Lexikon

Weidwundschuss

Anschuss · Jägersprache · auch Waidwundschuss, Gescheideschuss

Ein Weidwundschuss ist ein Treffer in die Bauchhöhle hinter dem Zwerchfell, bei dem das Geschoss Pansen, Magen oder Därme verletzt.

Das Stück schlägt im Schuss oft mit den Hinterläufen aus, krümmt sich und zieht mit krummem Rücken langsam der nächsten Deckung zu. Der Kugelschlag klingt dumpf. Am Anschuss liegen Äsungsreste, wenig Schnitthaar und wenig dunkler, trüber Schweiß, oft wässrig und mit Panseninhalt vermischt; er riecht häufig stechend.

Meist ist der Treffer tödlich, doch das Stück verendet oft erst nach Stunden; wird es zu früh hochgemacht, flüchtet es weit. Deutet das Zeichnen auf einen Weidwundschuss, wird deshalb schon der Anschuss erst nach einer Wartezeit aufgesucht. Als Richtwert bis zum Ansetzen des Hundes gelten zwei bis drei Stunden, Schweißhundführer raten meist zu mindestens vier; nach einem Abendschuss wird erst am nächsten Morgen nachgesucht. Oft lebt das Stück dann noch und muss gehetzt werden.

Für das Wildbret ist der Schuss besonders nachteilig, weil Magen- und Darminhalt die Bauchhöhle verschmutzt. Verunreinigte Teile werden großzügig ausgeschnitten, die Bauchhöhle wird mit Trinkwasser ausgespült. Ist das Bauchfell dadurch verfärbt, gilt das als bedenkliches Merkmal, und eine amtliche Fleischuntersuchung ist nötig.

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Redaktion Jagdprüfung.de · Stand 23.10.2026. Dieser Eintrag wurde mit KI-Unterstützung verfasst und ersetzt nicht die Vorschriften des jeweiligen Bundeslands. KI-Transparenz · Redaktion