fehler: den Gast für jagdschutzberechtigt zu halten oder Pachtfähigkeit auch für die Jagderlaubnis vorauszusetzen.

Häufige Fragen zu „Jagderlaubnis“

Wer darf eine Jagderlaubnis ausstellen?

Nur der Jagdausübungsberechtigte des Reviers. Er entscheidet auch, ob die Erlaubnis entgeltlich oder unentgeltlich, befristet oder unbefristet, beschränkt oder unbeschränkt gilt.

Darf ein Jungjäger eine entgeltliche Jagderlaubnis bekommen?

Ja. Für die entgeltliche Jagderlaubnis ist die Pachtfähigkeit nicht erforderlich. Voraussetzung bleibt ein gültiger Jagdschein.

Kann ich meine Jagderlaubnis an einen Freund weitergeben?

Nein, eine Jagderlaubnis ist grundsätzlich nicht übertragbar. Sie gilt nur für die Person, auf deren Namen sie ausgestellt ist.

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Redaktion Jagdprüfung.de · Stand: 27.09.2026. Dieser Eintrag wurde mit KI-Unterstützung auf Grundlage unserer eigenen Wissensartikel verfasst und automatisiert gegen diese Quellen geprüft. Er ersetzt nicht die für dein Bundesland geltenden Vorschriften. KI-Transparenz · Redaktion

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