Verhitzen
Verhitzen nennt man in der Jägersprache den Verderb von Wildbret, wenn ein erlegtes Stück zu spät aufgebrochen wird oder nicht ausreichend auskühlt.
Man spricht auch von stickiger Reifung. Bleibt die Wärme im Wildkörper, zersetzen Bakterien und körpereigene Enzyme die Muskulatur. Verhitztes Wildbret riecht säuerlich bis faulig, ist kupferrot verfärbt und fühlt sich weich und schmierig an.
Gefördert wird das Verhitzen durch spätes Aufbrechen, warme Witterung, eine dicke Decke oder Schwarte, das Aufeinanderlegen mehrerer Stücke und den Transport im geschlossenen Kofferraum. Besonders gefährdet ist Schwarzwild, weil die Feistschicht die Wärme hält, ebenso Wild nach langer Nachsuche. Vorbeugen lässt es sich nur durch sofortiges Aufbrechen, gründliches Auskühlen und rasche Kühlung. Verhitztes Wildbret ist nicht genusstauglich und wird unschädlich beseitigt; durch Abhängen oder Einfrieren lässt es sich nicht retten.